Werne. Zwei Tage vor Allerheiligen hat ein besonderer Pilgergang die Menschen in Werne bewegt. Auf Einladung des Fördervereins Jakobsweg Werne e.V. versammelten sich am vergangenen Freitag, 30. Oktober 2026, insgesamt 21 Pilgerinnen und Pilger an der heimischen Pilgerstele.
Das Ziel des diesjährigen Ganges war der katholische Friedhof am Südring. Als roter Faden der gesamten Veranstaltung diente das bekannte Lied aus der Begräbnisliturgie: „Zum Paradies mögen Engel dich geleiten…“.
Zum Auftakt hieß Pfarrdechant Jürgen Schäfer die Gruppe in der spätgotischen Hallenkirche St. Christophorus willkommen. In seiner Ansprache beleuchtete er die theologische Bedeutung von Engeln als Boten und Diener Gottes. Anschaulich verwies er dabei auf die historischen Engeldarstellungen im mittleren Chorfenster der Kirche und erläuterte den interessierten Zuhörern die einzelnen Szenen. Für eine tiefgehende, spirituelle Atmosphäre im Gotteshaus sorgte Kantor Dr. Hans-Joachim Wensing mit einfühlsamem Orgelspiel und einem passenden Liedvortrag.
Im Anschluss übernahm der Hospizverein Werne die Führung. Die beiden Koordinatorinnen Anja Linker und Martina Bußmann begaben sich mit der Gruppe auf eine Spurensuche der besonderen Art durch die Innenstadt. Die Teilnehmenden zeigten sich erstaunt darüber, wie viele unterschiedliche Engelsdarstellungen sich auf dem kurzen Weg bis zum Friedhof im Stadtbild entdecken ließen.
Als die Gruppe den katholischen Friedhof erreichte, verfärbte sich der Abendhimmel in ein stimmungsvolles Abendrot. Vor dieser malerischen Kulisse wurden die Pilger zu ausgewählten Gräbern und dortigen Engelsfiguren geführt. Kleine literarische Texte und Impulse der beiden Leiterinnen regten die Gruppe an, den Friedhof ganz bewusst als einen Ort der Besinnung und des Innehaltens zu erleben. An den Stationen entwickelte sich zudem ein intensiver und persönlicher Austausch unter den Anwesenden.
Die gelungene Veranstaltung fand ihren feierlichen Abschluss in einem gemeinsamen irischen Segensspruch. Die Vorsitzende des Fördervereins Jakobsweg, Gabriele Kranemann, bedankte sich herzlich bei den beiden Organisatorinnen des Hospizvereins für die feinfühlige Leitung und überreichte als Anerkennung ein kleines Präsent sowie die traditionelle Pilgersocke. Wohlbehalten und von den Eindrücken sichtlich berührt trat die Gruppe schließlich im Schutz der Dunkelheit den Rückweg zur Pilgerstele an.
















