Dienstag, Januar 6, 2026

Kinder- und Jugendparlament: „Zaghaftigkeit“ und „Querstellen“

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Werne. Die Schaffung eines Jugend- und Kinderparlaments wurde in der vergangenen Jugendhilfe-Ausschuss-Sitzung auf die lange Bank geschoben. Damit wollen sich Antragsteller Bündnis 90/Die Grünen und die FDP-Fraktion nicht zufrieden geben.

„Die Bildung eines Jugendparlaments in Werne ist das Ziel von Bündnis 90/Die Grünen. Während in vielen Kommunen dieser Weg der Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen mit Hilfe parteiübergreifender Mehrheiten erfolgreich eingeschlagen wurde, blockierten hier in Werne die Vertreter von CDU und mehrheitlich auch die der SPD im Jugendhilfeausschuss dieses Vorhaben“, schreibt Grünen-Ratsmitglied Dr. Eberhard Stroben in einer Medienmitteilung.

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In der vorherigen Diskussion seien fadenscheinige Argumente angeführt, die mögliche Probleme mit den Jugendparlamentariern beschrieben, statt die enorme Bedeutung des Erlebens politischer Arbeit in den Vordergrund zu stellen, heißt es weiter.

„Natürlich wissen wir nicht, was junge Menschen wollen, wenn wir von ihrer Partizipation sprechen“, so Eberhard Stroben, „aber das wird sich mittelfristig finden, wenn man den Mut hat mit einem festen und somit sichtbaren Gremium, in welchem diese Meinungsfindung stattfinden kann, anzufangen.“ Die gesammelten Erfahrungen in anderen Kommunen würden zeigen, dass Probleme umgangen oder gelöst werden könnten.

„Das Kinderjugendhilfegesetz fordert von uns die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen“, so der Ausschussvorsitzende Benedikt Striepens, der die Bildung eines Jugendparlaments als Weg gegen die steigende Politikverdrossenheit in der Gesellschaft sieht. Zaghaftigkeit mache leider nichts besser.

Auch FDP Werne äußert Unverständnis

“Und wieder einmal endet die Debatte in der Gründung eines interfraktionellen Arbeitskreises, der am Ende im Sande verläuft”, befürchtet die Fraktionsvorsitzende Claudia Lange mit Blick auf die Entscheidung im Jugendhilfe-Ausschuss.

“Echte Partizipation und aktive Beteiligung an demokratischen Prozessen braucht ein entsprechendes Gremium. Ich verstehe nicht, warum man sich in Werne einem Kinder- und Jugendparlament gegenüber so querstellt”, zeigt sich Lange verärgert.

Bereits im März 2006 hätte die FDP einen Antrag auf Einrichtung eines Jugendparlamentes gestellt. Auch damals sei das Ganze in einen Arbeitskreis verwiesen worden, der ab Herbst 2006 tagen sollte. Ab 2007 sollte es dann in Werne konkrete Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche geben. Aus dem Arbeitskreis sei damals ein Konzept zur Partizipation entstanden, das jedoch ausschließlich die Gründung des Stadtverbandes der Schülervertretungen zur Folge gehabt habe.

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