Werne. Romane in großer Schrift, Sachbücher, die sich mit Inklusion beschäftigen oder Kinderbücher, in denen es um das „Anderssein“ und inklusives Miteinander geht – ab sofort stehen in der Stadtbücherei vielfältige Medien zur Verfügung, die Menschen mit Behinderungen die Teilhabe in Wernes beliebter Bildungs- und Kultureinrichtung ermöglichen und die Barrierefreiheit verbessern helfen.
Die notwendige finanzielle Unterstützung lieferte der „Inklusionsscheck NRW“, ein Projekt des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, das die Maßnahmen und Projekte zur Verbesserung von Barrierefreiheit mit 2.000 Euro pro Scheck fördert.
„Ohne die Förderung hätten wir das nicht geschafft“, freute sich die Leiterin der Stadtbücherei, Gerlinde Schürkmann, über den Scheck aus Düsseldorf. Am Donnerstag, 19. Februar 2026, schilderte sie zusammen mit Dezernent Frank Gründken, dem Inklusionsbeauftragten Niklas Wilde, und Andreas Bassendowski, Vorsitzender des Fördervereins Stadtbücherei, im Gespräch mit WERNEplus das Prozedere.
Idee, Beratung und der Kontakt zum Ministerium seien von Niklas Wilde gekommen, den Förderantrag habe der Förderverein der Bücherei im Frühjahr 2025 auf den Weg gebracht. Damit hatten die engagierten Förderer der Werner Stadtbibliothek einmal mehr den Unterschied gemacht, denn die Stadt Werne selbst sei als Kommune ohnehin gesetzlich zur Inklusion verpflichtet und deshalb nicht antragsberechtigt gewesen. Dank der schnellen Antragstellung (Windhundprinzip) durch den Förderverein habe man den Zuschlag bekommen.
„Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung und darüber hinaus auch an Eltern und Pädagogen“, beschrieb Wilde den Mehrwert der Anschaffungen durch die Nutzung in Kitas und Schulen. „Drei Beteiligte, ein tolles Ergebnis“, fasste Frank Gründken für das Dezernat III (Jugend, Familie, Bildung) zusammen und ergänzte: „Wir wollen das Thema weiter in den Vordergrund rücken.“
Diese Medien wurden angeschafft:
– Romane in großer Schrift bieten Menschen mit Sehbehinderungen oder Leseeinschränkungen entspannten Lesegenuss.
– Sachbücher zu den Themen „Inklusion, Behinderung, Barrierefreiheit, Teilhabe und Gleichberechtigung“ ergänzen das Bücherei-Angebot. Dazu gehören auch Titel zur sonderpädagogischen Förderung im Schulalltag.
– Kinderbücher (insbesondere Bilderbücher) drehen sich um das „Anderssein“, um inklusives Miteinander und um die Vermittlung von Vielfalt und Toleranz.
– 16 Spiele, in denen es nicht ums Gewinnen, sondern um bewusstes Wahrnehmen, die Förderung der Sprachentwicklung oder die Sensibilisierung von Besonderheiten geht sind jetzt in der LeihBar zu finden.
– Ein DAISY-Player, barrierefreies Abspielgerät für Hörbücher. Es unterstützt sehbeeinträchtigte oder blinde Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen von gedruckten Texten haben, verfügt über gut fühlbare, große Tasten und ist einfach zu bedienen. Abspielgeschwindigkeit, Lautstärke und Klang lassen sich individuell anpassen. CDs im MP3-Format oder Hörbücher im DAISY-Format können mit dem Gerät abgespielt werden. Zehn Hörbücher im DAISY-Format sind im Bestand der Stadtbücherei zu finden. Der Argon-Verlag, der diese Hörbücher herstellte, hat die Produktion mittlerweile eingestellt. Um den Kunden dennoch DAISY-Hörbücher anbieten zu können, erwägt die Stadtbücherei eine Kooperation mit der Westdeutschen Blindenhörbücherei.
Die Abkürzung DAISY steht für „Digital Accessible Information System“ und bezeichnet einen Hörbuchstandard, den Blindenhörbüchereien weltweit benutzen. DAISY-Hörbücher sind im MP3-Format komprimiert und zusätzlich mit einer Struktur versehen, die es möglich macht, wie in einem Buch zu blättern, es von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen oder einfach von Abschnitt zu Abschnitt zu springen. Auf eine einzige DAISY-CD passen bis zu 40 Aufsprachestunden, sodass für viele Hörbücher nur eine CD gebraucht wird. Dies bedeutet eine wesentliche Erleichterung bei der Handhabung für seheingeschränkte Personen.
Die barrierefreien Hörmedien sollen unter anderem mit Flyern beworben werden. 150 Exemplare werden nachträglich mit Braille-Schrift versehen, die Freigabe des Haushalts 2026 vorausgesetzt.. Alle Medien des Projekts „NRW inklusiv“ sind mit dem entsprechenden Logo versehen.
Informationen auf der Webseite des Fördervereins Stadtbücherei






















