Werne/Kreis Unna. Für Kritik hat die Einführung des neuen Nahverkehrsplans des Kreises Unna gesorgt. Seit Ende Mai sind neue Routen am Start. Viele Busse der VKU fahren zu neuen Zeiten, zudem werden einige bisherige Haltestellen nicht mehr bedient. Die VKU hatte bis Ende Juli im Internet ein Feedback‑Formular eingerichtet, in dem Hinweise, Anregungen oder Kritik zum komplett geänderten Nahverkehrsplan eingereicht werden konnten.
„Uns haben über das Feedbackformular und weitere Kommunikationskanäle rund 900 Rückmeldungen zum neuen Fahrplan erreicht“, erklärt Sabine Schröder von der Pressestelle der VKU auf Anfrage. Dabei sei zu berücksichtigen, dass in dieser Zahl auch Mehrfachmeldungen enthalten seien.
„Vor dem Hintergrund von täglich rund 35.620 beförderten Fahrgästen durch die VKU, ist die Zahl von rund 900 Rückmeldungen über einen Zeitraum von mehr als zwei Monaten entsprechend einzuordnen“, so Sabine Schröder.
Unterschiedliche Rückmeldungen
Der VKU sei bewusst gewesen, dass ein Fahrplanwechsel, mit neuen Linienführungen und Linienbezeichnungen, zusätzlichen beziehungsweise veränderten Haltestellen sowie angepassten Taktungen immer mit einer größeren Umstellung verbunden sei. „Wie bei jeder umfassenden Veränderung gibt es aber einzelne Anpassungen, die von den Betroffenen unterschiedlich bewertet werden. Entsprechend vielfältig sind auch die eingegangenen Rückmeldungen“, so die VKU-Sprecherin.
Kritik äußerten in den Sozialen Medien unter anderem Menschen, die wegen geänderter Fahrzeiten nicht mehr pünktlich zur Arbeit kommen, oder bei denen die nächstgelegene Haltestelle nicht mehr bedient wird. Eltern bedauerten, dass Kinder teils zu spät zum Unterricht kommen, oder aber diesen noch vor Beendigung der regulären Schulzeit verlassen müssen, um nicht eine knappe Stunde lang auf den Bus warten zu müssen.

„Die öffentliche Diskussion, auch in den sozialen Medien, war in den vergangenen Wochen stark von einzelnen, individuell empfundenen Veränderungen und Verschlechterungen geprägt. Diese Rückmeldungen sind uns mitunter wichtig und fließen in unsere Bewertung ein“, bekräftigt die Sprecherin, die gleichzeitig einmal mehr unterstreicht, dass es wichtig sei, das Gesamtbild des neuen Fahrplans in den Blick zu nehmen.
Ausgeweitetes Angebot am Abend
So verfüge der Kreis Unna mit dem neuen Fahrplan insgesamt über ein deutlich leistungsstärkeres Liniennetz – mit dem Ergebnis, dass viele Fahrgäste von verbesserten Verbindungen profitierten. Ebenso werde das ausgeweitete Angebot am Wochenende und in den Abend- und Spätstunden von vielen Fahrgästen bereits genutzt.
Bis auf eine Ausnahme ist zeitnah nicht mit Anpassungen des Plans zu rechnen. Die Auswertung der Fahrgasthinweise liefere Ansatzpunkte für eine weitere Optimierung des Verkehrsnetzes, so die VKU. Die daraus abgeleiteten möglichen Maßnahmen werden im Anschluss von der VKU betrieblich bewertet und mit dem Kreis Unna abgestimmt.
„Das Ergebnis wird dem Kreistag zum Jahresende als Beschlussvorlage zur Beratung und Entscheidung vorgelegt, denn Änderungen am bestehenden Nahverkehrsplan beziehungsweise am Fahrplanangebot können nicht allein durch die VKU beschlossen werden. Insbesondere wenn Anpassungen mit Mehrkosten verbunden sind, müssen diese zunächst mit dem Kreis als Aufgabenträger sowie den betroffenen Kommunen abgestimmt werden“, schildert die VKU-Sprecherin.
Anpassung für Schulbusverkehr
Die einzige Ausnahme bei möglichen Veränderungen stellt der Transport von Kindern und Jugendlichen zur Schule dar: „Schulbedingte Anpassungen sind durch uns möglich und werden derzeit geplant und sukzessive umgesetzt“, so Sabine Schröder.





















