Becklohhof-Ausbau Thema im Ausschuss: Vier Varianten

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Werne. Wegen seines denkbar schlechten Zustands hat es der Becklohhof ganz oben auf die Liste der fälligen Straßensanierungen in der Stadt Werne geschafft.

Im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (8. Oktober 2026) gab Mobilitätsmanagerin Barbara Naß unter Punkt „Mitteilungen“ einen Überblick über vier Ausbauvarianten.

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Die Überplanung der Straße stellt besondere Anforderungen an die Verkehrsplaner, denn im Sinne einer „verkehrssicheren und zukunftsfähigen Neuordnung“ gilt es, die Nutzungsansprüche der dortigen Kindertagesstätte, des Berufskollegs, des Altenheims St. Katharina und der Anwohner zu berücksichtigen.

Weitere Hauptziele sind, so Naß, die Stärkung des Radverkehrs und die Verbesserung des Kreisverkehrs Becklohhof/ Burgstraße. Durch die Integration von zwei Radverkehrsachsen zu den beiden Gymnasien Anne Frank und St. Christophorus sowie zum Bahnhof soll dieses erreicht werden. Hinzu kommt die Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs.

Zu „Schulsicherheit und Kinderschutz“ nehmen die Verkehrsplaner die Beseitigung von Schleichwegen, eine mögliche Unterbindung des Durchgangsverkehrs und die räumliche Entflechtung des zügigen Radverkehrs vom langsamen Fußverkehr in den Blick.

Für die „Sanierung der Verkehrsfläche“ sollen Straßenschäden, Stolperfallen und unbefestigte Wege nachhaltig beseitigt werden. Zur „Förderung des Rad- und Fußverkehrs“ werden künftig komfortable Radverkehrsachsen und ausreichend breite und barrierefreie Fußwege angestrebt.

Unter „Umweltschutz und Stadtbild“ geht es um einem möglichst hohen Schutz des historischen Alleenbestands sowie der Wurzelräume vor Zerstörung und Verdichtung. Ein flächenschonender Ausbau soll möglichst auf großflächige Tiefbau-Auskofferungen im Baumumfeld verzichten. Zudem sollen neue Bodenversiegelungen minimiert werden.

Variante 1: Sanierung südlicher Becklohhof

Der südliche Becklohhof vom Kreisverkehr bis zu Jüngststraße soll nach dieser Variante eine vollständige Erneuerung der Oberflächen von Straßen und Gehwegen und die Modifizierung der Entwässerung vorsehen. Die bestehenden Verkehrsregeln würden demnach ohne bauliche Veränderungen ebenso beibehalten wie die vorhandene Aufteilung.

Risiken und Nachteile: Die Instandhaltung bleibt nach wie vor hoch, die Barrierefreiheit unverändert und es gibt keine Reduzierung der Verkehrsdichte.

Variante 2: Fahrradstraße mit separaten Gehwegen

In dieser Variante werden die Oberflächen von Fahrbahn und Gehwegen erneuert, die Entwässerung angepasst und die Fahrbahn nach den Richtlinien für Fahrradstraßen markiert. Die Straße wird demnach als Fahrradstraße ausgewiesen (Kfz-Verkehr nur für Anlieger). Zu den Vorteilen und Chancen zählen hier eine leicht erhöhte Sicherheit vor der Kita durch Reduzierung des Durchgangsverkehrs sowie die klare Trennung von Fuß- und Radverkehr. Risiken und Nachteile sind der Wartungsaufwand der Gehwege, unveränderte Barrierefreiheit und ein Verlagerungseffekt des Durchgangsverkehrs in umliegende Wohnstraßen.

Variante 3: Fahrradstraße als Einbahnstraße mit einseitigem Gehweg

Hier werden Fahrbahn und teils einseitiger Gehweg baulich oder visuell getrennt. Die Fahrradstraße ist in beiden Richtungen befahrbar, ansonsten ist eine Einbahnstraße vorgeschrieben. Die Seitenflächen werden entsiegelt und begrünt, der Kreisverkehr für Kraftfahrzeuge teilweise abgepollert und vereinzelte Stellplätze geschaffen. Die Verkehrsdichte wird stark reduziert.

Zu den Vorteilen und Chancen der Variante zählt die hohe Sicherheit vor der Kita und eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch Flächenentsiegelung und Begrünung. Der Komfort für den Radverkehr steigt. Die Einbahnstraße reduziert Begegnungskonflikte mit Autos, Radfahrende haben Vorrang und die Fahrradstraße Burgstraße wird so verlängert. Risiken und Nachteile sind eine Verkehrsverlagerung des Kfz-Verkehrs in Nachbarstraßen durch die Einbahnregelung sowie die Querung der Straße für den Fußverkehrs (einseitige Fußweg).

Variante 4: Verkehrsberuhigter Bereich

Nach dieser Variante solle ein Einbahnstraße mit geänderten Parkplatzzufahrten entstehen und der östliche Arm des Becklohhofs als Alternativroute zur Fahrradstraße werden. Auch hier werden die Seitenflächen entsiegelt und begrünt sowie am Kreisverkehr und am Nachtigallenweg abgepollert. Parkraum wird durch einen neuen Parkplatz mit eigener Zufahrt und Wendehammer mit Anbindung an die Münsterstraße geschaffen. Die Verkehrsdichte würde sich stark reduzieren.

Vorteile und Chancen sind neben mehr Sicherheit vor der Kita, Entlastung durch Einbahnstraßenregelung und Geschwindigkeitsminderung. Zusätzlicher Parkraum entlastet den Straßenraum und kompensiert perspektivisch wegfallende Parkflächen für Sim-Jü. Risiken und Nachteile sind der erhöhte Flächenverbrauch, Verkehrsverlagerungen und eine Zusatzbelastung durch Verkehre am Steintorpark und die Verlegung der Radachse.

Angesichts der Komplexität des Themas schlug Dörte Hübchen-Oesterschulze (SPD) ganz im Sinne der anderen Ausschussmitglieder vor, die Planungen in einem eigenen Tagesordnungspunkt in der nächsten Sitzung ausführlich zu beraten.

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