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Werne. Ein prickelndes Rondo von Haydn, eine in sich gekehrte Romanze von Schumann. Ein Finale, dessen Klänge ins Nichts entschwebten, darauf ein Auftakt mit raumfüllenden Akkorden: Das Guadagnini Trio fesselte sein Publikum beim Rathauskonzert der Musikfreunde mit differenzierten Interpretationen und ausdrucksstarken Tempi.

Mehr als 80 Zuhörerinnen und Zuhörer hatten sich unter strengster Beachtung der geltenden Coronaauflagen im historischen Bürgersaal eingefunden. Die Künstler Alina Armonas-Tambrea (Violine), Edvardas Armonas (Cello) und Nami Ejiri (Piano) waren von den Musikfreunden als „Giganten der Kammermusik“ angekündigt worden. Und wurden dieser Bezeichnung völlig gerecht. Orchestrale Fülle wechselte mit tief empfundenen poetischen Momenten. Das zog sich durch alle drei Werke: das Klaviertrio G-Dur von Joseph Haydn („Zigeunertrio“), die Phantasiestücke op 88. von Robert Schumann sowie das Klaviertrio C-Dur op 87 von Johannes Brahms.

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Alina Armonas-Tambrea schmiegte sich in Haydns sangliches Andante, spritzig untermalt von Ejiris am Flügel und geerdet von Armonas’ sonorem Celloklang. Im Poco Adagio ließ das Trio ein zartes Stimmungbild entstehen. Die beiden Streichinstrumente breiteten einen hingetupften Klangteppich für die poetische Melodie des Pianos aus. Die drei Musiker kosteten das langsame Tempo aus, ohne es an Prägnanz vermissen zu lassen. In gleicher Weise intonierten sie die Romanze von Robert Schumann mit dem gebotenem innigen Ausdruck. Das lebhafte Rondo aus dem Haydn-Trio wiederum wirbelte durch den Rathaussaal, heftige Tonsprünge wechselten mit fein abgesetztem Staccato. Selbst im stürmischsten Forte blieb jedes Instrument gut durchhörbar.

Die Humoreske aus Schumanns Phantasiestücken trug das Ensemble vor wie eine vergnügliche Diskussion, bei der jeder seinen Standpunkt nachdrücklich vertritt, bis das Gespräch wieder in einen munteren Plausch übergeht. Wie es in einer klug geführten Konversation sein sollte, gingen die Musiker aufeinander ein, verständigten sich oft nur mit kurzen Blickwechseln. Diese Dynamik übertrug sich aufs Publikum, das gebannt lauschte und sich an den passenden Stellen nicht mit Applaus zurückhielt.

INFO

Abhängig von den Entwicklungen der Coronapandemie haben die Musikfreunde folgende Veranstaltungen im Januar geplant:

Am 16. Januar laden die Musikfreunde zu einem Sonderkonzert in den Kolpingsaal. Es spielt die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen mit dem Violinisten Daniel Spec. Auf dem Programm steht „The purple Seasons – Musik von Vivaldi und Jimi Hendrix“.

Das nächste Rathauskonzert findet am 20. Januar 2022 ab 20 Uhr statt. Paul Böhme (Cello) und Joanna Przybylska (Klavier) spielen Werke von Beethoven, Tschaikowsky, Alfred Schnittke und Jerôme Ducros.

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