Wird der gefährliche Kreisverkehr wieder eine Kreuzung? – Ausschuss diskutiert

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Werne. Mehrfach hat die Unfallkommission des Kreises Unna auf den gefährlichen Kreisverkehr Bahnhostraße/Capeller Straße hingewiesen und als Brennpunkt ausgemacht. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am vergangenen Dienstag (08.10.2024) stellte Rolf Suhre von der nts Ingenieurgesellschaft aus Münster Probleme und Lösungsansätze vor.

„Der frühere Knotenpunkt wurde in einen asymmetrischen, ovalen Kreisel umgebaut. Der Kreisdurchmesser liegt außerhalb des Regelwerkes“, stellte der Fachmann ein wesentliches Problem heraus. Mit seinem Büro nahm er den Kreisel per Drohne und einer (versteckten) 24-Stunden-Kamera-Überwachung genau unter die Lupe – und zwar vor der provisorischen Einrichtung der Stoppschilder durch die Abteilung Straßen und Verkehr im Sommer dieses Jahres. Die mangelnde Auslenkung und überhöhte Geschwindigkeit sorgen für Probleme.

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Anhand eines Videos unterstrich Rolf Suhre die Brisanz: Auf den Bildern war ein Pkw-Fahrer zu erkennen, der aus der Stadt kommend auf den Kreisverkehr zufuhr, vor dem Fußgängerüberweg anhielt, um dann in den Kreisel einzufahren. In diesem Moment raste ein Radfahrer – vom Bahnhof kommend – durch den Kreisverkehr. Im letzten Moment vermied der Pkw einen Zusammenprall dank einer Vollbremsung.

„Durch das Gefälle erreichen auch Radfahrer nicht selten bis zu 30 Stundenkilometern“, erklärte Suhre. Hinzu käme, dass selten eine Auslenkung stattfinden und die Verkehrsteilnehmenden stattdessen häufig einfach geradeaus durch den Kreisel führen.

Neun von zehn Unfällen an dem Brennpunkt weisen den identischen Hergang auf, berichtete der Fachmann aus Münster. In 90 Prozent der Fälle sind Autofahrer ab 60 Jahren beteiligt, sechs von zehn Unfällen sind bei Nässe passiert. Schüler wurden bislang nicht verwickelt, „weil sie meistens im Pulk fahren und deshalb besser gesehen werden“. Suhre stellte fest: „Insgesamt ist der Kreisverkehr schwer erkennbar und wird regelmäßig überfahren.“

Das Gefälle auf der Straße „Am Bahnhof“ in Richtung Kreisverkehr ist besonders gefährlich und sorgt für Unfallgefahr besonders zwischen Radfahrenden und Pkw. Foto: Wagner

Um einen besseren Blickpunkt für die Autofahrer zu erreichen, hatte die Stadt Werne bereits Stoppschilder installiert und damit auf Besserung gehofft. Ein Trugschluss, wie Jürgen Busch, Sachgebietsleiter Unterhaltung und Neubau von Verkehrsflächen beim Kreis Unna, bemerkte. Auf Nachfrage bestätigte Polizeisprecher Bernd Pentrop zwei „leichte Unfälle“, einer gesichert mit Radfahrerbeteiligung.

„Es war damals der Wunsch der Stadt Werne, dort einen Kreisverkehr einzurichten, obwohl die alte Kreuzung funktioniert hatte – ein Paradebeispiel dafür, dass Kreisverkehre nicht immer sicherer und vorteilhafter sind“, kritisierte Jürgen Busch. Als Hauptproblem machte auch er das Gefälle aus Richtung Bahnhof aus.

Rolf Suhre von der nts Ingenieurgesellschaft brachte verschiedene Lösungsvorschläge ein: Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h aus allen Richtungen, die Fußgängerüberwege näher zum Kreisel verlegen oder die dauerhafte Einrichtung von Stoppschildern. Die Kosten bezifferte er auf rund 200.000 Euro. „Die Arbeiten sind kleinteilig und müssen im fließenden Verkehr erledigt werden. Baustelleneinrichtung und -absicherung sind nicht günstig“, so der Verkehrsexperte aus Münster.

Artur Reichert (FDP) ärgerte sich, „dass die Stadt überhaupt Geld in die Hand nehmen muss, weil sich einige nicht an die Verkehrsregeln halten“ würden. Dr. Tobias Gehrke, Leiter des Kommunalbetriebes Werne (KBW), bemerkte, dass eine Ampelkreuzung ein Rückschritt und erheblich teurer sei. Die Rückkehr zur „einfachen“ Kreuzung brachte dann Ausschussvorsitzende Uta Leisentritt ins Gespräch. Kostenpunkt: 120.000 bis 140.000 Euro. „Da müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen und es rückgängig machen“, meinte die CDU-Ratsfrau.

„Da muss zeitnah und zügig etwas passieren. Wenn dort etwas passiert, das verzeihen wir uns nicht. Bislang hatten wir nur Glück“, mahnte Adelheid Hauschopp-Francke, sachkundige Bürgerin der SPD, eindringlich. In der nächsten Sitzung kündigte die Verwaltung eine Variantenbetrachtung an. Jürgen Busch ergänzte: „Im Sinne der Verkehrssicherheit: Schieben Sie es nicht mehr auf die lange Bank. Es geht um Leben.“

Ursprüngliches Ziel der Überplanung war es, eine Alternative zu einem Rückbau aufzuzeigen und entsprechende Kosten abzuschätzen. Nach der Diskussion ist nun auch die abermalige Einrichtung einer Kreuzung – wie vor 2018 – nicht ausgeschlossen.

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