Werne. Ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Gemeinschaft setzten 40 Schüler/innen der 7. und 8. Klassen des Gymnasiums St. Christophorus und der Marga Spiegel Sekundarschule.
Die zweitägigen Projekttage hatten das klare Ziel, Vorurteile abzubauen, Akzeptanz zu fördern und die Mädchen und Jungen zu ermutigen, aktiv für eine diskriminierungsfreie Gemeinschaft einzutreten. Im Jugendzentrum JuWeL absolvierten die Jugendlichen ein vielfältiges Programm.
Neue Gruppen, neue Herausforderungen
Das zentrale Element der Veranstaltung war das Zusammenführen der Schüler/innen aus unterschiedlichen Schulen. Um neue Menschen kennenzulernen und aus dem gewohnten Umfeld zu treten, wurden die 40 Teilnehmenden bewusst in neue, geloste Gruppen eingeteilt. Dies forderte sie auf, sich auf unbekannte Konstellationen einzulassen und die Bereitschaft zu fördern, Vorurteile abzubauen.
In den insgesamt vier parallel stattfindenden Workshops wurden die Jugendlichen vor teils ungewohnte Herausforderungen gestellt, bei denen nur gemeinsame Anstrengung zum Erfolg führte:
- Gemeinschaft am Herd: Die Schüler/innen kochten und backten selbst für die gesamte Gruppe.
- Abenteuer und Vertrauen: Beim Durchqueren eines Niedrigseilgartens war gegenseitige Unterstützung und Vertrauen unerlässlich.
- Kooperation in der Technik: In einem Workshop bauten die Jugendlichen spezielle Gamepads, mit denen drei Personen gemeinsam eine einzige Spielfigur steuern mussten.
- Stimmen für mehr Toleranz: Die Schüler/innen erstellten Podcasts, um das Kernthema Diskriminierung aktiv zu reflektieren und ihre Standpunkte hörbar zu machen.
Voller Erfolg und Blick nach vorn
Die Projekttage, die von Mitarbeitenden des Jugendzentrums JuWeL sowie des Jugendamtes der Stadt Werne begleitet wurden, waren ein voller Erfolg. Die Rückmeldungen der Jugendlichen waren durchweg positiv und zeigten eine starke Wirkung des Programms.
„Die Schüler/innen haben auf beeindruckende Weise gezeigt, wie schnell Vorurteile schwinden können, wenn man gefordert ist, gemeinsam ein Ziel zu erreichen“, resümiert Stefan Müller, Lehrer und Mitglied der Planungsgruppe. „Das Ziel, Akzeptanz zu fördern und Barrieren abzubauen, wurde voll erreicht.“
Aufgrund der großen Resonanz und des erfolgreichen Verlaufs ist geplant, die schulübergreifende Veranstaltung im kommenden Jahr erneut stattfinden zu lassen, um das Engagement gegen Diskriminierung in Werne nachhaltig zu stärken.

Gemeinsam gegen Diskriminierung und Rassismus – Projekttage am GSC
Wie vielfältig Diskriminierung und Rassismus sein können und wie entschieden man solch menschenfeindlichen Einstellungen und Handlungen entgegentreten muss, erlebten die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Christophorus bei zweitägigen Projekttagen zum Thema „Diskriminierung und Rassismus in Schule und Gesellschaft“.
In über 30 unterschiedlichen Projekten setzten sie sich mit Hilfe zahlreicher auswärtiger Expertinnen und Experten sowie Betroffenen mit verschiedenen Formen von Benachteiligung und Abwertung auseinander. Dabei entstanden viele kreative und engagierte Ideen, um auch langfristig im Schulleben das Problembewusstsein zu schärfen und Perspektiven für ein respektvolles Miteinander zu entwickeln.
Im Folgenden werden einige Projekte kurz vorgestellt:
Im Projekt „Fair Play für alle? – Diskriminierung im Sport“ beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Rassismus, Homophobie, Transphobie, Sexismus und Ableismus im Profi- und Breitensport. Aus realen Fallbeispielen entwickelten sie eigene Kampagnen zur Prävention und Sensibilisierung – sowohl für den Schulalltag als auch für den lokalen Sportverein. Ein Höhepunkt war das exklusive Videointerview mit dem Präsidenten des Deutschen Basketballbundes, Ingo Weiss. Er unterstrich, dass Respekt im Teamsport unverzichtbar sei: „Basketball ist bunt – und jeder, egal ob Sportler oder nicht, soll ermutigt werden, bei Anfeindungen den Mund aufzumachen. Diskriminierung geht nicht.“

Das Projekt „Respekt und Anerkennung“, mit besonderem Fokus auf antimuslimische Diskriminierung, wurde von einem Referenten des Programms Wegweiser aus Dortmund/Hamm/Kreis Unna begleitet. Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 näherten sich den Themen durch Rollenspiele und interaktive Aufgaben. Ziel war es, Diskriminierung frühzeitig zu erkennen, ein Bewusstsein für eigenes Handeln zu entwickeln und konkrete Wege aufzuzeigen, wie man in Alltagssituationen couragiert reagieren kann.
Im Projekt „Arbeiterkind“ ging es schließlich um Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft und ungleicher Bildungschancen. Mit Unterstützung von arbeiterkind.de berichteten Gäste aus eigener Erfahrung über Hürden im Bildungssystem und ermutigten die Jugendlichen, ihren Bildungsweg unabhängig von sozialem Hintergrund selbstbewusst zu gestalten.
Um antisemitische Stereotype ging es schließlich bei einer Vorführung des Films „Jud Süß“ im Kino Werne. Mit Hilfe eines Experten des Instituts für Kino und Filmkultur wurde gezeigt, wie dieser Propagandafilm aus dem Jahr 1940 bis heute herrschende Vorurteile verbreitet.
Im Workshop „Monopoly der Demokratie“ wurde das klassische Spiel unter Anleitung von Jamie Sträter von der Young Caritas kreativ zu einem Antidiskriminierungs-Monopoly umgestaltet. Zu Beginn recherchierten die Schülerinnen Formen und Orte von Diskriminierung in Werne, sowohl früher als auch heute, und informierten sich über bestehende Hilfsangebote. Ihre Erkenntnisse und Zukunftsvisionen für Werne flossen in das Spiel ein: Das Spielfeld zeigt lokale Orte, Ereignisse und Stolpersteine, die Spielfiguren tragen symbolische Nachteile diskriminierter Gruppen.






















