Werne. Geschichte ist nicht einfach nur Vergangenheit, sie wird erzählt. Wie funktioniert diese Erzählung? Und welche Themen gehören hier in Werne zu unserer Stadtgeschichte? Diese Fragen stehen im Fokus der Vortragsreihe „Geschichte erzählen“, die sich am 3. September aus der Sommerpause zurückmeldet. Das teilt der Leiter des Stadtmuseums Werne, Fleming Feß, mit.
Diesmal geht es in der Reihe „Geschichte erzählen“ im Stadtmuseum am Donnerstag, 3. September, 18.30 Uhr,um die Geschichte die Geschichte der Jüdinnen und Juden während der Nationalsozialistischen Diktatur. Der Lokalhistoriker und ehemalige Kreisarchivar Josef Börste folgt dabei den Schicksalen der jüdischen Familien, die nach 1933 noch in Werne lebten.
Vortrag im Stadtmuseum – Schicksale jüdischer Familien im Fokus
Der Fokus des Vortrags liegt auf den einzelnen Familienmitgliedern der acht jüdischen Werner Familien. Vor allem sollen dabei anhand von bisher zum Teil unveröffentlichten Quellen und Fotos diejenigen Lebenslinien in den Blick genommen werden, über die bislang nur wenig veröffentlicht wurde.
Die Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Werne wird dabei anhand von einschneidenden Wegmarken erzählt, wie dem Boykott jüdischer Geschäfte kurz nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten oder den Geschehnissen der Novemberpogrome 1938.
Aber mit dem Zusammenbruch der NS-Diktatur endet der historische Abriss nicht: Der Vortrag beschäftigt sich auch mit der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen in der Nachkriegszeit im Prozess gegen die Anführer in der Pogromnacht. Auch werden die Fortschritte und Versäumnisse der Geschichtsforschung und -schreibung sowie der Umgang mit der Erinnerungskultur thematisiert. Josef Börste schlägt so einen Bogen und verbindet die Vergangenheit mit deren Folgen für Gegenwart und Zukunft.
Referent Josef Börste studierte unter anderem Geschichte für das Lehramt, arbeitete zwei Jahre im Stadtarchiv und Stadtmuseum Werne, später im Kreisarchiv Unna, das er von Mitte der 1990er bis zur Pensionierung 2020 leitete. Sein Interesse für die Lokalgeschichte von Werne und speziell für die jüdische Geschichte, schlägt sich in diversen Veröffentlichungen sowie der fachlichen Beratung/Unterstützung einer Artikelserie im Westfälischen Anzeiger seit 2012 und der App ‚Verwischte Spuren‘ nieder. Zuletzt war er zudem Initiator der Fortführung der Stolpersteinaktion und übernahm deren inhaltliche Erarbeitung.
Vortragsreihe Stadtkultur und städtisches Selbstbild
Wie entstehen Stadtkultur und unser städtisches Selbstbild, unsere „Identität“ als Ort? Von wem wird unsere Stadtgeschichte erzählt? Mit diesen Fragen soll sich jeden Monat ein neuer Vortrag beschäftigen. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen nimmt das Stadtmuseum sowie die Volkshochschule Werne entgegen. Aber auch spontane Besucherinnen und Besucher sind willkommen.
Jeden Monat, jeweils am ersten oder zweiten Donnerstag des Monats, beleuchtet ein Vortrag unterschiedliche Aspekte der Stadtgeschichtsschreibung oder der Stadtgeschichte Wernes. Die Veranstaltungsreihe findet in Zusammenarbeit mit der VHS Werne und dem Förderverein Stadtmuseum statt. Alle Termine sind im Online-Veranstaltungskalender der Stadt Werne und auf der Webpräsenz der VHS Werne einsehbar.





















