Freitag, Januar 30, 2026

An(ge)dacht: Sim-Jü und Kirche

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Liebe Leserinnen und Leser,

es könnte unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite der Krieg im Nahen Osten, der Krieg in der Ukraine und die Umfragewerte in deutschen Medien, die deutlich machen, dass viele Deutsche Geldsorgen haben, Angst vor Migration haben und pessimistisch in die Zukunft schauen.

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Auf der anderen Seite werden viele tausend Menschen nach Werne kommen, um Sim-Jü ausgelassen zu feiern. Das scheint ein riesiger Widerspruch zu sein.

Seit vielen Jahren beteiligen sich die Kirchen auch mit Gottesdiensten an diesem Fest. Das hat etwas mit dem Ursprung zu tun: Sim-Jü leitet sich her von den Aposteln Simon und Judas Thaddäus. In früheren Zeiten endete das landwirtschaftliche Jahr zu diesem Apostelfest und Knechte und Mägde wurden ausgezahlt. Daher war Geld in der Stadt und ab 1362 entstanden Markt und Kirmes. Auch in diesem Jahr feiern wir am Samstag um 17 Uhr eine Festmesse mit Chor und Orchester und am Sonntag um 10 Uhr auf dem Autoscooter auf dem Hagen einen ökumenischer Gottesdienst.

Sollte man nicht angesichts der politischen Lage Sim-Jü ausfallen lassen? Mit Bestimmtheit: Nein. Denn wir brauchen diesen Moment, an dem man aus allem aussteigen kann und die schönen Dinge begehen darf. Die Schausteller sprechen ein Gebet bei jeder gottesdienstlichen Feier. Vielleicht können wir es uns zu eigen machen, weil es von einem unbedingten Gottvertrauen ausgeht. Und so passt es dann. Gottvertrauen, Fest und Feier und dann den Blick haben für die Realitäten unseres Lebens. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Sim-Jü!

Ihr

Jürgen Schäfer, Pfarrdechant

Oh mein Gott, ich glaube an dich,
ich vertraue dir.
Ich liebe dich und danke dir,
dass du mich segnest.

Ich bitte dich, vergib mir meine Sünden,
und hilf mir, anderen zu vergeben.
Ich bitte dich,
bewache und beschütze mich und meine Lieben.

Lass mich bedenken, mein Vorrecht,
als Schausteller Freude und Vergnügen
zu bringen allen Menschen,
besonders aber der Jugend,
den Einsamen und denen,
die vom Glück benachteiligt sind.

Und wenn meine letzte irdische Tat vollendet ist
und der letzte Vorhang fällt,
dann nimm mich zu dir,
und lass mich ewig glücklich sein bei dir.

Father Mac‘ Carthy, USA

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