Werne. Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran sitzen tausende Deutsche in der Golfregion fest – Geschäftsleute, aber auch Urlauber. Einer von ihnen ist Andreas Büscher aus Werne. Er hofft, am Mittwoch Dubai Richtung Heimat verlassen zu können.
Der bekannte DJ (unter anderem Hol di Fast) reiste mit seiner Lebensgefährtin Doris am 18. Februar über Düsseldorf nach Dubai. „Wir haben dann wunderschöne Tage verlebt, vor allem Strandurlaub. Die Unterbringung und Stimmung waren toll, die Gastfreundschaft groß“, berichtet Büscher, der aktuell mit vielen weiteren Touristen in einem Hotel untergebracht ist.
Er und viele andere wollten eigentlich am vergangenen Samstag die Heimreise antreten, hatten am Flughafen bereits die Koffer aufgegeben und warteten auf ihren Flieger. „Auf der riesigen Anzeigetafel wurden dann plötzliche alle Flüge gestrichen“, schildert Andreas Büscher. Und weiter: „Keiner wusste, was los ist. Wir waren blind und taub und mussten erst einmal warten.“
Schließlich musste der Flughafen evakuiert werden. Die Stimmung kippte. Die tausenden Reisenden standen in einer endlosen Schlange und wurden nach draußen geschickt. „Das war fast wie Vieh treiben, es musste alles ganz schnell gehen. So langsam beschlich uns da auch die Angst, wir wussten, irgendetwas ist da faul.“
Mit anderen Urlaubern ging es in ein anderes Hotel, wo wir seit der Nacht von Samstag auf Sonntag ausharren. Am Mittwoch soll es dann in die Heimat gehen. „Das ist unsere vorsichtige Hoffnung. Es herrscht hier bei uns kein Kriegszustand, die Menschen hier sind das gewohnt, aber wenn man als Europäer erlebt, was man sonst nur im Fernsehen sieht, ist das schon eine ganz andere Hausnummer“, sagt Andreas Büscher.

Die Angriffe des iranischen Regimes seien heftig, doch die Luftabwehr in Dubai funktioniere. „Einmal heulten die Sirenen auf – keine Übung, sondern Ernst. Wir sahen zwei Raketen und hörten dann zwei riesige Detonationen. Der Boden bebte. Das geht durch Mark und Bein“, schildert der 59-Jährige. Auch das Emirat wurde schwer attackiert. „Wenn helle Blitze aufleuchten und es knallt, springst du aus dem Bett – auch wenn die Einschläge kilometerweit weg sind. Wir müssen geduldig und ruhig bleiben. Und Beten hilft“, sagt Büscher, der durch die Krisensituation und die hohe Emotionalität nach eigenen Worten zum Glauben zurückgefunden hat.
Im Hotel fühlt sich das Paar aus Werne sicher, verfolgt Nachrichten, tauscht sich mit anderen Touristen aus und sucht Kontakt zum Bundesaußenministerium. „Ich bin ja nicht oft sprachlos, aber jetzt fehlen auch mir die Worte. Ich passe jetzt auf Doris auf. Wir halten alle zusammen und sind froh, dass wir leben“, so Andreas Büscher abschließend.






















