Werne. Das Werner Bündnis gegen Rechts (WBgR) beteiligt sich gemeinsam mit weiteren Akteuren aus dem Kreis Unna am Samstag, 4. April, am Gedenken an Mehmet Kubaşık in Dortmund und der dazugehörigen Demonstration ab 15 Uhr an der Mallinckrodtstraße 190.
Dazu organisiert das Bündnis eine gemeinsame Zuganreise für alle, die nicht alleine nach Dortmund fahren wollen. Treffpunkt ist um 13.50 Uhr am Vorplatz des Bahnhofs in Werne. Zusätzlich wird es eine gemeinsame Anreise mit dem Rad geben. Treffpunkt dafür ist um 13.30 Uhr vor der Radstation am Bahnhof.
Kubaşık wurde 2006 in seinem Laden in der Nordstadt durch den NSU ermordet. Er war das achte Opfer der rassistischen Mordserie. Die anschließenden Ermittlungen und die Berichterstattung waren ebenfalls von rassistischen Vorurteilen gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen geprägt. Ein rechtes Tatmotiv, das die Hinterbliebenen früh vermuteten, wurde durch die Behörden – trotz zahlreicher V-Personen im Umfeld der Rechtsterrorist/innen – weitgehend ausgeschlossen und auch von der Mehrheitsgesellschaft nicht zur Kenntnis genommen. Erst die Selbstenttarnung des NSU im Jahr 2011 änderte das, schreibt das WBgR in einer Pressemitteilung.
In Dortmund erinnern am „Tag der Solidarität“ jedes Jahr Angehörige und ihre Unterstützer/innen an den Mord, seine Folgen und die weiterhin bohrenden Fragen nach den Hintergründen der Tat.
Philipp Müller vom WBgR sagt: „Bis heute wurde das Versprechen nach Aufklärung gegenüber den Angehörigen nicht eingelöst. Weiterhin sind die Netzwerke rund um den NSU unklar. Die Prozesse gegen NSU-Mitglieder und -Unterstützende wollten vor allem einen Schlussstrich unter die Akte setzen. Das Versagen der Sicherheitsbehörden hatte keine bleibenden Konsequenzen, zog sogar einen Zugewinn an Kompetenzen nach sich. 20 Jahre nach dem Mord beteiligen wir uns deshalb wieder am Gedenken der Angehörigen und Freund/innen der Familie Kubaşık. Wir rufen dazu auf, mit uns gemeinsam nach Dortmund zu fahren.“






















