Samstag, Januar 10, 2026

AFG-Varianten: Diskussion auf gutem Weg – Workshop soll Impulse bringen

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Werne. Der Altbau des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) weist einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Auch der Raumbedarf hat sich erhöht. So kommt in Kürze eine wichtige Entscheidung auf die Schulgemeinde zu. Bei einem Workshop wird diese in den Prozess aktiv mit ein bezogen.

Nach einer Konkretisierung der resultierenden finanziellen Belastung erfolgte in der September-Sitzung des Betriebsausschusses eine politische Entscheidung. Diese sah vor, sowohl die Variante einer Sanierung auf einen Schlag („big bang“), als auch einen „Ersatzbau“/Neubau weiter zu verfolgen. Seitens des Kommunalbetriebes Werne (KBW) wurde die Machbarkeit beider Varianten weiter untersucht. „Nach bisherigem Erkenntnis- und Planungsstand sind beide Optionen aus bautechnischer Sicht umsetzbar“, schilderte KBW-Chef Dr. Tobias Gehrke in der Sitzung am 7. Januar 2026. An beiden hänge ein unterschiedlich großes Preisschild. Bereits im September stellte er die finanzielle Belastung gegenüber: rund 36 Millionen Euro für den „big bang“ mit ein bis zwei Jahren Unterbringung in Containern, 54 Millionen Euro für einen Neu- bzw. Ersatzbau.

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Zu einer möglichen Förderfähigkeit über das vom Bund beabsichtigte Sondervermögen könnten weiterhin keine finalen Aussagen getroffen werden, so Dr. Tobias Gehrke weiter. Rund 12,8 Millionen Euro sollen fließen. „Unser Ziel ist es, die gesamte Summe in dieses Projekt zu stecken. Ob das geht oder wir noch andere Vorhaben in Betracht ziehen müssen, werden wir sehen. Wir müssen gesetzeskonform handeln, um Rückforderungen zu vermeiden“, erläuterte Kämmerer Marco Schulze-Beckinghausen die bürokratischen Hemmnisse auf Nachfrage von Artur Reichert (FDP).

Ein Neu- oder Ersatzbau für das Anne-Frank-Gymnasium soll trotz der höheren finanziellen Belastung weiter geprüft werden. Quelle: KBW
Ein Neu- oder Ersatzbau für das Anne-Frank-Gymnasium ist eine der zwei Varianten. Quelle: KBW

Bei einem Workshop mit der Schulgemeinde (siehe unten) sollen Impulse mitgenommen und für die nächste Sitzung am 10. März aufbereitet werden – genauso, wenn sich in Sachen Fördertöpfe eine Konkretisierung ergibt. „Wir müssen dann eine Entscheidung treffen, wir können nicht beide Varianten noch länger weiterverfolgen. Die Verwaltung favorisiert die Sanierung, weil diese deutlich günstiger ist, aber ein qualitativ gleichwertiges Ergebnis liefert“, stellte Dr. Gehrke fest.

Eine modulare Bauweise wie beim „Berliner Modell“ brachten Philipp Gärtner (CDU) und Klaus Schlüter (Grüne) in die Diskussion ein. „Ja, das haben wir geprüft. Große Einsparungen sind nicht zu erwarten, maximal 10 bis 15 Prozent. Da dürfen wir uns keine Illusionen machen. Nachteil: Wenn Abweichungen von der Modelllösung gewünscht werden, zahlt man drauf“, sagte der KBW-Leiter.

Christoph Dammermann (FDP) bezeichnete die AFG-Zukunft als „wichtigstes Thema der Ratsperiode“ und forderte genau wie David Storksberger (Linke) die Einbindung der Schulgemeinde sowie des Schul- und Sportausschusses in den Entscheidungsprozess. Dem stimmte Dr. Tobias Gehrke zu, verwies auf den Workshop und die geplante gemeinsame Sitzung mit dem Schul- und Sportausschuss. „Schattendiskussionen“ sollten vermieden und nach dem Austausch die gewählte Variante dann stringent verfolgt werden. „Da sind wir auf einem guten Weg“, so der Chef des Kommunalbetriebs.

WORKSHOP

Um die Grundlage für eine politische Entscheidung weiter zu verbessern, soll das Meinungsbild der Schulgemeinschaft erfasst werden. Dieser Schritt ist im Rahmen eines Workshop-Formates mit Stadtverwaltung und Kommunalbetrieb geplant und soll am 19. Februar 2026 stattfinden. Ziel ist es, die Schulgemeinschaft mit großer Tiefe über die beiden verbliebenen Varianten zu informieren. Der Workshop soll hierzu in zwei Teilen stattfinden.

Im ersten Teil werden beide Varianten im Rahmen eines Frontalvortrages vorgestellt. Im zweiten Teil des Workshops erfolgt die Diskussion in Kleingruppen, um die Sichtweise der Schulgemeinschaft zu reflektieren. Der Teilnehmerkreis soll sich aus Vertreter/innen von Eltern, Lehrerschaft und Schüler/innen zusammensetzen. Die im Workshop generierten Gedanken, Anregungen und Ideen werden in einer Ergebnisliste festgehalten und im Anschluss an den Workshop durch die Stadtverwaltung und den Kommunalbetrieb kommentiert.

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