Lange Aufenthalte sorgen für Probleme am Wohnmobil-Stellplatz

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Werne. Die Verwaltung der Stadt Werne soll prüfen, wie die Situation der Wohnmobilstellplätze auf dem Parkplatz „Am Hagen“ verbessert werden kann. Das hat der Ausschuss für Soziales, öffentliche Sicherheit und Ordnung am Donnerstag (11. Juni 2026) einstimmig beschlossen.

SPD fordert höhere Gebühren und mehr Kontrollen

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Mit dem Beschluss folgte das Gremium einem Antrag der SPD-Fraktion. Vor allem die Zahl der Übernachtungen habe sich zum Problem entwickelt, wie Marita Funhoff ausführte. „Eine zu lange Verweildauer ist nicht in unserem Sinne, da es am Hagen keine Möglichkeit gibt, die Fäkalienkassetten zu entsorgen.“

Die fehlende Infrastruktur könne zu unsachgemäßer Entsorgung führen. Daher soll die Verwaltung die Einrichtung von Entsorgungsmöglichkeiten für Fäkalienkassetten prüfen. Die Fraktion schlug außerdem vor, die Gebühren für Wohnmobilstellplätze zu überdenken. Für Wohnmobile muss ein Tagesticket in Höhe von fünf Euro gezahlt werden. Das stehe, so Funhoff, in keinem Verhältnis zu den sonstigen Parkgebühren. In ihrem Antrag nannten die Sozialdemokraten eine Tagesgebühr von 12,50 Euro pro Wohnmobil. Die daraus erzielten Einnahmen könnten nach Angaben der Antragsteller für Entsorgungs- und weitere Infrastrukturmaßnahmen eingesetzt werden.

Die SPD regte eine bauliche oder optische Trennung zwischen regulären Pkw-Parkplätzen und den ausgewiesenen Wohnmobilstellplätzen an. Dies trage zur gegenseitigen Akzeptanz der jeweiligen Fahrzeugnutzer bei. Als mögliche Maßnahmen nannte die Fraktion Bodenmarkierungen oder mobile Trennelemente, die entfernt werden können, wenn der Hagen für die Sim-Jü-Kirmes genutzt werde.

Ein weiterer Punkt betrifft die Information und Kontrolle. Eine Hinweistafel soll Wohnmobilisten darüber informieren, wie lange welche Fahrzeuge zu welchem Preis auf dem Hagen stehen dürfen. Auf der Tafel soll auch stehen, welche Sanktionen bei Verstößen drohen. „Wir wünschen uns außerdem Kontrollen seitens der Stadt, damit die Stellplätze wirklich als Tagesplätze wahrgenommen werden“, sagte Marita Funhoff im Ausschuss.

Die SPD regte eine bauliche oder optische Trennung zwischen regulären Pkw-Parkplätzen und den ausgewiesenen Wohnmobilstellplätzen an.

Parken statt Campen

Zur Erörterung der Frage hatte Ordnungsdezernentin Stefanie Benting den Geschäftsführer bei Werne Marketing, Lars Werkmeister, hinzugezogen. Denn der Aufenthalt von Wohnmobilen fällt auch in den Bereich des Tourismus. „Beschwerden über die Situation auf dem Parkplatz haben auch die Touristinformation erreicht“, berichtete Werkmeister. Wohnmobilisten hätten unter anderem die Entsorgungssituation sowie zeitweise defekte Strom- und Wasserversorgung kritisiert. Grundsätzlich sei es schön, dass der Stellplatz gut angenommen und aufgrund seiner autobahnnahen Anbindung häufig als Zwischenstation genutzt werde. Auf der anderen Seite müssten Konflikte um Parkraum und mangelnde Sauberkeit vermieden werden.

Wie Werkmeister ausführte, gilt für den Stellplatz in Werne die in der nordrhein-westfälischen Camping- und Wochenendplatzverordnung formulierte Ausnahme: Ein kommunaler Wohnmobilstellplatz, der lediglich dem vorübergehenden Übernachten dient, wird ausdrücklich nicht als Campingplatz eingestuft. „Unser Ziel muss sein, dass die Fläche am Hagen weiterhin als Parkplatz wahrgenommen wird.“

Kommunalbetrieb prüft Entsorgung

In einem ersten Schritt will die Verwaltung eine Hausordnung erstellen, um die Verweildauer konkret zu regeln. „Wir machen in dem Fall also von unserem Hausrecht Gebrauch“, erklärte Werkmeister. Er halte eine Höchstdauer von zwei bis drei Übernachtungen für angemessen und im Sinne der Wirtschaftsförderung für sinnvoll. „In der Zeit haben die Wohnmobilisten die Möglichkeit, etwas Geld in der Stadt auszugeben.“ Über die Hausordnung könne auch „campingähnliches Verhalten“ – zum Beispiel Einzäunungen errichten und Hunde in der abgegrenzten Fläche laufen lassen – unterbunden werden. Eine Anpassung der Gebühren auf 12,50 Euro würde er mittragen. „Das gibt der Markt her.“ Die Entsorgung von Fäkalienkassetten sei auf dem Hagen bislang nicht erlaubt. „Der Kommunalbetrieb Werne prüft, was das kosten würde und welche Gebühren dafür anfallen müssen.“

Alle Parteien stimmten dem Antrag der SPD zu. Jörg Weber merkte an, dass seine Partei zusammen mit der FDP bereits 2018 einen Antrag zur Regelung der Wohnmobilstellplätze gestellt habe. „Wir begrüßen, dass die SPD unsere Idee aufgegriffen hat“, so Weber. Denn es bestehe dringender Handlungsbedarf.

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