Werne. Die Freiwillige Feuerwehr Werne steht aktuell vor Schwierigkeiten bei den Rettungswegen. Das machte der neue Wehrleiter Tobias Tenk am Donnerstag (19. Februar 2026) im Ausschuss für Soziales, öffentliche Sicherheit und Ordnung deutlich.
Ein Punkt betrifft die Anfahrt von Einsatzkräften zur Stadtwache Mitte bei Alarmierungen, der andere die anstehende Sperrung der Stockumer Straße / Werner Straße (L844) unter der A1-Autobahnbrücke in Stockum.
Diese Sperrung im Zuge des Ausbaus der A1 wird, wie sich inzwischen herausstellte, länger dauern als geplant, nämlich vom 13. April bis zum 13. Juli. Das bestätigte Dr. Tobias Gehrke, Leiter des Kommunalbetriebs, auf Anfrage von WERNEplus. Unabhängig von der Dauer der Sperrung wollte Markus Rusche (CDU) im Ausschuss wissen, wie die Rettungswege zur Brede und zur Brachtstraße gewährleistet werden. „Der Löschzug Mitte würde die komplette Brede und die Brachtstraße absichern“, sagte Tenk. „Wenn in Stockum etwas sein sollte, können wir über die Horster Straße und den Kiwitzheidweg anfahren.“ Das sei mit einem „minimalen Zeitverzug“ verbunden. Die Straßen seien allerdings nur bedingt für die Anfahrt mit Großfahrzeugen geeignet. Als mögliche Maßnahme nannte Tenk ein beidseitiges Parkverbot auf der Horster Straße, um eine schnelle Durchfahrt im Notfall sicherzustellen.

Kritisch äußerte sich Tenk allerdings zur Informationslage. Die Feuerwehr sei über die Einzelheiten der Sperrung nicht rechtzeitig informiert worden. „Ich ärgere mich persönlich etwas darüber“, sagte er. Man habe gewusst, dass Maßnahme kommen. Aber erst vor drei Wochen habe er intern „über den Dorffunk“ erfahren, dass bereits etwas in Planung sei. „Dabei kommt so eine Sperrung ja nicht von heute auf morgen“, sagte Tenk. Dabei sei es nicht Aufgabe der Ehrenamtlichen, „das Rad zuerst zu erfinden.“ Zudem sei nicht nur die Feuerwehr, sondern auch der Rettungsdienst betroffen. In 90 Prozent der Fälle, so Tenk, laufe die Planung ja gut. Wenn aber Hilfsfristen im Notfall nicht eingehalten werden könnten, trage die Wehrführung die Verantwortung.
Rusche und Siegfried Scholz (SPD) griffen die Kritik auf. Scholz bat darum, als Antrag ins Protokoll aufzunehmen, wie Feuerwehr und Rettungsdienst frühzeitiger in die Verkehrsplanung bei Straßensperrungen einbezogen werden können. Rusche regte an, am 3. März im Bezirksausschuss über die Problematik zu sprechen, zusammen mit einem Vertreter der Wehr. „Die Position von Herrn Tenk ist für uns natürlich nachvollziehbar und wir befinden uns hierzu bereits im direkten Austausch“, sagte Tobias Gehrke auf Nachfrage von WERNEplus. „Die Kommunikation zu Maßnahmen dieser Art ist immer eine Herausforderung. Während der Planungsphase können sich sowohl Umfang als auch Zeitpunkt noch erheblich verändern.“
Als problematisch bezeichnete Tenk weiterhin – wie zuvor bereits sein Vorgänger Thomas Temmann – die Zufahrten zur Feuerwache in der Stadtmitte. Das beträfe vor allem Einsatzkräfte, die bei einer Alarmierung mit ihren privaten Pkws zur Wache fahren. „Bei einem Zugalarm fahren mindestens 30 Mal im Jahr mehr als 35 Autos in die Innenstadt“, rechnete Tenk vor. Ausgebremst würden die Feuerwehrleute durch die Verkehrssituation vor dem Stadthaus: Tempo-30-Zone, Menschen, die zu Stoßzeiten am Busbahnhof warten und Zebrastreifen überqueren. „Da wird es sportlich für unsere Einsatzkräfte, die Wache zu erreichen“, sagte Tenk. Normalerweise müsse es so sein, dass die Ausfahrt von Einsatzfahrzeugen und das Anrücken der Ehrenamtlichen komplett räumlich getrennt wäre.
Jörg Weber (CDU) schlug eine neue Hornebrücke vor, um die Anfahrtswege aus Nordwesten zu verkürzen. „Auf der anderen Seite könnte die Brücke beim ehemaligen Möbelhaus Tönnies-Reuter wegfallen.“ Sie sei nicht mehr „so erforderlich“, ihr Abriss könne die Umweltbilanz wieder ausgleichen. „Wenn es nach mir gehen würde, bräuchten wir sogar zwei Brücken“, entgegnete Tenk. „Aber wir können da nichts entscheiden, sondern nur Ideen und Tipps äußern.“






















