Dienstag, Januar 13, 2026

Führungswechsel beim SPD-Ortsverein: Siegfried Scholz hört auf

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Werne. Der Vater war Bergmann, die (politische) Erziehung dadurch automatisch sozialdemokratisch geprägt. Zur Partei kam Siegfried Scholz (69) allerdings doch relativ spät. 2009 trat er den Sozialdemokraten bei – nach der Schlappe bei den Bundestagswahlen.

Nach fast zwölf Jahren im Amt als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Werne wird Siegfried Scholz auf der Mitgliederversammlung am kommenden Montag (9. Oktober 2023) nicht erneut kandidieren. „Es wird Zeit für einen Generationswechsel. Ich gehe selbstbestimmt – auch wenn es mir nicht leicht fällt“, sagt der 69-Jährige im Gespräch mit WERNEplus.

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Die Entscheidung sei seinen Parteifreunden bereits seit längerem bekannt. Ein bewährter Kandidat für die Nachfolge wurde bereits gefunden. Dieser stellt sich am Montag zur Wahl.

2000 war der in Bockum-Hövel geborene IT-Referent der Liebe wegen aus Münster nach Werne gezogen. Nachdem die SPD die Bundestagswahl 2009 krachend verloren hatte, entschied er sich, in die Partei einzutreten. Nur drei Jahre später folgte die Wahl zum Chef der Sozialdemokratie in der Lippestadt. Mehrfach ließ er sich danach zur Wiederwahl aufstellen

Scholz blickt auf bewegte Zeiten und zahlreiche aufregende Sitzungen zurück. In seine Amtszeit fielen gravierende lokalpolitische Ereignisse. Der noch amtierende Vorsitzende erinnert beispielsweise an die Insolvenz des Solebades und den damit verbundenen Streit mit der Gewerkschaft ver.di. Auf Bundesebene blieben ihm die langwierigen Diskussionen innerhalb seiner Partei mit der anschließenden Mitgliederabstimmung zur Großen Koalition 2018 im Gedächtnis. „Es waren zwölf Jahre, die mich als Mensch sehr geprägt haben und in denen ich viel im Umgang mit meinen Mitmenschen gelernt habe“, sagt Siegfried Scholz, der Willy Brandt und Helmut Schmidt zu seinen Vorbildern zählt.

Siegfried Scholz, hier mit dem Landtagsabgeordneten Rainer Schmeltzer, bei einer der zahlreichen SPD-Sitzungen. Archivfoto: Wagner

Zwei Kommunalwahlen waren in dieser Zeit zu managen, 2014 und 2020. „Eine echte Herausforderung“, stellt Scholz fest, die verbunden war mit vielen spannenden Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt an den Wahlkampfständen. In dieser Zeit übernahm er auch die Initiative, die Arbeit der heimischen Partei und Fraktion in den Sozialen Medien zu präsentieren.

Und mit politischen Größen der Sozialdemkratie aus Land und Bund kam er oft ins Gespräch. Gern denkt Scholz zurück an Treffen mit Hannelore Kraft, Martin Schulz, Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück, Svenja Schulze und Franz Müntefering. Dieser kam auf Einladung von Scholz zu einer Jubilarehrung. „Das war ein unvergessener Abend“, erzählt der scheidende Vorsitzende.

Im Stadtrat und in den Fachausschüssen ist Scholz seit 2014 vertreten. Archivfoto: Wagner

Am Mittwoch traf Siegfried Scholz dann die Parteivorsitzende Saskia Esken im Rahmen der Veranstaltung „Das rote Sofa“ der SPD Unna. „Ein schöner Abschluss meiner vielen politischen Begegnungen“, so der Genosse.

Nach dem bewährten Motto „Niemals geht man so ganz“ verspricht Siegfried Scholz, dem Ortsverein weiter verbunden zu bleiben und stets als Ratgeber zur Verfügung zu stehen. „Es war mir eine Ehre, mich für die SPD in Werne als Vorsitzender zu engagieren und ich danke allen, die mich all die Jahre dabei unterstützt haben“, betont Scholz, der sein Ratsmandat (seit 2014) bis zum Ablauf der Legislaturperiode 2025 behalten wird. „Danach werden die Karten neu gemischt.“ Mit dieser Aussage deutet er auch in der Fraktion mittelfristig einen Generationswechsel an.

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