Donnerstag, März 12, 2026

Entscheidung zieht sich hin: Zukunft des AFG ist weiter ungewiss

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Werne. Neubau oder Sanierung auf einen Schlag? Über die Zukunft des Anne-Frank-Gymnasiums ist noch nicht endgültig entschieden worden. Im Betriebsausschuss des Kommunalbetriebs Werne (KBW) informierte Leiter Dr. Tobias Gehrke am vergangenen Dienstag (10.03.2026) über den Workshop mit der Schulgemeinschaft und die nächsten Schritte.

Nach Berechnungen der Stadt kostet die Sanierung 24,3 Millionen Euro, ein Neubau 39,3 Millionen Euro. Um eine fundierte Grundlage für den politischen Beschluss herzustellen, kauft die Verwaltung auch externe Expertise in Sachen „angemessene Wirtschaftlichkeitsbetrachtung“ und Förderkulisse ein. „Das halten wir für verhältnismäßig, um ein sauberes Bild zu erhalten. Wir haben zwar einen Blick auf die Fördertöpfe, stellen aber fest, dass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt“, erläuterte Gehrke vor dem politischen Gremium.

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Damit war die Debatte eröffnet. Christoph Dammermann (FDP) forderte einen klaren Zeitplan und die Einbeziehung des Schulausschusses, notfalls würden die Liberalen eine Sondersitzung beantragen. Zudem sei die Wirtschaftlichkeitsprüfung „gesetzlicher Standard“ und nichts „Aufregendes und Überraschendes“, bezog sich Dammermann auf einen frühere Ratsvorlage, die diese Anforderungen nicht erfüllt habe. Gehrke entgegnete, dass sich diese noch auf die Situation mit drei Varianten (die schrittweise Sanierung wurde frühzeitig ausgeschlossen, Anm. d. Red.) bezogen hätte. Und weiter: „Wir stehen gut da, haben valide Schätzungen. Aber was stellt sich der Fördergeber vor?“. Einen Zeitplan könne er nicht aufstellen, man habe aber kein Interesse, die Entscheidung auf die lange Bank zu schieben.

Auf die inhaltlichen Ergebnisse des Workshops ging der KBW-Chef im Ausschuss nicht ein, er bewertete die Diskussionen aber als positiv. Er habe viel Input aus der Schulgemeinschaft mitgenommen.

„Aus Sicht der Verwaltung hat der Workshop wichtige Fragestellung aufgeworfen, die aufbereitet und abgestimmt werden müssen. Hierbei geht es zum Beispiel um die genauen Containerbedarfe für Fachräume und die Raumbedarfsdeckung während der Prüfungsphasen. Beide Varianten können weiterhin als machbar betrachtet werden. Aus aktueller Sicht bleibt die Sanierung die Vorzugsvariante“, fasste Dr. Tobias Gehrke im Gespräch mit WERNEplus zusammen. Diese sei finanziell besser kalkulierbar.

AFG-Schulgemeinde: „Neubau ist keine Luxuslösung“

Wenig überraschend positionierte sich die gesamte AFG-Schulgemeinschaft eindeutig für einen Neubau. Dieses Votum sei kein Schnellschuss und kein politisches Manöver, sondern das Resultat einer mehrstündigen, sachorientierten Auseinandersetzung mit pädagogischen, organisatorischen und finanziellen Aspekten, heißt es auch auf der Website des städtischen Gymnasiums.

Die Schulgemeinschaft zweifelt die Sanierungsdauer von nur einem Jahr an. Eine Containerdorf habe keine vollwertigen Fachräume, was zu einem „massiven Qualitätsverlust“ führe. Und weiter: Ein mehrjähriger Ausnahmezustand in Containern würde nicht nur organisatorische Belastungen mit sich bringen, sondern die pädagogische Arbeit strukturell einschränken

Auch die Kostenfrage wird innerhalb der Schulgemeinschaft kritisch betrachtet. Dazu heißt es: „Eine Generalsanierung umfasst nicht nur die Ertüchtigung des Bestandsgebäudes, sondern auch einen notwendigen Anbau sowie die Einrichtung eines Containerdorfs für die Bauzeit. Hinzu kommen unkalkulierbare Risiken im Bestand, mögliche Bauzeitverlängerungen und Preissteigerungen. Unter diesen Bedingungen relativiert sich der vermeintliche Kostenvorteil einer Sanierung deutlich.“

Ein Neubau biete planbare Bauzeiten, moderne Fachräume, energetische Effizienz und flexible Raumkonzepte für die kommenden Jahrzehnte. Vor allem aber verhindere diese eine mehrjährige Phase des Provisoriums, die Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern gleichermaßen viel abverlangen würde. Ein Neubau sei keine Luxuslösung, sondern eine Investition in Qualität, Stabilität und Verlässlichkeit – und damit in die Bildungsbiografien kommender Generationen in Werne.

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