Werne. „Einfühlsam, freundlich, kompetent – einfach ein toller Kinderarzt.“ Die Bewertungen zu Dr. med. Michael Gilbert sind nahezu identisch. Zum 1. Juli 2026 gibt der beliebte Mediziner die Praxisleitung an Dr. med. Catharina Spratte weiter. Er selbst bleibt seinen kleinen Patienten, Eltern und natürlich seiner Kollegin und dem Team noch erhalten.
1997, also vor fast 30 Jahren, eröffnete der heute 67-Jährige die Kinderarztpraxis an der Penningrode 45 in Werne. Inzwischen kommen seine allerersten Patienten mit ihrem eigenen Nachwuchs zu ihm. „Das ist schon etwas Besonderes. Ich habe noch nie so viele Eltern geduzt“, sagt der Vater von vier inzwischen erwachsenen Kindern mit einem Lächeln.
Am 25. Oktober 2023 erlitt Dr. Michael Gilbert „aus heiterem Himmel“, wie er damals informierte, einen Herzinfarkt, von dem er sich aber vollständig erholt habe. Der Kinderarzt verstand diesen aber als Warnschuss, holte sich knapp ein Jahr später Dr. Catharina Spratte zur Verstärkung. Der 38-Jährigen übergibt er nun die Leitung der Praxis. „Da ich mir selbst noch nicht vorstellen kann, ganz aufzuhören, praktiziere ich weiterhin 20 Stunden pro Woche“, berichtet der Mediziner im Gespräch mit WERNEplus.
Für die Kollegin, das Team sowie natürlich Eltern und Kindern sei das ein Glücksfall, betont Dr. Catharina Spratte, die vor ihrem Wechsel nach Werne als Oberärztin an der Vestischen Kinderklinik in Datteln tätig war. Neben der allgemeinen Kinder- und Jugendmedizin ist sie besonders qualifiziert im Bereich der Neugeborenenmedizin, der sogenannten Neonatologie.
Zusätzlich wird mit Dr. Marlies Springer aus Dortmund eine weitere Kinderärztin die Praxis, die am aktuellen Standort bleiben wird, verstärken. „Mit zwei weiteren Medizinischen Fachangestellten sind wir dann als Team gut aufgestellt, haben dadurch neue Kapazitäten geschaffen, um auch wieder neue Patienten aufnehmen zu können“, sagt die künftige Praxisleiterin, die in Ascheberg lebt und selbst vor kurzem Mutter geworden ist.
Die Vorsorgeuntersuchungen U10 und U11, die Dr. Michael Gilbert alleine nicht mehr schaffte, könnten wieder durchgeführt werden. Mit Kollegin Jasmin Lidgett werde die Vertretungsregelung fortgesetzt.

Begleitung von sterbenskranken Kinder die größte Herausforderung
10.000 Mädchen und Jungen hat Dr. Michael Gilbert in den vielen Jahren behandelt, besonders herausfordernd war und ist die Begleitung von schwerstkranken Kindern bis in den Tod. „Das waren in fast 30 Jahren nicht wenige und verlangt einem auch menschlich alles ab“, sagt der Kinderarzt und Palliativmediziner. „Die Aufgabe ist schön und grausam zugleich, sie berührt immer wieder.“
Ab dem Sommer hat Dr. Michael Gilbert fortan mehr Zeit für die Familie, besonders für die zwei Enkelkinder, ein drittes kündigt sich im August an. Außerdem bleibt er dem Judosport als Aktiver und Trainer erhalten.






















