Werne. „Sanierung bzw. Neubau des Anne-Frank-Gymnasiums – Sachstand und Perspektive“ – diesen Punkt für den Stadtrat am vergangenen Mittwoch (14.10.2026) hatte die FDP-Fraktion auf die Tagesordnung setzen lassen. Doch zu einer Debatte kam es nicht.
Denn gleich zu Beginn der Sitzung beantragte Marita Funhoff (SPD), das AFG wieder von der Tagesordnung zu nehmen. Begründung: „Es gibt seit der letzten Sitzung des Schulausschusses keine neuen Erkenntnisse. Es ist sinnvoll, Fragen gemeinsam in einer Sondersitzung zu erklären.“ Sie schlug Donnerstag, 5. November, vor. Dieses Projekt, das man vor der Brust habe, sei „nicht ohne“ und müsse von allen getragen werden. „Es ist unsere Pflicht, eine vernünftige Schulausbildung unserer Kinder und Enkelkinder in einem vernünftigen Gebäude sicherzustellen. Das haben wir in Werne bisher immer getan“, warb die Sozialdemokratin um Unterstützung von den anderen Fraktionsbänken.
Martin Cyperski (CDU) folgte dem Vorschlag mit Hinweis auf den erst Ende September 2026 vorgestellten Schulentwicklungsplan. Er skizzierte den Prozess: „Raumprogramm, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, Entscheidung. Das ist ein klarer Weg, mit dem wir jetzt PS auf die Straße bringen“, so der Vorsitzende des Stadtverbandes der Christdemokraten.
Christoph Dammermann (FDP) zeigte sich überrascht von dem SPD-Antrag. „Dass das AFG wieder von der Tagesordnung gestrichen wird, kann von der Schulgemeinde nicht als gutes Signal verstanden werden. Es ist ja kein Beschlussvorschlag, wir wollen nur darüber sprechen. Und zu sagen, dass es keinen neuen Sachstand geben würde, ist eine Beleidigung für die Verwaltung, eine Unterstellung, dass diese nicht arbeiten würde. Wir waren neugierig auf neue Informationen nach drei Wochen“, fand der Liberale deutliche Worte in Richtung der anderen Parteien.
Schließlich stimmte der Stadtrat mehrheitlich für den SPD-Antrag, das AFG von der Tagesordnung zu streichen und stattdessen in einer Sondersitzung des Schul- und Sportausschusses zu behandeln. Christoph Dammermann, Claudia Lange und Artur Reichert (alle FDP) waren dagegen, Uta Leisentritt und Ferdinand Schulze Froning (beide CDU) enthielten sich.
Der Versuch Dammermanns, der Verwaltung unter „Mitteilung und Anfragen“ eine Antwort zur Frage nach dem AFG-Raumprogramm zu entlocken, wurde von Bürgermeister Lars Hübchen mit Hinweis auf den erfolgreichen Antrag der SPD-Fraktion abgeblockt.
Damit geht es mit der Zukunft des Anne-Frank-Gymnasiums erst in der Sondersitzung am 5. November weiter.


















