Samstag, November 29, 2025

33. LiteraTurnier präsentiert Frauenliteratur, die Mut macht

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Werne. Das LiteraTurnier ging am vergangenen Mittwoch unter dem Motto „DiVa – spezial“ in die 33. Runde. Eine Woche später und anders als geplant.

„Ich war noch im Urlaub und bei den anderen passte es eine Woche später auch besser“, eröffnete Moderator Dieter Vatheuer die Lesung, „aber danke, dass ihr hier für die ganze Zeit in der Bücherei ausgeharrt und gewartet habt“, ergänzte er. Der Bücherstreit musste dieses Mal wegen gesundheitlicher Gründe ohne Magnus See, der das Buch „Himmel ohne Ende“ von Julia Engelmann vorstellen wollte, auskommen. Hubertus Waterhues übernahm kurzfristig seine Buchvorstellung.

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Ein gelungener Start erfolgte mit „Es könnte so einfach sein“ von Anne Handorf, für das sich Ludger Burmann entschied. Kritisiert für seine Redundanz und gelobt für ein wichtiges Thema – den Kampf von Frauen, sich in einer männerdominierten Karrierewelt zu behaupten -, fand das Buch nicht bei jedem der vier Bücherwürmer Anklang. Die streitlustige Stimmung wusste Hartmut Marks mit einem flotten Witz zu lösen und zu seiner Buchauswahl von Bude, Munk und Wielands „Transit 64“ zu führen. „Hier treffen Fakten auf Fantasie, wir haben schöne illustrierte Zeichnungen dabei und es wird geraucht, ganz viel geraucht“, fasste er seinen Leseeindruck zusammen.

Das fiktive Werk thematisiert den Vorschlag Willy Brandts und Egon Bahrs, dass Marlene Dietrich sich doch als Bundespräsidentin im Jahre 1964 aufstellen lassen sollte. Ein urkomisches Buch mit interessanten historischen Umdeutungen.

An diesem Abend konnte sich das Publikum durch die Abgabe einer Farb-Stimme zu den Büchern positionieren. Das Wohnzimmer der Stadtbücherei war gut ausgelastet.

Es folgte eine kurze Verschnaufpause mit dem traditionellen Quiz, bei dem man mit richtiger Antwort unter anderem signierte Ausgaben von Tamina Kallerts Roman „Und dann kommt das Meer in Sicht“ und Solebad-Gutscheine gewinnen konnte. Dieter Vatheuer verteilte je eine grüne, gelbe und rote Karte an die Zuhörerinnen und Zuhörer. „Aber bitte wiedergeben, die waren teuer“, machte er klar. Diese sollten zum Schluss das Meinungsbild vom Publikum zu den Buchvorstellungen einfangen.

Modern und aktuell gestaltete sich Liane Jägers Auswahl „Alles wird GLUT“ von Christian Dürnberger, das die Themen Tierwohl, Fleischkonsum und Klimakrise aufgreift. Atmosphärisch und mit einem überraschenden Plot begeisterte es die Gastgeber und das Publikum, das erste Eindrücke der Freundschaft von einer Klimakleberin zu einem Bauern enthielt. „Es geht darum, sich selbst treu zu sein und zu lernen, sich zu wehren“, hob Liane Jäger hervor.

Neben ruhigem Vorlesen wird wild debattiert, gestikuliert und viel mit Humor genommen: (von links) Hubertus Waterhues, Ludger Burmann, Dieter Vatheuer, Hartmut Marks und Liane Jäger.

Nicht weniger emotional und interessant schloss der Abend mit Julia Engelmanns „Himmel ohne Ende“, in Vertretung vorgestellt von Hubertus Waterhues. Es erzählt das Leben der 15-jährigen Charlie, die sich als Mobbingopfer durchs Leben kämpfen muss. Bis sie Pommes trifft, der ihr bei all der biographischen Hürden, der Verletzlichkeit des Daseins und der erlebten Schwere die Kraft des Neubeginns beweisen kann. Als Buch „der leiseren Töne und Zwischentöne“ gewann das Buch bei der Publikumsabstimmung mit deutlichem Abstand, kurz hinter „Alles wird GLUT“ und „Transit 64“.

Buchhändler Hubertus Waterhues gab zum Abschluss noch eine Bilderbuch-Empfehlung der anderen Art. „Der fantastische Bus“ des dänischen Autors Jakob Martin Strid handelt von einer Freundesgruppe, die einen gigantischen Bus baut, um im Land Balanka für die Krankheit des Protagonisten Timo eine heilende Blume zu finden. Mit liebevollen Illustrationen, großen Seiten und einer berührenden Geschichte legte Hubertus Waterhues dieses Buch allen ans Herz. „Jede Seite kann einen ganzen Nachmittag füllen“, berichtete der Buchhändler und hielt zum Schluss noch ein wichtiges Plädoyer: „Auch wenn wir hier über Literatur reden können und manchmal schwere Kritik üben, bitte bilden Sie sich selbst ein Urteil und schauen in die Bücher rein“, so Waterhues.

Das „LiteraTurnier“ wird vom Förderverein und BücherBeckmann präsentiert. Der nächste Termin ist wieder am Aschermittwoch, 18. Februar, um 19:30 Uhr im Wohnzimmer der Stadtbücherei Werne.

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