Freitag, April 3, 2026

Neuer Anfang in der Osternacht: Max Kerkhoff aus Werne lässt sich taufen

Anzeige

Werne (pbm/mek). In der Osternacht wird für Max Kerkhoff ein besonderer Moment Wirklichkeit: Der 34‑Jährige aus Werne empfängt das Sakrament der Taufe sowie der Erstkommunion und der Firmung.

Eigentlich hat der Soldat, der in Unna stationiert ist und kurz vor dem Ende seiner 16‑jährigen Dienstzeit steht, mit Kirche lange wenig zu tun gehabt. Von sich selbst sagt er, er sei „Agnostiker“, offen für die Möglichkeit einer höheren Macht, aber ohne festen Glauben. Doch eine Reihe persönlicher Erfahrungen brachte ihn dazu, sich intensiver mit Religion auseinanderzusetzen und schließlich den Schritt zur Taufe zu gehen.

- Advertisement -

Als der Israel‑Gaza‑Konflikt erneut eskalierte, begann Kerkhoff sich stärker mit der Region und ihrer Geschichte zu beschäftigen. „Ich bin historisch interessiert und auf die Kreuzzüge im Mittelalter gestoßen“, erzählt er. Was Menschen aus ihrem Glauben heraus bewegt hat, habe ihn fasziniert. Parallel dazu traf ihn eine Corona‑Erkrankung hart: Der Verlust des Geruchssinns belastete ihn sehr. „Wenn man nicht riechen kann, schmeckt man auch nicht. Das hat meine Lebensqualität sehr eingeschränkt“, sagt er. Auch Operationen konnten nicht helfen. Er begann zu beten, in der Hoffnung, eines Tages wieder riechen zu können. Und tatsächlich kamen die Geruchsmomente zurück, immer mal wieder und spürbar. „Das hat mich beeindruckt und zum Nachdenken gebracht“, blickt er zurück.

Aus dieser Suche wurde eine stetiger werdende Beschäftigung mit dem Glauben. Kerkhoff begann, in der Bibel zu lesen, auch wenn er nicht „der große Leser“ sei und das Alte Testament „herausfordernd“ nennt. Er besuchte vor gut zwei Jahren zunächst die ökumenischen Gottesdienste bei der Bundeswehr, und vor einem Jahr erstmals die Gottesdienste der St.-Christophorus-Gemeinde. Anfangs war er unsicher, „weil ich nichts falsch machen wollte“, aber er fühlte sich aufgenommen. So wuchs in ihm der Wunsch, sich taufen zu lassen, um zur Gemeinschaft zu gehören. Pfarrer Antonel Lenghen begleitete ihn im vergangenen Jahr in regelmäßigen Gesprächen auf diesem Weg. „Wir sprechen im wahrsten Sinn über Gott und die Welt. Ich gehe aus jedem dieser Treffen mit einem Lächeln zurück nach Hause“, erzählt Kerkhoff.

Wer mit ihm spricht, merkt schnell seine Begeisterung für den Glauben, aber auch für vieles, was ihm im Alltag wichtig ist. Max Kerkhoff ist leidenschaftlicher Schalke‑04‑Fan, besucht mit Freunden sowohl Heim- als auch Auswärtsbegegnungen, spielt selbst in Cappenberg Fußball und trainiert regelmäßig im Fitness‑Studio. Ebenso begeistert ist er von Kirchenräumen: Auf Instagram folgt er Accounts, die außergewöhnliche Kirchen zeigen, und führt eine Liste von Orten, die er unbedingt besuchen möchte. „Ganz oben stehen die Geburtskirche in Betlehem und die Grabeskirche in Jerusalem“, sagt er. Er ist fest entschlossen, diese ebenso wie besondere Kirchen in Rom eines Tages zu sehen. Auch der Jakobsweg zieht ihn an. „In ein oder zwei Jahren möchte ich ihn gehen, vielleicht sogar in Werne starten und zu Ostern in Santiago de Compostela ankommen“, erzählt er mit leuchtenden Augen.

Bei seiner Taufe wird Annalena Schumacher seine Patin sein. Die Lehrerin hat Theologie studiert und ist für ihn eine gute Ansprechpartnerin in Glaubensfragen. Dass zur Feier Familie und Freunde kommen werden, bedeutet ihm viel. „Es ist besonders, am wichtigsten Feiertag des Jahres getauft zu werden“, sagt er. Und noch etwas freut ihn sehr: Danach kann er selbst Patenonkel für den Sohn seines besten Freundes werden. „Ich möchte auch sein Pate vor Gott sein.“

Getauft wird Max Kerkhoff in der Osternachtfeier am Samstag, 4. April, um 21 Uhr in der St.-Christophorus-Kirche in Werne.

Anzeige

Weitere Artikel von Werne Plus

2.600 Euro Spenden: „Düt und Dat“ verteilt Ostergeschenke

Werne. Osterzeit ist bei "Düt und Dat e.V." auch immer Geschenkezeit. Jetzt überreichten Vereinsvorsitzende Marita Melcher und ihr Team wieder Spenden für den guten...

Gedenken an Mehmet Kubaşık: WBgR bietet gemeinsame Fahrt an

Werne. Das Werner Bündnis gegen Rechts (WBgR) beteiligt sich gemeinsam mit weiteren Akteuren aus dem Kreis Unna am Samstag, 4. April, am Gedenken an...

Kinderarzt findet Nachfolgerin: So ganz geht Dr. Gilbert aber noch nicht

Werne. "Einfühlsam, freundlich, kompetent - einfach ein toller Kinderarzt." Die Bewertungen zu Dr. med. Michael Gilbert sind nahezu identisch. Zum 1. Juli 2026 gibt...

Seniorenkino geht 2026 mit „Die progressiven Nostalgiker“ weiter

Werne. Der Beirat für Inklusion und Seniorenarbeit lädt gemeinsam mit der Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement, Senioren- und Behindertenarbeit (BEN) zu einem weiteren Senioren-Filmnachmittag ein....