Herbern/Werne. Als Eric Eckmann im Mai auf der Burg Vischering seine Einbürgerungsurkunde entgegen nimmt, ist er einer von 41 Menschen, die an diesem Tag die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Für den 42-Jährigen aus der Bauerschaft Horn ist die Feierstunde weit mehr als ein offizieller Akt, sondern auch der Abschluss eines langen Weges – und zugleich die Bestätigung, dass aus einem Neuanfang längst ein Zuhause geworden ist.
Geboren wurde Eric als Eric Waite in Oskaloosa im US-Bundesstaat Iowa. Schon früh zog es ihn in die Welt. Während seines Studiums lebte und forschte er zwei Jahre in Japan. Für seine Promotion wechselte er 2016 an das University College Cork nach Irland. Dort lernte er Nadine kennen.
Beide verband die Leidenschaft für die Religionswissenschaft. Gemeinsam erforschten sie religiöse Traditionen, reisten durch Irland und verbrachten viel Zeit miteinander. Aus gemeinsamen Interessen wurde Liebe – und schließlich der Entschluss, gemeinsam in Deutschland zu leben. 2018 heiratete das Paar standesamtlich, ein Jahr später kirchlich. Der gebürtige Eric Waite entschied sich damals, den Familiennamen seiner Frau anzunehmen. Seitdem trägt er den Namen Eckmann.
Mit dem Umzug begann für den Amerikaner ein völlig neuer Lebensabschnitt. Deutschland war für ihn Neuland. Zwar hatte er an der Universität einen Einführungskurs in Deutsch besucht, doch seine eigentliche Fremdsprache war Japanisch. Plötzlich musste er eine neue Sprache lernen, sich in einer anderen Kultur zurechtfinden und beruflich noch einmal ganz von vorne anfangen.

Den entscheidenden Schritt machte Eric Eckmann bei Elektro Steinkuhl in Werne. Dort absolvierte er seine Ausbildung. Besonders das erste Jahr sei nicht leicht gewesen, erzählt er. Die Sprache sei die größte Hürde gewesen. Umso wichtiger seien Menschen gewesen, die Geduld hatten und an ihn glaubten.
Neben seiner Frau Nadine und ihrer Familie nennt Eric Eckmann vor allem Christiane und Alexander Steinkuhl. Sie hätten sich viel Zeit genommen, ihn einzuarbeiten, und ihm das Gefühl gegeben, willkommen zu sein. Auch der Integrations- und Sprachkurs habe ihm den Einstieg in Deutschland erheblich erleichtert. „Ich weiß heute, wie viel Engagement es braucht, jemanden zu integrieren, der die deutsche Sprache nicht als Muttersprache spricht“, sagt Eckmann. Umso dankbarer sei er für die Unterstützung, die er erfahren habe.
Heute leben Eric und Nadine Eckmann in der Bauerschaft Horn. Nach vielen Jahren, in denen Studium und Forschung ihn immer wieder an unterschiedliche Orte führten, hat der 42-Jährige dort etwas gefunden, das ihm lange fehlte: Beständigkeit. Deutschland sei für ihn deshalb keine zweite Heimat. Es sei sein Zuhause.
Die Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft war deshalb für ihn nur folgerichtig. „Ich möchte nicht nur hier leben, sondern Teil dieser Gesellschaft sein“, sagt er. Die Einbürgerung bedeute für ihn Zugehörigkeit, Sicherheit und Verantwortung. Als er die Urkunde entgegennahm, dachte er an seinen Weg – und an die Menschen, die ihn dabei begleitet haben.

Seine Geschichte zeigt, dass Integration weit mehr ist als das Erlernen einer Sprache oder das Ausfüllen von Formularen. Sie gelingt dort, wo Menschen bereit sind, Vertrauen zu schenken und Chancen zu eröffnen. Für Eric Eckmann waren das seine Frau und ihre Familie, seine Ausbilder bei Expert Steinkuhl sowie viele Wegbegleiter, die ihn in Deutschland willkommen geheißen haben.
Seine Botschaft an andere Menschen, die einen ähnlichen Weg gehen, ist deshalb klar: „Glaubt an euren Weg und gebt nicht auf. Eine neue Heimat zu finden braucht Zeit. Aber mit Respekt, Lernbereitschaft und dem Wunsch, Teil der Gesellschaft zu sein, kann man viel erreichen.“





















