Dienstag, Mai 28, 2024

Werne trauert: Kapuzinerpater Fredegand Köhling gestorben

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Werne. Nach der Beisetzung von Pater Wolfgang Drews findet binnen einer Woche die nächste Kapuzinerbeerdigung in Werne statt. Der am Montag dieser Woche verstorbene 87-jährige Pater Fredegand Köhling ist in Werne aufgewachsen und hat hier 1963 seine Primiz gefeiert.

P. Fredegand Köhling wurde am 05. August 1936 in Köln geboren und auf den Namen Paul getauft. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Peter und seiner Schwester Ursula wuchs er in Werne auf. Sein Vater wurde schon 1939 bei Kriegsbeginn eingezogen und in Russland später als vermisst gemeldet. Daraufhin musste seine Mutter allein für die Erziehung der Kinder und den Unterhalt der Familie sorgen. Nach dem Besuch der Grundschule wechselte P. Fredegand ins Internat der Kapuziner zunächst nach Kleve, später in das wiederaufgebaute Internat in Bocholt. 1957 legte er dort die Abiturprüfung am städtischen St. Georg-Gymnasium ab.

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Am 23. April 1957 begann er mit elf weiteren jungen Männern das Noviziat in Stühlingen und erhielt den Ordensnamen Fredegand. Ein Jahr später legte er seine zeitlichen Gelübde ab und band sich am 24. April 1961 in der Ewigen Profess für immer an die Brüdergemeinschaft der Kapuziner. In Krefeld und Münster studierte er von 1958 bis 1963 Philosophie und Theologie an der ordenseigenen Hochschule. Am 30. März 1963 empfing er mit sieben weiteren Mitbrüdern durch Gebet und Handauflegung durch den Bischof von Münster, Joseph Höffner, die Priesterweihe und feierte danach seine Primiz in der Werner St. Christophoruskirche.

Nach dem Pastoraljahr in Krefeld wurde P. Fredegand in das Kloster Kleve versetzt. Dort wirkte er von 1965 bis 1968 als Subsidiar an der Herz-Jesu Pfarrei. Außerdem war er als hauptamtlicher Kreisberufsschullehrer und Schwesternseelsorger eingesetzt. Im Herbst 1968 führte ihn sein Weg zurück nach Bocholt. Zunächst arbeitete er bis 1974 als Religionslehrer am Städtischen St. Georg Gymnasium und dem damaligen Pro-Gymnasium der Kapuziner.

P. Fredegand wollte jedoch mehr. Er qualifiziert sich weiter und nach Abschluss der Staatsexamina in Katholischer Religion, Pädagogik und Geschichte und dem entsprechenden Referendariat, wurde er ab 1977 als Studienrat am ordenseigenen St. Josef-Gymnasium eingesetzt. Weiterhin wirkte er als Zentralpräses von Kolping Bocholt und Schwesternseelsorger in der Umgebung. Oft übernahm er Gottesdienstaushilfen am Wochenende oder assistierte bei Hochzeiten.

Nachdem sich seine gesundheitlichen Probleme verstärkt hatten, wurde P. Fredegand Anfang 1994 frühpensioniert. Nach einer Rekonvaleszenz setzte er sich zwölf Jahre als pastoraler Mitarbeiter im Pfarrverband Mittlere Mosel bei Trier ein und war dem Kapuzinerkloster Koblenz-Ehrenbreitstein zugeordnet. Die Schwerpunkte seiner Arbeit lagen in der Kranken- und Seniorenseelsorge, in der Begleitung von Gottesdiensthelfern/Innen und im Besuchsdienst. Er wurde gern zu Vorträgen eingeladen und kümmerte sich um die Ökumene vor Ort.  

Im Herbst 2006 wechselte er ins Emsland und arbeitete als Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Freren mit. Zugeordnet war er jetzt dem Kloster Clemenswerth in Sögel. Die Kolpingsfamilie Thuine lag ihm besonders am Herzen. Im Alter von 75 Jahren wurde er pensioniert und half auch danach als Subsidiar bei den verschiedensten Diensten gern aus. Eine besondere Freude war es für ihn, als er am Ostermontag 2013 sein Goldenes Priesterjubiläum und am Ostermontag 2017 sein Diamantenes Ordensjubiläum in der St. Georg-Kirche in Thuine unter großer Beteiligung der Gemeinden feiern konnte. Seit 1994 war die pensionierte Grundschullehrerin Barbara Köhler, die ihn als Haushälterin unterstützt und ihm immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat, eine große Hilfe.

In den letzten Monaten ließen P. Fredegands Kräfte immer mehr nach. Anfang Dezember 2023 musste er ins Krankenhaus eingeliefert werden und wurde anschließend ins Seniorenzentrum Pro Talis in Haselünne verlegt. Dort verstarb er in der Mittagzeit am Montag, 8. April 2024.

Die Eucharistie für den Verstorbenen P. Fredegand wird am Mittwoch, 17. April, um 11 Uhr in der Kapuzinerkirche Werne gefeiert und anschließend sein sterblicher Leib auf dem Gräberfeld der Kapuziner auf dem katholischen Friedhof in Werne bestattet.

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