Werne. Am Wochenende ist das vielseitige Programm des diesjährigen Internationalen Frauentags zu Ende gegangen. Zum Abschluss bot die Kreispolizeibehörde Unna zum zweiten Mal einen Selbstbehauptungskurs an. Nachdem sich die erste Veranstaltung im Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum an Frauen über 65 Jahren ausgerichtet war, standen nun Mütter und Töchter bei der Volkshochschule im Fokus der Schulung.
Kriminalkommissarin Ute Hellmann aus dem Kommissariat Vorbeugung informierte über die tatsächliche Gefahrenlage für Mädchen und Frauen und gab Tipps und Hinweise, wie Sie sich schützen und wehren können.
Den 13 Anwesenden vermittelte die Expertin in vier Stunden unter anderem, wie sie klare Grenzen setzen und sich in schwierigen Situationen besser behaupten können. Das erfolgte anhand konkreter Beispiele und praktischer Übungen, die die Teilnehmenden teils direkt ausprobierten.
„Wichtig ist, die eigenen Grenzen zu erfahren und zu kennen. Auch das Bauchgefühl spielt bei der Selbstbehauptung eine wichtige Rolle“, so Ute Hellmann. Das richtige Reagieren, wenn jemand diese Grenzen überschreitet, spielte beim Kurs eine wichtige Rolle. Dabei ging es nicht immer um den Fremden, der plötzlich aus dem Gebüsch kommt, sondern auch um Gewalt aus dem eigenen Nahraum, die Frauen erfahren müssen.
Gewalt auf der Arbeit
„Das sind oft auch Leute, mit denen man arbeitet. Da spielt dann der Gedanke eine Rolle, dass man nicht die Person sein möchte, die das Verhältnis belastet, obwohl der andere eine Grenze überschritten und sich nicht richtig verhalten hat“, schilderte die Kriminalhauptkommissarin von der Kreispolizeibehörde Unna.

Selbstverteidigung spielte bei dem Kurs keine große Rolle – aus gutem Grund. „Ein paar Griffe zeigen, die die Teilnehmerinnen dann vielleicht erst in anderthalb Jahren bei einer absoluten Stresssituation abrufen sollen, das funktioniert nicht. Dafür muss man schon regelmäßig einen entsprechenden Kurs besuchen“, unterstrich Ute Hellmann.
Was die Teilnehmenden aber unter anderem mitgenommen haben, ist, welche wichtige Bedeutung die eigene Körpersprache hat. „Viele haben mir geschildert, dass ihnen das vorher gar nicht so klar war, was man dem Gegenüber allein durch den Gesichtsausdruck und die Körperhaltung signalisieren kann“, bilanzierte die Hauptkommissarin.






















