Donnerstag, Juli 25, 2024

„Wegen Umbau geöffnet“: Ev. Kirche bündelt Kräfte – auch in Werne

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Hamm/Werne. Der Umbau der evangelischen Kirche in der Region geht in die nächste Phase. Die Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Hamm, zu der auch die Ev. Kirchengemeinde Werne gehört, hat dazu am Mittwoch, 19. Juni 2024, sechs Arbeitspakete geschnürt, mit denen der Transformationsprozess „Wegen Umbau geöffnet“ konkrete Formen annimmt. Das teilt Pfarrer Dr. Tilman Walther-Sollich in einer Pressemeldung mit.

Insbesondere für Gottesdienste, Gebäude und Personal entstehen jetzt Konzepte, mit denen zum Teil schon in kleinerem Umfang erprobte Möglichkeiten der Regionalisierung und Profilierung weiterentwickelt werden. Dies soll den Lebensumständen und Bedürfnissen der Kirchenmitglieder ebenso wie dem Rückgang von Finanzen und Personal Rechnung tragen. Die kirchliche Arbeit in den zwölf Gemeinden des Kirchenenkreises und den gemeinsamen kreiskirchlichen Diensten soll über die Gemeindegrenzen hinweg kooperativ und innovativ gestaltet werden, heißt es weiter.

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„Kirche wird in Zukunft nicht mehr an jedem Ort das volle Sortiment vorhalten, sondern Angebote schaffen, die auf die Bedarfe der daran Beteiligten abgestimmt sind“, sagte Superintendentin Kerstin Goldbeck in ihrem Bericht für die Synode. Die Kirche der Zukunft werde sich an ihrem Auftrag, die Liebe Gottes erfahrbar zu machen, ebenso orientieren wie an dem, was Menschen heute nötig haben und suchen. Es gelte daher zu bewahren, was weiterhin trägt, sich aber auch von dem zu verabschieden, was den veränderten Lebensumständen nicht mehr entspricht. So werde die Kirche ihrem Kleinerwerden und dem damit verbundenen Rückgang der Finanzen gerecht werden, gleichzeitig aber Kräfte freisetzen, um das zu tun, wofür sie da sei: „Die Liebe Gottes in Worten und Taten weiterzutragen und Menschen in der Seelsorge zu begleiten, wo immer es gebraucht wird.“

Sechs Arbeitspakete für konkrete Schritte zur Umsetzung bis März 2025

Im nächsten dreiviertel Jahr sollen Arbeitsgruppen konkrete Schritte zur Umsetzung entwerfen, um diese einer Sondersynode im März 2025 vorzulegen. Gottesdienste und Kasualien, darunter fallen vor allen Taufen, Trauungen und Beerdigungen, sollen in gemeinsamer Verantwortung aller Gemeinden so organisiert werden, dass die Aufgaben gerecht verteilt und die Kräfte gebündelt eingesetzt werden können. Da insgesamt weniger Personal für den Pastoralen Dienst zur Verfügung steht, sollen Möglichkeiten der Entlastung geschaffen und das vorhandene Personal verstärkt so eingesetzt werden, dass besondere Begabungen zur Geltung kommen. Dabei soll durch Kooperation und Profilierung sehr viel mehr als bisher gemeindeübergreifend gearbeitet werden.

Das gilt auch für die Gebäude, für die eine Analyse des gesamten Bestands in Auftrag gegeben wurde. Sie soll Kriterien für eine gemeinsame, nachhaltige Entwicklung liefern. Ein weiterer Auftrag bezieht sich auf die kreiskirchlichen Dienste, die ebenfalls unter den Gesichtspunkten von Kooperationen und Regionalisierung überprüft werden sollen. Als Querschnittsaufgabe soll schließlich bei allen anstehenden Veränderungen die Stärkung der Seelsorge hervorgehoben werden.

Beschlüsse der Synode nehmen Diskussionsprozess seit September 2023 auf

Die Synode nimmt damit die Ideen und Erkenntnisse auf, die seit Ende September 2023 in Form von Leitsätzen für die Zukunft der Kirche entwickelt worden sind. Bei einem „Besuch auf der Baustelle“ wurden diese Mitte März 2024 erstmalig vorgestellt und mit rund hundert Interessierten im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Herringen diskutiert. Danach fanden Regionaltreffen mit den Presbyterien aller zwölf Kirchengemeinden und den gemeinsamen kreiskirchlichen Diensten statt. Die lebhaften Diskussionen wurden sorgfältig ausgewertet. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für die nun von der Synode als höchstem Leitungsgremium des Kirchenkreises getroffenen Entscheidungen.

Zusammensetzung der Synode am 18. und 19. Juni 2024

Die Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Hamm hat am Dienstag, 18. Juni, und Mittwoch, 19. Juni, im Gemeindehaus der Christuskirche in Hamm Westen getagt. Sie ist das kirchenleitende Gremium für rund 70.000 Evangelische in den zwölf Kirchengemeinden und den gemeinsamen kreiskirchlichen Diensten in Ahlen, Ascheberg-Herbern, Bönen, Drensteinfurt-Walstedde, Hamm, Sendenhorst, Werl-Hilbeck und Werne. Die Kreissynode besteht aus 91 gewählten Vertreter/innen der Kirchengemeinden und kreiskirchlichen Dienste (je zur Hälfte Nichttheologen und Theologen) und berufenen Mitgliedern und wird von Superintendentin Kerstin Goldbeck geleitet.

Dokumentation des gesamten Transformationsprozesses ist online abrufbar

Weitere Informationen zum gesamten Transformationsprozess „Wegen Umbau geöffnet“, auch in Bezug auf die Kreissynode, unter https://www.kirchenkreis-hamm.de/wirbauenum.

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