Mittwoch, April 24, 2024

„Werne neu verknüpft“ – Chance und Herausforderung

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Werne. Mit dem Projekt „Werne neu verknüpft“ sollen Hornebach und Münsterstraße besser mit der angrenzenden westlichen Innenstadt verbunden werden.

Dabei spiele die Umgestaltung der Münsterstraße eine wichtige Rolle, schilderte Michael Vieten von der Ingenieurgesellschaft Stolz (IGS) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung (ASPW), als er die Mitglieder über den Sachstand des weitreichenden Stadtentwicklungsprojektes informierte.

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Aber auch Herausforderungen bringen die Pläne mit sich, wurde in der Sitzung deutlich. So zum Beispiel der Wegfall von zahlreichen Parkplätzen entlang der Münsterstraße, die insbesondere zu Wernes jährlichem Großereignis Sim-Jü ins Gewicht fallen dürften. Auch eine Optimierung des Kreisverkehrs haben die Planer auf dem Schirm.

Der Bau der Ortsumgehung L518 habe ein deutliche Entlastung des Straßenzuges und seiner Kreuzungen gebracht, stellte Vieten fest und bezifferte die motorisierte Verkehrsbelastung mit einer moderaten Frequenz von 9.000 Kraftfahrzeugen innerhalb von 24 Stunden. Das ändere aber nichts daran, dass die Münsterstraße nach wie vor eine Trennwirkung entwickle.

Planungsziel: Grüne Nahmobilitätsachse

Verkehrsflächen abzwacken einerseits, Raum für eine grüne Nahmobilitätsachse schaffen andererseits – so lässt sich das Ziel der Planer auf eine Kurzformel bringen. Denn von dem Rückbau der Münsterstraße und dem Verzicht auf flächenintensive Ampelkreuzungen zugunsten sicherer Kreisverkehre sollen in dem Verkehrsraum künftig Kraftfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger ein auskömmliches Miteinander finden können.

Dabei habe man Politik, Bürgerschaft und andere Akteure frühzeitig eingebunden, verwies Michael Vieten im Ausschuss auf den Planungsworkshop am 29. Juni im Kolpingsaal mit rund 20 Teilnehmenden. Darin wurde eine Leitidee entwickelt.

Grafik: Büro IGS

Ausgangslage: Viel Platz für Kraftfahrzeuge

Aktuell haben die Kraftfahrzeuge den größten Anteil am Straßenquerschnitt von 15,50 Metern. Von der Steintorkreuzung in Richtung Kreisverkehr gesehen gibt es rechts einen zwei Meter breiten, rot markierten Radweg, links einen ebenso breiten kombinierten Geh- und Fußweg mit kleinem Grünstreifen (ein Meter) und dazwischen 10,50 Meter für Fahrbahn und Seitenstreifen.

Leitidee: Schmalere Fahrbahn, weniger Tempo, mehr Platz für Fuß- und Radverkehr

Die Fahrbahnbreite soll auf ein Minimum schmelzen, Fußgänger und Radfahrer getrennt unterwegs sein und die „schnelle Radachse“ auf der westlichen Seite durch Begrünung (drei Meter) vom motorisierten Verkehr abgeschirmt werden. Entlang der Horne ist ein Fußweg mit wassergebundener Decke angedacht. Zusätzlich sollen Querungshilfen den Straßenraum für Fuß- und Radverkehr durchlässiger machen. Demnach könnte der 15,50-Meter-Querschnitt künftig so aussehen: Fahrbahn (6,50 Meter), Begrünung (3 Meter), schnelle Radachse (4 Meter), Fußweg (2 Meter).

Grafik: Büro IGS

Herausforderungen und weiteres Vorgehen:

Der Kreisverkehr an der Münsterstraße/ Burgstraße ist unter anderem durch das dortige Brückenbauwerk eingeschränkt, so dass der Radverkehr über die Fahrbahn geführt wird. Hier gebe es Optimierungsbedarf, meinte Vieten. Auch sei zu prüfen, ob an der nördlichen Zufahrt des Kreisels noch eine Querungsmöglichkeit sowie ein ergänzender Gehweg an der westlichen Seite geschaffen werden solle. Im Bereich Nachtigallenweg könne man über eine weitere Querung nachdenken.

Eine ganze Reihe diskussionswürdiger Anmerkungen kamen aus den Fraktionen. Wilhelm Jasperneite (CDU) sah den Wegfall der Parkplätze entlang der Münsterstraße kritisch, zumal bisher zu Sim-Jü die Besucher der Kirmes beidseitig ihre Autos abstellen konnten. Skeptisch bewertete auch Adelheid Hausschopp-Francke, sachkundige Bürgerin der SPD, den Verzicht auf den Parkraum in Nähe der Freiherr-vom-Stein-Berufsschule. Die Schüler/innen kommen aus dem Kreis Unna und können die Berufsschule kaum mit anderen Verkehrsmitteln erreichen, gab sie sinngemäß zu bedenken und befürchtete, dass der Parksuchverkehr dann zum Problem werde.

An den Wunsch der Freiwilligen Feuerwehr, eine gesicherte Ausfahrt von ihrem Standort auf die Münsterstraße zu bekommen, erinnerte Klaus Schlüter (Bündnis 90/Die Grünen). In der Sache einte die Runde der Beratungsbedarf in alle Fraktionen. Man brauche Zeit, sich mit dem Konzept auseinanderzusetzen, betonte Jasperneite.

Adrian Kersting, Abteilungsleiter Straßen und Verkehr sicherte zu, für die Beratungen die Pläne als Grundlage vorzulegen. „Das ist eine einmalige Chance zur Veränderung“, sagte er mit Blick auf das mit öffentlichen Mitteln geförderte Projekt. Die Gesamtmaßnahme „Kommunaler Straßenbau“ sei mit einer Quote von mindestens 70 Prozent förderfähig, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage.

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