Werne. Ein Konzert, das berühren, informieren und Menschen sichtbar machen möchte, die im Alltag oft kaum noch sichtbar sind: Am Sonntag, 18. Oktober 2026, um 17 Uhr findet in der St. Christophorus-Kirche in Werne das Benefizkonzert „Musik, die Hoffnung gibt“ für Menschen mit ME/CFS statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Im Mittelpunkt des Abends steht die Musik des international bekannten britischen Komponisten John Rutter. Seine Werke wurden nicht zufällig gewählt: Rutter erkrankte selbst an ME und litt nach eigenen Angaben sieben Jahre unter der Erkrankung. Später brachte er seine Erfahrung mit einem ebenso kurzen wie eindringlichen Satz auf den Punkt: „M.E. is real. I know, I had it for seven years.“
Das Publikum erwartet deshalb kein gewöhnliches Chorkonzert. Musik, persönliche Erfahrungen und Informationen über ME/CFS werden zu einem gemeinsamen dramaturgischen Bogen verbunden.
Zu hören sind einige der beliebten Anthems von John Rutter, darunter „All Things Bright and Beautiful“, „For the Beauty of the Earth“, „Look at the World“, „A Clare Benediction“. Ergänzt werden sie durch Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, César Franck, Jacques Arcadelt, Eduard Grell, Bernhard Klein und John Wilson. Zu den musikalischen Höhepunkten gehören Mozarts „Ave verum corpus“ und „Laudate Dominum“ sowie Francks „Panis Angelicus“.
Die Werke werden dabei nicht einfach nacheinander aufgeführt, sondern thematisch miteinander verbunden. Der musikalische Weg führt von Schöpfung, Lebensfreude und Dankbarkeit über Krankheit und den Verlust von Teilhabe hin zu Trost, Hoffnung und Frieden.
Zwei kurze Videos von jeweils etwa drei bis vier Minuten geben Einblicke in ME/CFS und die Lebenswirklichkeit der Erkrankten. Einen besonders persönlichen Moment des Abends gestaltet eine Betroffene. Sie berichtet davon, was es bedeutet, mit ME/CFS zu leben.
Gerade diese Verbindung soll deutlich machen, was hinter einer Erkrankung steht, von der 650.000 Menschen in Deutschland betroffen sind und die Außenstehende häufig kaum wahrnehmen können. Charakteristisch für ME/CFS, das eine Folge einer Corona-Infektion sein kann, ist unter anderem die sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM): Schon geringe körperliche, geistige oder emotionale Belastungen können eine erhebliche, oft zeitverzögert auftretende Verschlechterung auslösen. Schwer Erkrankte können so stark eingeschränkt sein, dass selbst Gespräche, Licht, Geräusche oder die tägliche Körperpflege zur Belastung werden.
Das Konzert möchte deshalb nicht nur informieren. Es möchte denjenigen eine Stimme geben, die wegen ihrer Erkrankung häufig nicht selbst an Veranstaltungen teilnehmen und für die Öffentlichkeit unsichtbar bleiben.
Die Gesamtleitung des Konzerts liegt bei Dr. Hans-Joachim Wensing. Es singt Vocapella, am Klavier begleitet Claudius Stevens. Als Sopranistin wirkt Dagmar Wensing mit. Dr. Gabriele Angenendt führt durch den Abend.
Der Abend soll trotz des ernsten Anliegens vor allem eines vermitteln: Hoffnung. Entsprechend soll auch die Musik das letzte Wort haben.
„Musik, die Hoffnung gibt“ findet am Sonntag, 18. Oktober 2026, um 17 Uhr in St. Christophorus in Werne statt. Der Eintritt ist frei. Spenden zugunsten von Menschen mit ME/CFS sind ausdrücklich willkommen.




















