Werne. Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Christophorus-Kirche beim Neujahrskonzert 2026 unter dem Motto „Gott loben, das ist unser Amt“. Schnell wurde deutlich: Der Abend war mehr als ein musikalischer Jahresauftakt. Er geriet zu einem Fest des Glaubens, der Musik und der Gemeinschaft – und zu einer herzlichen Würdigung von Dr. Hans-Joachim Wensing, der seit 30 Jahren als Kantor das musikalische Leben der Gemeinde prägt.
Bereits in seiner Begrüßung bewies Pfarrdechant Jürgen Schäfer, dass Kirche auch Humor kann. Mit Blick auf den Jubilar stellte er trocken fest: „Du bist noch da, ich bin noch da, die Gemeinde ist noch da. Wer kann das von sich heutzutage noch behaupten.“ Der Satz sorgte für Gelächter – und brachte zugleich Beständigkeit und Verbundenheit auf den Punkt.
Der erste Konzertteil spannte einen eindrucksvollen Bogen geistlicher Musik aus mehreren Jahrhunderten. Chorwerke, Bläserklänge, Orgelmusik und Gemeindegesang fügten sich zu einem klanglich reichen Ganzen. Ensembles wie Verina, Vocapella und das Bläsercorps sowie zahlreiche Solistinnen und Solisten überzeugten mit musikalischer Präzision und spürbarer Freude am gemeinsamen Musizieren. Werke von Mozart, Vivaldi, Franck, Rutter und zeitgenössischen Komponisten wurden stimmig miteinander verbunden.

Ein besonderes Glanzlicht war die Darbietung von „L’amero“ von Wolfgang Amadeus Mozart. In der fein abgestimmten Verbindung von Violine und Sopran überzeugten Anemieke Corstens mit warmem, transparentem Geigenspiel und Dagmar Wensing mit klarer, ausdrucksvoller Stimme. Begleitet vom Jubilar am Klavier entstand ein Moment stiller musikalischer Intensität.
Im zweiten Teil des Abends wich die konzentrierte Andacht einem vergnügten Schmunzeln. Anlässlich des Dienstjubiläums war dem Programm von Weggefährten eine nicht-liturgische Mini-Oper hinzugefügt worden, liebevoll ironisch und mit deutlichem Augenzwinkern. Thematisiert wurde dabei augenzwinkernd ein bekanntes Problem der Chorlandschaft: der Mangel an Männerstimmen. Das Publikum war eingeladen mitzuspielen – und machte davon mit sichtlicher Freude Gebrauch.

Auch diesen Teil führte Pfarrdechant Schäfer humorvoll ein und zitierte Georg Christoph Lichtenberg: „Die Orgel an sich ist ungefährlich. Die eigentliche Gefahr geht vom Organisten aus.“ Mit Blick auf die volle Kirche ergänzte er schmunzelnd, diese Gefahr habe offenbar erneut viele Menschen angelockt.
Mit langanhaltendem, heiterem Applaus dankte das Publikum am Ende einem Kantor, der seit drei Jahrzehnten mit Fachlichkeit, Hingabe und Humor wirkt.






















