Werne. Die weitere Umsetzung des Projekts „Regionale 2016 – Werne neu verknüpft“, einst mit viel Aufwand und Bürgerbeteiligung als Zukunftsziel für eine lebenswerte, grüne und vor allem verkehrlich deutlich verbesserte Innenstadt erdacht und geplant, wird auf gemeinsamen Antrag von CDU und SPD hin beerdigt.
Das wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung (SPW) am Dienstag, 12. Mai 2026, einstimmig (bei fünf Enthaltungen) so beschlossen.
Auf die erste Station des „Trauerzugs“ im SPW folgen am heutigen Mittwoch, 13. Mai, die Abstimmungen im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, am Dienstag, 19. Mai, im Betriebsausschuss für den Kommunalbetrieb Werne (jeweils um 17.30 Uhr, Stadthaus, EG, großer Sitzungssaal) und die endgültige Entscheidung im Rat am Donnerstag, 21. Mai, (17.30 Uhr Mensa Anne-Frank-Gymnasium).
In ihrem Antrag hatten CDU und SPD argumentiert: „Heute, zehn Jahre nach der Regionale, zeigt sich, dass ein erheblicher Teil der vorgesehenen Maßnahmen bislang nicht umgesetzt werden konnte und auch keine zeitnahe Realisierung absehbar ist. Vor diesem Hintergrund sei eine Fortführung des Gesamtprojektes nicht mehr verantwortbar“, hatte es angesichts der angespannten finanziellen Situation des städtischen Haushalts geheißen. In der Ratssitzung am 18. März 2026 wurde der Antrag zunächst zur Prüfung in die Fachausschüsse verwiesen.
Bereits 2024 war im Zeichen der Haushaltskonsolidierung über die Zukunft des Regionale-Projekts diskutiert worden. Beschlossen hatte man damals die Umsetzung der Maßnahmen von Umgestaltung /Renaturierung der Horne, der Kreisverkehre an Münsterstraße / Bahnhofstraße / Konrad-Adenauer-Straße und an der Hornemühle sowie den Ausbau der Münsterstraße zwischen KV Stadthaus und KV Hornemühle.
Weitere Elemente, die noch nicht im Haushalt eingestellt waren, sollten dagegen nach hinten verschoben werden. Dazu zählten unter dem Baustein Verkehr der Kreisverkehr am Hansaring, der Ausbau der Münsterstraße zwischen KV Stadthaus und KV Hansaring. Auch am Bau einer Brücke über die Horne als Feuerwehrzufahrt wollte man festhalten und Rahmen der brandschutztechnischen Notwendigkeit weiter verfolgen und gesondert geprüft werden.
Unter dem Baustein Städtebau standen die Umgestaltung Stadtraum am Hagen, die Uferpromenade, die Entwicklung Moormannteich und Umgebung, die Umgestaltung Feuerwehrwiese sowie die Entwicklung Stadtsee und Umgebung auf der Agenda.

Das ändert sich nun mit dem neuen Beschluss
1. Die Verwaltung wird beauftragt, die Renaturierung der Horne in dem Maß zu beplanen und durchzuführen, wie dies zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtung erforderlich ist. Die Maßnahme ist mit einem verbindlichen Umsetzungszeitplan im Wirtschaftsplan 2027 neu zu veranschlagen.
2. Die Umgestaltung der Ampelkreuzung am Stadthaus zu einem Kreisverkehr wird im Rahmen des Regionale Projektes nicht weiterverfolgt.
3. Der Ausbau der Münsterstraße zwischen den Kreisverkehren Stadthaus und Hornemühle wird nicht weiterverfolgt.
4. Die Umgestaltung der Kreuzung an der Hornemühle wird nicht weiterverfolgt.
5. Alle bislang noch nicht im Haushalt der Stadt Werne veranschlagten Einzelmaßnahmen des Gesamtvorhabens „Werne neu verknüpft“ werden nicht weiter verfolgt, darunter auch der Bau einer Brücke über die Horne als Feuerwehrzufahrt.
Auch den Verzicht auf „Werne neu verknüpft“ gibt es nicht gratis
Baustein Gewässer: Einzig die Umgestaltung und Renaturierung der Horne bleibt erhalten, denn diese enthält Einzelmaßnahmen, die den verpflichtenden gesetzlichen Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie genügen und einem guten ökologischen Zustand der Fließgewässer dienen. Ein Verzicht darauf sei somit nicht möglich. Gestalterische Einzelmaßnahmen jenseits der Pflichtaufgaben könnten hingegen entfallen, heißt es in der Beschlussvorlage.
Baustein Verkehr: Werden die Kreisverkehre an Münsterstraße / Bahnhofstraße / Konrad-Adenauer-Straße und an der Hornemühle nicht gebaut, müssten an beiden Kreuzungen die abgängigen Ampelanlagen mittelfristig ersetzt werden. Masten inklusive Fundamente, Licht- und Signaltechnik, Kontakte in den Fahrbahnen, Kameratechnik, Signalgeber, Verrohrungen im Untergrund und Schaltanlagen müssten demnach erneuert oder ersetzt werden. Der groben Schätzung der Verwaltung zufolge dürften die Kosten dieser Maßnahmen bei jeweils 400.000 Euro liegen.
Doch lieber schieben und Hoffnung für die Brücke für die Feuerwehr?
Maximilian Falkenberg nannte die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen „nachvollziehbar“, riet aber dennoch dazu, wichtige Projekte nicht zu beerdigen, sondern auf unbestimmte Zeit zu verschieben. „Wir tun uns da schwer“, meinte er und schlug vor, Formulierungen wie „aktuell“ oder „zur Zeit“ einzupflegen. Man werde sich enthalten, so Falkenberg. Ähnlich sah es auch Artur Reichert (FDP) und kündigte für die Liberalen ebenfalls Enthaltung an.
Egbert Ortmann (CDU) fragte an, ob die Brücke für die Feuerwehr im Zuge der Horne-Renaturierung doch zu realisieren sei. Politisch hatte sich der Fachausschuss zuletzt im Dezember 2024 einstimmig für die Brücke als notwendiges Kernelement ausgesprochen.
Der Brückenschlag zugunsten der Freiwilligen Feuerwehr würde im Alarmfall die Ausrückzeiten verkürzen und vor allem die Zufahrt für die Feuerwehrleute im Einsatz deutlich sicherer machen. Denn die müssen sich für das Erreichen des Gerätehauses über die von Autos, Bussen, Radfahrern und Fußgängern stark frequentierten Straße mit Zebrastreifen und Bodenschwelle vor dem Stadthaus sowie vorbei an der Parkhauszufahrt schlängeln. „Wir haben die Brücke auf dem Schirm, das haben wir immer mitgetragen“, äußerte sich Dezernent Ralf Bülte.






















