Wohnwerk folgt Holzwerk: Mehrheit im Ausschuss für Wohnquartier

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Werne. Der Holzfachmarkt Höttcke an der Lippestraße soll sich wie berichtet vom Holzwerk zum Wohnwerk wandeln. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung (ASPW) hat in seiner Sitzung am Dienstag (25. Januar 2022) mit der Aufstellung des Bebauungsplanes „4 K – Wohnquartier östlich Lippestraße“ mehrheitlich die Weichen gestellt.

Teil 2 des Beschlusses war die Änderung der Flächennutzungsplanes (FNP). Die Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung „Baumarkt“ soll Wohnbaufläche werden. Im Flächentausch, so Teil 3 des Beschlusses, wird eine südlich der Horster Straße dargestellte Wohnbaufläche künftig wieder zur landwirtschaftliche Fläche.

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Hintergrund: Das Unternehmen Höttcke Holz wird seine Firmenanlagen am Standort an der Butenlandwehr zusammenführen. Anstelle des Fachmarktes an der Lippestraße will der Eigentümer auf rund 7.400 Quadratmetern ein Wohnquartier mit Mehrfamilienhäuser und Reihenhäusern cirka 44 Wohneinheiten in unterschiedlichen Größen entwickeln. 30 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert sein.

Über diese Pläne hinaus soll laut städtebaulichem Konzept der gesamte Komplex zwischen Stockumer Straße und der Ecke Lippestraße/Hansaring künftig neu geordnet werden. Der aufgegebene Standort des ehemaligen Fleischerei-Betriebes wie auch die angrenzenden Flächen wolle man nachträglich in das Konzept einbeziehen.

Das Unternehmen Höttcke Holz wird seine Firmenanlagen am Standort an der Butenlandwehr zusammenführen. Foto: Wagner

Exakt an diesem Punkt setzte ein Antrag der CDU-Fraktion an. „Gewerbefläche jetzt in Wohnfläche umzuwandeln, ist nicht zielführend“, argumentierte Markus Rusche mit Blick auf knappe Gewerbeflächen in der Stadt. Vielmehr solle zuvor man die Nutzung der Gesamtfläche betrachten. „Wir müssen innehalten und schlauer werden“, forderte auch CDU-Fraktionschef Wilhelm Jasperneite eine Gesamtbetrachtung. Ohne neue Arbeitsplätze könne man nicht neue Wohnbebauung schaffen. „Das ist zu kurz gesprungen, jetzt erst mal Stopp.“ Das Thema könne man zunächst interfraktionell beraten, riet er. Im Dezember 2021 habe es eine Zeitenwende gegeben, spielte er auf den Ausgang des Bürgerentscheids gegen das Industriegebiet an.

Adelheid Hauschopp-Francke, sachkundige Bürgerin der SPD, stimmte den CDU-Argumenten zwar teilweise zu, legte ihre Priorität aber eindeutig auf den Wohnungsbau. „Wir haben Druck“, meinte sie angesichts der starken Nachfrage nach Wohnraum. Man brauche junge Leute, da könne man nicht jahrelang warten.

Für die Liberalen sah es Artur Reichert ähnlich. „Die Preise explodieren, wir brauchen dringend Wohnbauflächen. Das ist ein Frage der Abwägung, eigentlich brauchen wir beides“, signalisierte er die Zustimmung der FDP zum Beschluss.

Ulrich Höltmann (SPD), der die erkrankte Vorsitzende Uta Leisentritt (CDU) vertrat, hakte bei Dezernent Ralf Bülte nach und erkundigte sich nach Möglichkeiten, Flächen im Regionalplan umzuwandeln. Es laufe gerade die 2. Beteiligung zum Regionalplan, so Bülte. Längerfristig werde es neue Bedarfsberechnungen geben, man sei mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) im Gespräch.

„Man kann beide Gebiete nicht in einen Topf werfen“, betonte Christoph Schade (Bündnis 90/Die Grünen) und verwahrte sich gegen den Eindruck, den Gegnern des Industriegebietes den Schwarzen Peter zuzuschieben. Er stimmte dem Wohnbau an der Lippestraße zu.

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