Mittwoch, Februar 25, 2026

„Kunst weg – Kunstweg fünfvorzwölf“ – Raum für Kunst Mangelware

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Werne. Mit seinen Kunstweg-Aktionen hat der Kunstverein Werne e.V. in der Vergangenheit bei solch kreativen Spaziergängen durch die Werner Innenstadt Kunst unmittelbar erlebbar gemacht und gemeinsam mit den „Mit-Läufern“ Objekte und Werke der bildenden Kunst, der Musik oder der Literatur angesteuert – kurz, der Kunst im Alltag Raum gegeben.

Dass aber just dieser Raum für Kunst derzeit (ver-)schwindet, will der Kunstverein um die Vorsitzenden Hubertus Waterhues und Sabine Krebber mit einer ganz besonderen Kunstweg-Aktion am Samstag, 4. November 2023, sichtbar machen. „Wir wollen bei diesem Gang durch die Innenstadt öffentliche Kunstwerke verschwinden lassen“, erklärte Waterhues im Gespräch mit WERNEplus, was zunächst paradox klingt. „Kunst weg – Kunstweg fünfvorzwölf“, heißt es nämlich, wenn dann unter anderem darauf aufmerksam gemacht wird, dass das Foyer des Stadthauses als Raum für Kunstverein-Ausstellungen inzwischen weggefallen ist.

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Hintergrund ist, dass die Räumlichkeiten für Sitzungen der Fachausschüsse benötigt werden, weil sowohl im Ratssaal des Alten Rathauses als auch in der Caféteria im Stadthaus aus Gründen des Brandschutzes nur Veranstaltungen mit bis zu 30 Personen durchgeführt werden dürfen.

Kunstverein-Aktion lässt öffentliche Kunstwerke verschwinden

„Wir treffen uns um 11.55 Uhr, also um fünfvorzwölf, vor der Treppe der Sparkasse an der Lippe am Werner Markt“, lädt der Vorsitzende des Kunstvereins interessierte Kunstfreunde ein, sich anzuschließen. „Kunst hat einen alltagsrelevanten Sinn, Kunst gehört notwendig zum menschlichen Leben dazu, ist eine internationale Sprache, die überall verstanden werden kann“, plädiert Waterhues eindringlich dafür, der Kunst genügend Raum zu schaffen.

Gerade in den Corona-Jahren habe man Ausstellungen, die Künstlern bereits zugesagt wurden, nicht umsetzen können. „Wir sind auf Leerstände angewiesen, die entweder nur leer und nicht zur Verfügung stehen, weil sie Baustellen sind. Oder die Besitzer wollen – warum auch immer – keine Interimslösungen“, schildern Krebber und und Waterhues in ihrer Pressemitteilung zum „Kunst weg – Kunstweg“ die Situation.

„Sehr gern würde der Kunstverein für regelmäßige Abwechslung durch interessante Ausstellungen im Stadthaus-Foyer sorgen und damit unseren Betrag für das kulturelle Erleben der Bürger/innen leisten“, betonen beide in ihrer Mitteilung. Gleichwohl seien ihnen mit dem Verlust des Foyers als Ausstellungsraum aber die „kreativen Hände gebunden“. Vor allem fehle dem Verein so eine „Sicherheit, Beständigkeit und Verlässlichkeit“, wenn es darum gehe, Künstler/innen verlässliche Ausstellungsdaten zu geben.

„Wir tun uns schwer, eine befriedigende Lösung zu finden“, räumte Kulturdezernent Frank Gründken auf Nachfrage ein, dass hier eine „zündende Idee“ fehle. Der Wegfall von Ratssaal und Caféteria als Sitzungszimmer mache das Ausweichen in den Sitzungssaal im Erdgeschoss notwendig. Dabei kämen mehrere Probleme zusammen, denn ein ständiger Auf-und Abbau brächte viel Aufwand mit sich und für das Kolpinghaus als Sitzungssaal müsse man zahlen, erklärte er das Dilemma. Es gebe zur Zeit keinen adäquaten Ersatz, bedauerte er.

Beim Kunstverein Werne hofft man man indes, dass die „Kunst weg – Kunstweg-Aktion“ vielleicht doch noch die Chance auf eine Interimslösung – vielleicht in einem der Leerstände in der Stadt – eröffnet. Man könne eine Vereinbarung mit einem Vermieter eingehen und im Bedarfsfall die Räumlichkeiten auch kurzfristig wieder räumen, erklärte Hubertus Waterhues. Eine Ausstellung in ansonsten ungenutzten Räume könne ja auch durchaus einen Werbeeffekt zugunsten der Räumlichkeiten bieten und so vielleicht zu einer dann dauerhaften Vermietung führen, meinte er.

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