Aktualisiert – 08.09.2026 – 12.30 Uhr
Marius Wetter, 1. Vorsitzender der Freilichtbühne Werne e.V., äußert sich zu den Vorkommnissen am vergangenen Samstag mit folgendem Statement:
„Nach den Ereignissen am vergangenen Samstag möchte ich mich – stellvertretend für unseren Vorstand und den gesamten Verein – noch einmal dazu äußern. Wir hatten uns auf diesen Abend sehr gefreut. Hinter einer Premiere liegen bei uns viele Wochen und Monate ehrenamtlicher Arbeit – auf der Bühne, hinter den Kulissen und in vielen Bereichen, die unsere Gäste am Ende gar nicht sehen. Umso mehr macht es mich wütend und betroffen, dass dieser besondere Abend durch eine solche Drohung überschattet wurde und wir alle plötzlich mit einer Situation umgehen mussten, die sich niemand für diesen Abend gewünscht hat.
Wir haben die Äußerung von Beginn an ernst genommen, unmittelbar die Polizei informiert und das weitere Vorgehen eng mit den Einsatzkräften abgestimmt. Nach Einschätzung der Polizei bestand nach Beginn des Einsatzes zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für unsere Besucherinnen und Besucher. Viele Abstimmungen und Entscheidungen liefen dabei im Hintergrund und für unser Publikum zunächst weitgehend unbemerkt.
Ich bin sehr froh und auch stolz darauf, wie ruhig und besonnen unser gesamtes Team und alle Beteiligten mit dieser ungewöhnlichen Situation umgegangen sind. Ein ebenso großes Dankeschön gilt unseren Gästen, die nach Ende der Aufführung beim Verlassen des Geländes ruhig und verständnisvoll reagiert haben. Das hat sehr dazu beigetragen, dass dieser Abend geordnet zu Ende gehen konnte.
Besonders bedanken möchte ich mich bei der Polizei für die professionelle, unkomplizierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit – sowohl an diesem Abend als auch jetzt im Nachgang.
Natürlich haben wir gemeinsam auch auf die kommenden Veranstaltungen geschaut und stehen dazu weiterhin in engem Austausch mit der Polizei. Es gibt aktuell keinen Anlass, an einer sicheren und planmäßigen Durchführung zu zweifeln. Unsere kommenden Veranstaltungen finden wie geplant statt und wir freuen uns darauf, unsere Gäste wieder bei uns begrüßen zu dürfen.
Wir nehmen das Geschehene ernst und gehen verantwortungsvoll damit um. Gleichzeitig möchten wir nicht, dass eine solche Drohung das überschattet, was uns und vielen Menschen in unserer Region am Herzen liegt und mit viel Herzblut und großem ehrenamtlichem Engagement auf die Beine gestellt wird. Unser Blick richtet sich deshalb nach vorne – auf unsere Freilichtbühne, die kommenden Veranstaltungen und vor allem auf viele schöne gemeinsame Abende mit unseren Gästen.
Aktualisiert – 07.09.2026 – 16.15 Uhr
Wie bereits berichtet, wurde am Samstagabend (05.09.2026) eine Veranstaltung an der Freilichtbühne Werne mit rund 600 Besucherinnen und Besuchern durch die Polizei und den Veranstalter geräumt. Grund für die Räumung war die Androhung, einen Sprengsatz zu zünden.
Diese verlief ohne besondere Vorkommnisse. Verletzt wurde niemand. Die polizeilichen Ermittlungen zu den Hintergründen und zum Urheber der Androhung dauern an.
Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die im Zusammenhang mit dem Vorfall verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder sonstige Hinweise geben können, sich bei der Polizei in Werne unter 02389 921 3420 oder unter 02303 921 0 zu melden.
Bereits Ende August gab es im Solebad Werne eine Bombendrohung. Wie jetzt in der Freilichtbühne wurde in der Freizeiteinrichtung kein Sprengsatz gefunden.
Ursprüngliche Meldung – 07.09.2026, 13 Uhr
Werne. Am vergangenen Samstag (05.09.2026) feierte die Freilichtbühne ihre letzte Premiere für diese Saison. Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ lockte zahlreiche Zuschauer in die einzigartige Kulisse mitten im Stadtpark, sodass das Ensemble vor gut gefüllten Rängen spielen konnte.
Gegen 21.50 Uhr gab es einen Polizeieinsatz an der Freilichtbühne Werne. „Um die Veranstaltung und die Besuchenden zu schützen, wurde das Gelände geräumt“, berichtet die Kreispolizeibehörde Unna in einer Pressemitteilung, ohne dabei Hintergründe zu benennen.
Es gab keine Verletzten. Die Ermittlungen dauern an. Das Stück war zuvor zuende gespielt worden, teilte der Veranstalter mit.
Dorothee Gäßner brilliert als „alte Dame“
Zuvor entfaltete das Stück seine Wirkung auf ganzer Linie. Während es in den ersten beiden Akten noch vereinzelte Lacher über die geschickt platzierten Witze Dürrenmatts gab, war das Publikum im letzten Akt derart von der beklemmenden Stimmung gefesselt, dass kein Mucks mehr zu hören war. Entsprechend zeigte sich auch das Regieteam, bestehend aus Marvin Müller und Vivian Zurstrassen, sichtlich zufrieden.
Für beide war „Der Besuch der alten Dame“ ihr Regiedebüt. Als Dürrenmatt verkleidet, wandte sich Müller vor Beginn des Stückes direkt an die Zuschauer, um sie auf die folgende Geschichte einzustimmen.
Jeder Spieler und jede Spielerin lieferten eine hervorragende Leistung ab und hauchten Dürrenmatts Erzählung neues Leben ein. Besonders hervorzuheben ist jedoch die „alte Dame“ selbst, gespielt von Dorothee Gäßner, die in ihrer Rolle brillierte und die emotionale Kälte sowie die Rachsucht der Claire Zachanassian überzeugend verkörperte. Das Ziel ihres gerechten Zorns, Alfred Ill, wurde von Oliver Keuth phänomenal gespielt. Seinen Abstieg vom beliebtesten Bürger der Stadt über das Opfer von Verfolgungswahn bis hin zur völligen Verzweiflung konnte jeder im Publikum mitfühlen.

Nach dem überaus erfolgreichen Auftakt wird „Der Besuch der alten Dame“ noch an sechs weiteren Terminen aufgeführt, der nächste bereits am kommenden Freitag. Tickets sind noch für alle Veranstaltungen erhältlich. Diese können entweder über die Homepage der Freilichtbühne, in den Tourist-Informationen Werne und Nordkirchen oder an der Abendkasse erworben werden.

















