Inklusionstreff fühlt Bürgermeister-Kandidaten auf den Zahn

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Werne. Menschen mit Behinderungen müssen sich zu Wort melden, um von der Kommunalpolitik gehört zu werden. Andererseits müssten Rat und Verwaltung bereit sein, auf die Interessen dieser Menschen einzugehen.

Das ist das Ergebnis der Veranstaltung, zu der die Selbsthilfegruppe „Inklusionstreff Werne – barrierefreie Teilhabe“ am Freitag (29.08.2025) eingeladen hatte. Im Mittelpunkt standen jedoch die Statements der fünf Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl am 14. September.

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Trotz des gleichzeitig stattfindenden Straßenfestivals in der Innenstadt war der Versammlungsraum im „Bunten Haus“ der Jugendhilfe voll besetzt.

Lars Hübchen (SPD), Benedikt Striepens (Bündnis 90 / Grüne), Christoph Dammermann (FDP), sowie die beiden parteilosen Kandidaten Volker Abdinghoff und Marc Sven Ueter begrüßten übereinstimmend die Gründung der Selbsthilfegruppe und unterstrichen die Berechtigung der Forderung nach problemloser Teilnahme am öffentlichen Leben.

Starkes Interesse an der Bürgermeisterwahl zeigten am Freitag die Teilnehmer an der Kandidatenvorstellung, zu der die Selbsthilfegruppe eingeladen hatte.

Die Schwierigkeiten beginnen jenseits dieser von beiden Seiten gezogenen Grundlinien im Alltag. Lars Hübchen formulierte es so: „Die Inklusion beginnt im Kopf“. Die Menschen mit Behinderung müssten, so forderte der Sozialdemokrat, gleiche Chancen zur Selbstverwirklichung haben, wie alle anderen Bürger der Stadt. Das habe die Politik dazu bewogen, die Stelle eines Inklusionsbeauftragten zu schaffen.

Der Bündnisgrüne Benedikt Striepens betonte nicht nur seine kommunalpolitische Erfahrung seit 1986, sondern stellte auch klar, dass seine Forderung nach einer attraktiven Innenstadt eng mit der Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer oder Seh- und Gehörgeschädigte in Zusammenhang stehe.

Christoph Dammermann wurde in seinem Eingangsstatement konkreter. Auch für ihn gelte der Grundsatz, nach dem jeder die Möglichkeit haben müsse, sich persönlich zu entwickeln. Der Liberale ging allerdings weiter und nahm auch die Betroffenen in die Pflicht: „Jeder muss sich selbst fragen, was er zur Lösung der Alltagsprobleme beitragen kann.“

Zahlreiche Bürger waren am Freitag zur Kandidatenvorstellung für die Bürgermeisterwahl am 14. September ins „Bunte Haus“ gekommen.

Die beiden parteilosen Kandidaten Marc Sven Ueter und Volker Abdinghoff warnten ebenfalls davor, die Inklusion nur als die Umsetzung von Bau- und Straßengesetzen zu verstehen. Abdinghoff legte einen  Schwerpunkt auf die Gestaltung eines barrierefreien Schulumfeldes. Ueter bezeichnete das Vorhandensein eines rollstuhlgerechten WCs bei öffentlichen Veranstaltungen von Stadt oder Vereinen als „Selbstverständlichkeit“.

Es lag am ersten Fragesteller, dass die Bewerber um das Bürgermeisteramt argumentativ auf den Boden der kommunalpolitischen Realität zurück geholt wurden. Ein älterer Mann aus der Bellingheide ergriff das Wort und schilderte den für alle Verkehrsteilnehmer schlechten und damit gefährlichen Zustand der Straße.

Den schlechten Zustand der Fahrbahn erkannten die Kommunalpolitiker übereinstimmend an. Ratskandidat und Mitglied der Selbsthilfegruppe Kay Hirschhäuser schilderte eigene schlechte Erfahrungen in diesem Straßenabschnitt. Die einfachste Lösung, den verkehrsgerechten Ausbau des Zubringers zu Amazon, scheitert an der leeren Stadtkasse. Deshalb betonte Christoph Dammermann, er könne keinerlei Versprechungen machen. Kandidat Hübchen, der in diesem Straßenabschnitt öfter mit dem Kinderwagen unterwegs ist, konnte die geschilderte Misere nur bestätigen, aber ebenfalls kein konkretes Abhilfeversprechen geben.

Mit Hilfe von Gebärdendolmetscherin Amelie Zedler (rechts) konnten sich auch Gehörgeschädigte über die Werner Bürgermeisterkandidaten und ihre Pläne orientieren.

Wie vielfältig die Szene der Behinderten ist, machte die Teilnahme einer Gruppe Gehörloser deutlich, die dank der Gebärdendolmetscherin Amelie Zedler an der Diskussion teilnehmen konnten.

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