Freitag, Mai 24, 2024

Lilith-Saxophon-Quartett interpretierte lautmalerisch

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Werne. Unterwegs in Zeit und Raum, so wollten die vier Musikerinnen des Lilith-Saxophon-Quartetts ihr Programm verstanden wissen. Und genau so führten sie es am Sonntagnachmittag auf Einladung der Stiftung Musica Sacra Westfalica auch auf: anschaulich und abwechslungsreich. Das Ensemble ist in Werne bekannt. 150 Zuhörerinnen und Zuhörern kamen zu dem Konzert in die St. Christophorus-Kirche.

„Wir sind jetzt zum dritten Mal in der Stadt und kommen gern noch ein viertes Mal“, sagte Ilona Haberkamp. Sie spielte nicht nur das Sopran-Saxophon, sondern führte auch durch das Programm. Das ging weder streng chronologisch noch geografisch vor, sondern lotete vor allem die Ausdrucksstärke der vier Stimmlagen des Saxophons aus: Alt, gespielt von Karin Hatzel, Tenor, gespielt von Nikola Seegers und Bariton, gespielt von Catrin Groth. Nicht alle Stücke waren ursprünglich für Saxophon geschrieben worden. Immerhin ist das Instrument noch verhältnismäßig jung, wurde es doch vor nicht einmal 200 Jahren von dem Belgier Adolphe Sax erfunden. „Dieses Instrument kann aber sehr gut in verschiedene Stile schlüpfen“, erklärte Haberkamp.

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Diese Wandlungsfähigkeit demonstrierte das Ensemble gleich zu Beginn mit zwei völlig unterschiedlichen Fugen – der Canzona von Bach, komponiert für Orgel, und einer Tangofuge von Astor Piazzolla. Im Unterschied zum würdevollen Schreitmotiv des barocken Stücks rotierte der Tango auf dem klanglichen Parkett. Die vier Saxophonistinnen intonierten die schnellen Läufe mit geläufiger Fingerfertigkeit, geschmeidig konstruierte Melodiebögen und akzentuiertes Staccato wetteiferten miteinander.

Das „Andante et Scherzo“ von Pierre Lantier – eine Originalkomposition für Saxophon – wurde im ersten Teil klassisch ausformuliert, in einem ruhig dahin strömender Fluss, in den der Komponist ab und an ein paar Störelemente eingefügt hatte. Das Bariton-Saxophon schuf ein mächtiges Fundament, Alt- und Tenor einen tragenden, ausgewogenen Mittelbau, auf den das Sopran-Saxophon feine Spitzlichter setzte. Das Scherzo wurde von leichter Hand spritzig interpretiert. Mit sattem romantischem Klang legte das Quartett zwei Sätze aus Griegs Klaviersuite „Aus Holbergs Zeiten“ an, die Sarabande (Andante) und die Gavotte (Allegretto). Die erstere ließ die Melancholie des Nordens, die Weite der skandinavischen Landschaft spüren. Die Gavotte erschien wie auf einem launigen Sommerfest, zu einem mitreißendem Rhythmus tanzend.

Mehr als 150 Besucher hörten am Sonntag das Konzert des Lilith-Saxophon-Quartetts in der Konzertreihe der Stiftung Musica Sacra Westfalica in der Christophorus-Kirche. Foto: Schwarze
Mehr als 150 Besucher hörten am Sonntag das Konzert des Lilith-Saxophon-Quartetts in der Konzertreihe der Stiftung Musica Sacra Westfalica in der Christophorus-Kirche. Foto: Schwarze

Ebenso lautmalerisch interpretierte das Lilith-Quartett „Clair de Lune“ aus Debussys Klavierstück „Suite bergamasque“ und zwei Sätze aus der Suite „Sud America“ für vier Saxophone von Lino Florenzo. Den „Mondschimmer“ ließen die Musikerinnen über einem malerischen Crescendo aufleuchten, beim Cha-Cha-Cha bewiesen sie einmal mehr die tänzerische Agilität ihrer Instrumente, ließen die schleifenden Schritte, die kleinen Hüpfer und lasziven Hüftbewegungen durchklingen. Umso größer war der Gegensatz zum Lento aus der südamerikanischen Suite. Hier durfte sich das Publikum wie auf einem schwankenden Kamelrücken fühlen: Zum wiegenden Rhythmus gesellte sich auf der anderen Seite die lautmalerische Imitation trottender Schritte. Die Zuhörerinnen und Zuhörer unterhielten sich prächtig. msw

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