Stockum/Werne. Die Stockumer Straße wird ab dem 13. April 2026 auf Höhe der Autobahnbrücke für rund drei Monate gesperrt. Im Bezirksausschuss am vergangenen Dienstag (03.03.2026) diskutierten Verwaltung und Politik intensiv über die Maßnahme, zeigten Lösungen, aber auch Probleme auf.
„Das wird eine Zeit, die nicht von Spaß geprägt sein wird“, machte Dr. Tobias Gehrke deutlich. Der Leiter des Kommunalbetriebs Werne (KBW) erläuterte erneut die Notwendigkeit der Arbeiten an sich sowie einer Vollsperrung. Die Wasserleitung, die unter der Brücke verläuft, sei bereits undicht, die Reparatur lasse sich nicht aufschieben. In sieben Meter Tiefe müsse gearbeitet werden, die Straße um die Hälfte aufgemacht werden. Eine halbseitige Sperrung sei nicht möglich und würde in diesem Fall auch eine noch längere Bauzeit nach sich ziehen.
„Wir gehen von zwölf Wochen aus. Die Hoffnung besteht aber, früher fertig zu werden“, sagte der KBW-Chef. Allerdings seien bei Tiefbaumaßnahmen die Ausmaße erst sichtbar, wenn die Straße geöffnet ist.

Lösung für Feuerwehr und Rettungsdienst sowie Rad- und Fußverkehr gefunden
Die Feuerwehr und der Rettungsdienst – aus Werne kommend in Richtung Stockum – sowie der Rad- und Fußverkehr dürfen während der Vollsperrung den Forstkamp nutzen. Der Weg führt gut 75 Meter vor der Brücke rechts ab. „Die Route ist eng, wir müssen sie noch ertüchtigen. Aber sie ist für Feuerwehrautos befahrbar“, stellte Gehrke klar. Konflikte mit Radfahrern und Fußgängern erwartet er nicht. Mögliche „Schwarzfahrer“ sollen mit Barken und Pollern aufgehalten werden. „Wir werden dort natürlich auch kontrollieren. Insgesamt sind wir aber froh, eine Lösung mit Feuerwehr und Rettungsdienst gefunden zu haben. Bei den Alarmierungszeiten gibt es keine Probleme“, so der KBW-Leiter weiter.
Dass die Hellstraße – der Kreis Unna führt dort Sanierungsarbeiten zwischen Autobahnbrücke und Horster Straße/Kiwitzheidweg durch – parallel gesperrt wird, könne die Stadt Werne akzeptieren. Denn der Schwerlastverkehr soll über Nordlippering und Mühlenstraße umgeleitet werden, der Pkw-Verkehr (bis 7,5 Tonnen) über die Neue Kampstraße, Knüvenstraße und Kiwitzheidweg.

Den Lkw-Verkehr bereits in Bockum-Hövel (Höhe Müllverbrennungsanlage) auf den Nordlippering umzuleiten, regte Ausschussvorsitzender Markus Rusche (CDU) an. Christoph Mürmann, sachkundiger Bürger der Christdemokraten, wies auf die enge Rechtskurve von der Mühlenstraße auf die Bockumer Straße in Horst hin. „Lkw-Verkehr durch Horst – das geht nicht, das ist auch unter Sicherheitsaspekten nicht möglich.“ Er forderte die Verwaltung mehrfach auf, seine Anmerkungen ins Protokoll aufzunehmen. Mürmann befürchtet auch Rückstaus beim Linksabbiegen auf den Nordlippering. David Storksberger (Die LINKE) brachte eine Tempo-Reduzierung auf der Herberner Straße ins Spiel, um „Lücken zu reißen“.
Dr. Tobias Gehrke sicherte zu, die Anmerkungen mit aufzunehmen und auch gegebenenfalls nachzusteuern: „Die ersten Tagen werden entscheidend sein. Nach einer gewisser Zeit setzt eine Entspannung ein. Aber eines ist auch klar: Es gibt eigentlich keine Alternative zur Stockumer Straße.“

ÖPNV: VKU plant den Einsatz von Kleinbussen
Da „normale“ (Schul-)Busse beladen über 16 Tonnen wiegen, sei für den ÖPNV die Umleitung über die Neue Kampstraße, Knüvenstraße und Kiwitzheidweg nicht möglich. „Die VKU will daher Kleinbusse (mit 18 Sitzen, Anm. d. Red.) einsetzen. Die sind gelenkiger, können also auch noch die letzten Haltestellen vor der Sperrung anfahren und dann auf der Straße wenden“, erläuterte Gehrke. Gleichzeitig entstünden höhere Kosten in Höhe von 10.000 Euro pro Woche, wenn man sich dafür entscheide. „Die VKU ermittelt gerade die Kapazitäten und die genauen Mehrkosten“, bestätigte der KBW-Chef.
Alle enstehenden Kosten aufgrund der Baumaßnahme auf der Stockumer Straße wolle man an den Verursacher Gelsenwasser addressieren, hieß es weiter.
Schulwegsicherung, Halte- und Parkverbote auf der Horster Straße
Claudia Lange (FDP) bat darum, die Schulwegsicherung an der Horster Straße zu gewährleisten: „Diese Strecke wird sehr voll, das müssen wir im Blick haben.“ David Storksberger befürchtet während der Sperrung einen Rückstau bereits am Hansaring, wenn viele Verkehrsteilnehmende links auf die Horster Straße abbiegen wollen. Gehrke und Dirk Thal, Leiter Straßen und Verkehr, kündigten Halte- und Parkverbote auf der Horster Straße und auch auf der Neuen Kampstraße an. „Da werden wir nicht drum herum kommen.“ Hermann Havers (UWW) regte Haltebuchten auf der Knüvenstraße an.
Die mehr als einstündige Diskussion legte dar, vor welchen Herausforderungen man in Werne aufgrund der Vollsperrung steht. „Wir müssen mit der Situation klar kommen und sie akzeptieren. Aber ganz sicher ist sie nicht vergnügungssteuerpflichtig“, fasste Markus Rusche zusammen.






















