Sonntag, Mai 3, 2026

Inklusionstreff diskutiert über Rechte für Menschen mit Behinderungen

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Werne. Noch immer sind viele Betroffene, die beispielsweise eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl brauchen, nicht über ihre Rechte informiert. Das ist das Ergebnis der Monatsversammlung, zu der die Initiative „Inklusionstreff Werne – Barrierefreie Teilhabe“ in das Bunte Haus der Jugendhilfe in Werne eingeladen hatte. Referenten waren zwei erfahrene Sanitätshauskräfte.

Sylwester Harlos und seine Frau Nicole Harlos hielten sich an die von Organisator und Gruppensprecher Marius Gellert gemachte Auflage. Es wurde keine Verkaufsveranstaltung, sondern zwei Stunden Hintergrundinformationen und Individualberatung.

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Ein Problem für jemanden, der plötzlich, zum Beispiel nach einem Unfall einen Rollstuhl braucht sind die Kosten. Die Krankenkassen übernehmen nämlich nur einen festgesetzten Kostenrahmen. Was darüber hinaus geht, muss der Patient aus eigener Tasche bezahlen. Und das können, wie Sylwester Harlos vorrechnete, einige tausend Euro sein.

Sein erster, grundsätzlicher Rat war der Tipp, sich Angebote von mehreren Fachgeschäften einzuholen. Harlos: „Es gibt inzwischen viele Anbieter in der Region, die im Wettbewerb miteinander stehen!“ Etwas schwieriger ist der Umgang mit manchen Krankenkassen, wie Nicole Harlos aus ihrer Berufserfahrung berichtete. Es gebe Kassen, die sich bei der Genehmigung gewisser Hilfsmittel flexibler zeigten als andere. Das erste Nein eines Mitarbeiter der Krankenversicherung dürfte deshalb nicht als endgültige Absage verstanden werden.

Die Mitarbeiter von Sanitätshäusern treffen ihre Patienten oft schon in der Klinik oder in der Rehaphase. Sie beraten, testen aus und können dann ein fertiges Konzept vorlegen, mit welchen Hilfsmitteln der Alltag des Patienten erleichtert oder gar erst möglich gemacht werden. Harlos: „Die Verhandlungen mit dem Versicherer übernehmen dann wir.“ Wenn die Verhandlungen zu keinem Ergebnis führt, bleibt wie eine Besucherin aus eigener Erfahrung berichtet, nur der Gang vor ein Sozialgericht.

Dieser Weg ist unter den Fachleuten umstritten, denn die Sozialgerichte seien mit solchen Verfahren überlastet. Die damit verbundene Wartezeit könne unter Umständen ein bis zwei Jahre dauern. Deshalb geben Harlos und seine Frau der Verhandlungslösung den Vorrang.

Dabei gehe es den Betroffenen nicht um Luxus. Marius Gellert, der selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist, brachte es so auf den Punkt: „Es geht ebenso um Selbstbestimmung, wie um Lebensqualität“.

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