Werne. Das Stadtmuseum lädt in der Reihe „Geschichte(n) und Kaffee“ wieder zur Sonntagsführung ein. Thema im Februar sind „Geschichten aus den Ratsprotokollen“.
Tiefer in Wernes Stadtgeschichte eintauchen und dabei kompakt Neues entdecken? Dazu laden die Veranstaltungen „Geschichte(n) und Kaffee. Sonntagsführungen im Stadtmuseum“ ins Stadtmuseum Werne ein. Jeweils am letzten Sonntag im Monat wird in einer Kurzführung von rund 30 Minuten jeweils ein Einzelthema aus den Ausstellungen betrachtet. Anschließend besteht die Möglichkeit, bei einer Tasse Kaffee oder Tee sowie einer kleinen Stärkung in der Westfälischen Stube über das Gehörte ins Gespräch zu kommen.
Am Sonntag, 22. Februar, um 15 Uhr geht es unter dem Titel „Geschichten aus den Ratsprotokollen“ um die bürgerliche Selbstverwaltung und die Gerichtsbarkeit der Stadt Werne im Verlauf der Jahrhunderte. Die Teilnahme kostet pro Person fünf Euro, das Heißgetränk ist im Preis inbegriffen.
Seit Anfang des 16. Jahrhunderts war das alte Rathaus Wahrzeichen der städtischen Selbstständigkeit und Selbstverwaltung. Ganz im Stile und auf der Höhe der Zeit errichtet, vereint das Gebäude eine spätgotische Laube und eine Giebelform im Stile der Renaissance miteinander und steht damit für einen Bau der sogenannten Weserrenaissance. Hier tagte das Ratsgericht, welche als Zeichen städtischer Souveränität über kleine Vergehen urteilen konnte und von denen uns die erhaltenen Ratsprotokolle vieles zu berichten wissen. Beispielsweise der Fall von Hartleff (Herzlieb) Herzig. Sie lebte mit dem Probst von Cappenberg Wennemar von Hoethe in der Bonenstraße zusammen. Im Juli 1591 klagte sie vor dem Ratsgericht, um ihre Ehre zu verteidigen, damals überaus mutig für eine Frau mit zwei unehelichen Kindern. Dieser und einige weitere spannende, herausstechende, aber auch skurrile Fälle sollen in der Führung zur Sprache kommen.
„Die Dauerausstellungen im Stadtmuseum geben Einblicke in rund 1.000 Jahre Stadtgeschichte. Nicht alles können wir da vertieft abbilden. Mit den sonntäglichen Kurzführungen bieten wir die Möglichkeit, etwas mehr in die Tiefe zu schauen, ohne dass man gleich eine ganze Gruppenführung buchen muss“, erklärt Museumsleiter Flemming N. Feß die Idee hinter „Geschichte(n) und Kaffee“.






















