Qualifizierung zum ehrenamtlichen Vormund – „Zeitspender gesucht“

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Werne. Eine neue Qualifizierungsreihe für Ehrenamtler, die eine Vormundschaft für Kinder oder Jugendliche übernehmen möchten, bietet das Jugendamt der Stadt Werne vom 29. Oktober bis 26. November 2026 an. In fünf Modulen, jeweils donnerstags von 17 bis 19 Uhr, werden Interessierte mit den Aufgaben vertraut gemacht, die eine Vormundschaft mit sich bringt.

Netzwerk-Koordinatorin Vanessa Leven, Amtsvormundin Christine Schübbe und Jugendamtsleiter Maik Rolefs hoffen auf Bewerber/innen, die bereit sind, sich an dieser wichtigen Schnittstelle zwischen Eltern, Kindern und Jugendamt zu engagieren. Am Dienstag, 29. September 2026 kündigten sie im Gespräch mit WERNEplus die Qualifizierungsreihe an.

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Ein Vormund treffe rechtliche Entscheidungen, wenn es beispielsweise um die Eignung des Kindes für eine Schulform, den Sportverein oder auch um die Umgangsregelung der leiblichen Eltern mit dem Kind gehe, wenn dort keine Übereinkunft erzielt werden könne, nannte Leven Beispiele.

Neben der „allumfassenden Sorge“ gibt es den Teilbereich Ergänzungspflegschaft, wenn etwa für das betreute Kind auch finanzielle Regelungen getroffen werden müssen. Erzieherische Aufgaben hingegen, übernimmt der Vormund nicht, hieß es.

Vormund trifft rechtliche Entscheidungen – Jugendamt unterstützt

„Nahezu alle Eltern möchten gute Eltern sein“, versicherte Maik Rolefs. Dies sei aber nicht immer möglich, sei es krankheitsbedingt oder aufgrund anderer Beeinträchtigungen. Den Ehrenamtlern, die eine Vormundschaft übernehmen, stehen die Fachleute im Jugendamt jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung, betonten Rolefs, Schübbe und Leven gleichermaßen: „Da wird niemand allein gelassen.“

Wenn eine Vormundschaft beginnen soll, werde zuvor genau geprüft, ob es beispielsweise Fristen einzuhalten gebe oder ein mit Schulden belastetes Erbe auszuschlagen sei. Derlei werde von den Fachleuten der Verwaltung zuvor eingehend analysiert. Die Übernahme einer Vormundschaft gilt möglichst solange, bis die Kinder oder Jugendlichen mit 18 Jahren ihre Volljährigkeit erreicht haben.

Vor allem werde zunächst geschaut, wer zusammen passen könne, hieß es zum „Matching“ zwischen Kind und Vormund. In der Qualifizierung wird zu Beginn vorgestellt, was eine Vormundschaft beinhaltet, welche Ansprechpartner im Jugendamt bereitstehen. Anhand von Fallbeispielen gebe man einen Überblick, frage, was der Ehrenamtler übernehmen möchte, und begleite die Übergabe, schilderte die Amtsvormundin.

Zudem erhalten die Teilnehmenden Informationen zur Gestaltung der Kontakte, zu Zuständigkeiten, zur Erstellung von Gerichtsschreiben oder den monatlichen Gesprächskreisen.

Kontaktperson und „durchgehend parteiisch“ im Sinne des Kindes

„Ein Vormund ist ein Zeitspender“, lenkte Maik Rolefs den Blick auf die vertrauensvolle Rolle, die dieser für das Kind einnehme. Er ist „durchgehend parteiisch“ für das Kind, gibt Anregungen, kann im Zusammenspiel mit dem Jugendamt Hilfsangebote vermitteln und ist ansprechbar.

Wer den Pool von 13 ehrenamtlichen Vormund-Personen erweitern und an der Qualifizierung des Jugendamtes teilnehmen möchte, kann sich bis zum 21. Oktober unter vormundschaft@werne.de anmelden.

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