Donnerstag, Juni 20, 2024

„Synagogengasse“ statt „Kroes-Passage“ – Entscheidung vertagt

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Werne. Mit Straßenbennungen einen Beitrag zur jüdischen Erinnerungskultur in Werne zu leisten, regen die Grünen an. Erster Schritt soll die Umbenennung der „Kroes-Passage“ in „Synagogengasse“ sein. Im Kulturausschuss wurde diskutiert, die Entscheidung aber an ein anderes Gremium weitergeleitet.

Josef Börste (Bündnis 90/Die Grünen) begründete den Antrag seiner Fraktion vor den Ausschussmitgliedern, die Gasse zwischen Markt und Bonenstraße, bei vielen Menschen als „Kroes-Passage“ bekannt, umzubenennen.

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Für die Stadtverwaltung machte Norbert Hölscher darauf aufmerksam, dass sich sowohl das Gebäude als auch ein Stück Weg davor in privatem Besitz befinden würden und nicht im öffentlichen Raum. „Wir halten aber Rücksprache mit der Immobiliengesellschaft und sollten die Sache dann im ‚Arbeitskreis Straßennamen‘ besprechen.“

Börste drängte auf eine zeitnahe Umsetzung: „Das muss auf die ‚To-Do-Liste‘, sonst geht es wieder verloren. Denn seit den 80er-Jahren diskutieren wir über den Beitrag der Stadt zur jüdischen Erinnerungskultur.“

Kay Hirschhäuser, sachkundiger Bürger, brachte alternative Namen ins Gespräch, beispielsweise „Marktpassage zur Synagoge“ oder „Synagogenpatt“, da das Wort „Gasse“ für jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger negativ besetzt sei.

Ausschussvorsitzender Wilhelm Jasperneite (CDU) fasste zusammen: „Die Vorschläge von Kay Hirschhäuser werden mitaufgenommen, mit dem weiteren Fortgang befasst sich der eigens dafür gegründete Arbeitskreis. Ein Termin wird zeitnah abgestimmt.“

Außerdem forderten die Grünen die Stadtverwaltung dazu auf, künftig an geeigneter Stelle Straßen nach ehemaligen jüdischen Werner Bürger/innen oder Familien zu benennen. Hier brachte Norbert Hölscher das neue Baugebiet Bellingholz-Süd ins Gespräch, wo vier Straßennamen zu vergeben seien. Auch hier wird der „Arbeitskreis Straßennamen“ tätig werden, einigten sich die Ausschussmitglieder.

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