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Nicht nur verkaufen, sondern reparieren: Service bei Lederwaren Küper in Werne

Werne. Der Einzelhandel der Werner Innenstadt hat viel zu bieten, auf den ersten und zweiten Blick. Kleine und große, meistens inhabergeführte Geschäfte, setzen auf Service, Fachberatung und Kundenfreundlichkeit. WERNEplus stellt Ihnen im August eine Auswahl vor.

Heute: Lederwaren Küper

Endlich Urlaub. Nur der Koffer wurde bei der vergangenen Flugreise stark in Mitleidenschaft gezogen. „Auch wenn Hersteller sehr langlebige Qualität produzieren, machen die Fluggesellschaften immer noch genug kaputt“, sagt Wolfgang Klinge, Inhaber von Lederwaren Küper. Reisekoffer aller Art zählen neben Schultornistern zu den beratungsintensiven Themen in seinem Geschäft. „Gute Beratung gehört zu den Stärken, mit denen wir uns vom Onlinehandel absetzen.“

Wohin will der Kunde reisen, wie oft und mit welchem Verkehrsmittel: Die Antworten entscheiden darüber, was Klinge und seine Mitarbeiterinnen empfehlen. „Im Auto oder im Zug ist Weichgepäck von Vorteil, bei Flugreisen raten wir eher zu Hartschalenkoffern“, erklärt Klinge. Wobei das, was Händler und Reisende früher unter Hartschalen verstanden, heute viel flexibler geworden ist. „Starre Hartschalen haben sich überholt, denn irgendwann reißen sie, was einem Totalschaden gleichkommt.“ Die nachgiebigeren Flexschalen würden die oft ruppige Gepäckabwicklung an Flughäfen besser überstehen. Aktuelle Modefarben spielen bei Reisegepäck zwar keine große Rolle. In den Sommermonaten verkaufen sich frische Farben dennoch besser als Grau oder Tannengrün. „Und Geschäftsreisende greifen gern zu schwarz“, fügt Klinge hinzu. Bei Vielfliegern zählt außerdem jedes Gramm, das ein Koffer zusätzlich auf die Waage bringt. „Ein Koffer, der 500 Gramm weniger wiegt, ist Kunden auch schon mal mehrere Hundert Euro wert.“ Das letzte Quäntchen Gewicht schlage durchaus zu Buche.

Neben der Beratung punktet Klinge auch mit schnellen Reparaturen gegenüber dem Online-Handel großer Ketten. „Bei Tornistern gehen zum Beispiel die Schnallen an den Bauchgurten schnell kaputt“, sagt der Betriebswirt. Vor allem schnell zugeschlagenen Autotüren und Kofferraumklappen sind die Plastikschnallen nicht gewachsen. Deshalb hat Klinge immer Ersatzteile im Laden, um die Tornister schnell reparieren zu können. Das erspart das Einschicken zum Hersteller – sowie die anschließende wochenlange Wartezeit auf die Rückkehr des reparierten Ranzens. Die neuen Tornistermodelle für das Schuljahr 2027/2028 treffen traditionell Ende Oktober zur Sim-Jü-Kirmes ein.

Auch bei Koffern haben sich die Hersteller inzwischen auf ein nachhaltigeres System umgestellt. „Rollen und andere Elemente werden heute nicht mehr vernietet, sondern verschraubt“, erklärt Klinge. Die entsprechenden Ersatzteile kann er schnell ordern und selbst austauschen. Das schont den ökologischen Fußabdruck ebenso wie den Geldbeutel der Kunden. Denn die Lohnkosten der Herstellerreparaturen schlagen zu Buche. „Reparaturen vor Ort beim Fachhandel: Das ist die Zukunft“, sagt Wolfgang Klinge.

Viele Firmen hätten ihre Produktion entsprechend umgestellt. Wie Autohersteller setzen sie bei verschiedenen Kofferserien auf ein gemeinsames technisches Fundament. Das erleichtert den Austausch zum Beispiel der stark beanspruchten Kofferrollen. Bei den Materialien spielt Nachhaltigkeit ebenfalls eine Rolle: Alle Nylonelemente bei Koffern und Tornistern werden inzwischen aus recycelten PET-Flaschen gefertigt. Und die meisten Lederwarenhersteller arbeiten laut Klinge mit vegetabil gegerbtem Leder, bei dem natürliche Stoffe statt Chemikalien eingesetzt werden. „Unser Segment ist zu mehr als 70 Prozent nachhaltig geworden“, so Klinge.

Neben seinem Geschäft in der Steinstraße setzt Wolfgang Klinge auf seinen eigenen Onlinehandel unter www.kueper-leder.de. Viele Kunden informieren sich dort über den Bestand der Waren – und kaufen dann im Laden. „Wir pflegen unser Sortiment in Echtzeit ein“, erklärt Klinge. Nichts sei ärgerlicher, als Zeit und Sprit aufzuwenden, nur um festzustellen, dass die gewünschte Tasche vor Ort nicht vorrätig sei. Bestellungen sind über den Online-Shop natürlich ebenfalls möglich. „Man muss nicht vom großen A bis Z kaufen, sondern kann auch beim Einkauf via Internet den lokalen Handel unterstützen“, sagt Klinge. In diesem Sinne befürwortet er den aktuellen Vorstoß der Politik, das Solebad wieder stärker zur Belebung der Innenstadt in den Fokus zu rücken. „Wenn Politik und Kaufleute das richtig angehen, kann auf die Weise wieder mehr Kaufkraft in die Innenstadt gespült werden.“

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