Werne. Mit einer deutlichen Kampfansage an die AfD trat am Sonntag (29.03.2026) NRW-Innenminister Herbert Reul vor die Besucher des Frühlingsempfangs der CDU Werne. Der Konferenzraum im „Hotel am Kloster“ bot kaum Platz für die vielen Besucher.
Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Vertreter von Rettungsdiensten, Feuerwehr und THW, die der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Martin Cyperski als Vertreter des Ehrenamtes ausdrücklich begrüßte.
Der Minister verband seine Warnung vor der AfD mit einem Appell an die eigene Partei, die Sorgen und Probleme der Bürger ernst zu nehmen. Aus seiner Sicht komme es für die demokratischen Parteien der Mitte darauf an, das verloren gegangene Vertrauen der Bürger durch konsequente Politik Stück für Stück zurück zu erobern. Anhängern und Wählern der AfD riet der Politiker, einen Blick ins Geschichtsbuch zu werfen. Auch im Vorfeld der Nazi-Diktatur seien viele Menschen der Meinung gewesen, der demokratische Staat versage in vielen Politikfeldern.
Zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Lage in der Bundesrepublik zog der Christdemokrat eine ernüchternde Bilanz: „75 Prozent können mit dem demokratischen Rechtsstaat nichts anfangen.“ Es gelte deshalb, deren Vertrauen zurückzugewinnen. Reul warnte vor politischen Schnellschüssen und schwor die Werner Zuhörer auf einen langen und Geduld erfordernden Weg ein, um dieses Ziel zu erreichen.

Als ersten Schritt plädierte Reul dafür, die Probleme als Ursache für die Politikverdrossenheit ernst zu nehmen. Als Beispiel nannte der Minister die von Migranten verursachten Straftaten. Viele Bürger hätten die Auswirkungen der Clankriminalität vor Augen und könnten es nicht verstehen, wenn die Politik das nicht zur Kenntnis nähme.
Im gleichen Atemzug warnte das Regierungsmitglied ausdrücklich davor, alle Migranten oder Asylbewerber unter Generalverdacht zu stellen. Reul: „Nicht jeder Ausländer ist kriminell. Aber der Anteil der nichtdeutschen Straftäter in der Kriminalstatistik ist höher als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung.“ Insgesamt geht er von einer stabilen Sicherheitslage in NRW aus.






















