Freitag, März 6, 2026

Teuerungen erschweren Budgetplanung des Jugendamts

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Werne. Alles wird teurer, auch die Leistungen, die das Jugendamt Werne aufwenden muss, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Der verantwortliche Dezernent Frank Gründken verdeutlichte das am Mittwochabend (4. März 2026) im Jugendhilfeausschuss. Vor allem in den Bereichen Erziehungshilfe und Kindertagesbetreuung verzeichnet die Verwaltung erhebliche Kostensteigerungen.

Der Präsentation des Budgets durch die Mitarbeiter des Jugendamts schickte Dezernent Frank Gründken einige Worte vorweg. Das Jugendamt habe ursprünglich ein höheres Budget angemeldet, um der realen Kostensteigerung Rechnung zu tragen. „Wir haben dann in Abstimmung mit der Kämmerei Abstriche gemacht, um einen genehmigungsfähigen Haushalt nicht zu gefährden.“ Dies vor dem Hintergrund, dass die Kämmerei zugesichert habe, „das wir die Fortschreibungswerte aus dem Jahr 2025 im Ansatz haben“.

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Als Basis der Budgetansätze dienen also Zahlen, die 2025 nachweislich im Rahmen des Jahresabschlusses ausgegeben wurden. „Wir müssen jetzt schauen, wie wir mit dem Budget umgehen und eventuell übersteigende Ausgaben von anderer Seite her zu decken. Das ist eine hohe Verpflichtung.“ Gleichzeitig machte Gründken deutlich, dass die Stadt gegenüber Kindern und Jugendlichen in der Pflicht sei: „Wenn etwas notwendig ist, wird es in Werne nicht am Geld scheitern.“

Die Kosten für ambulante Hilfen zur Erziehung wurden für das Jahr 2025 auf etwa 1,55 Millionen Euro angesetzt, für 2026 auf fast 1,7 Millionen. Auch der Kostenansatz für die Aufwendungen für minderjährige Heimkinder steigt, von 2,2 Millionen Euro in 2025 auf 2,3 Millionen Euro in 2026. Bis 2029 wird ein Anstieg auf mehr als 2,55 Millionen Euro erwartet. „Grundsätzlich kann man sagen, dass die Hilfezahlen im ambulanten Bereich landesweit um rund 36 Prozent gestiegen sind“, sagte Jugendamtsleiter Maik Rolefs. „Im Jahr 2023 hatten wir 120 Hilfen, die rund 1,4 Millionen Euro gekostet haben. 2024 hatten wir 17 Hilfen mehr, die 1,7 Millionen gekostet haben.“ Im vergangenen Jahr seien es nur noch 124 Hilfen gewesen. Trotzdem habe der Kostenpunkt bei 1,8 Millionen Euro gelegen. „Vier Hilfen mehr gegenüber 2023 machen in zwei Jahren 400.000 Euro mehr. Das zeigt aber, wie teuer das Ganze geworden ist.“

Rolefs fügte hinzu, dass der gewachsene Bedarf im ambulanten Bereich auch damit zu tun habe, dass in Sachen Kinderschutz inzwischen genauer hingeschaut werde.

Kontinuierlich steigen auch die Aufwendungen für Vater-Mutter-Kind-Einrichtungen gemäß Paragraf 19 des Sozialgesetzbuches VIII (SGB). Hier weist die Budgetplanung des Jugendamts einen Anstieg von 418.789 Euro in 2025 auf 494.000 Euro in 2029 aus. „Pro Kind kalkulieren wir mit 10.000 Euro im Monat“, sagte Rolefs. Die meisten jungen Eltern, die dort untergebracht würden, hätten allerdings in der Regel mehr als ein Kind. „Es handele sich bei diesen Einrichtungen um eine hochschwellige Hilfe, sozusagen das letzte Mittel, bevor wir als Jugendamt aktiv in die Sorge eingreifen müssen.“ Der genannte Paragraf des SGB regelt gemeinsame Wohnformen für Alleinerziehende, die aufgrund ihrer Persönlichkeitsentwicklung besondere Hilfe bei der Erziehung von Kindern unter sechs Jahren benötigen.

Der Zuschuss an die Kindergartenträger stellt mit einer Steigerung von 13,5 Millionen Euro (2025) auf zu erwartende 14,46 Millionen Euro den größten Einzelposten dar. Hinzu kommen die freiwilligen städtischen Sonderzuschüsse für Kindertageseinrichtungen. Diese liegen konstant bei 850.000 bis 863.000 Euro pro Jahr. Demgegenüber rechnet die Stadt 2026 mit etwa 7,8 Millionen Euro an Zuweisungen und 2 Millionen Euro aus Elternbeiträgen. „Die freiwilligen Sonderzuschüsse kompensieren alles, was durch KiBiz-Zuweisungen nicht auskömmlich finanziert ist“, sagte Rolefs.

Für eine kleinere kreisangehörige Kommune wie Werne sei das „schon ein ordentlicher Schluck“. „Das müssen wir uns vor Augen führen, wenn wir die Debatte über Elternbeiträge führen“, so Rolefs weiter. Die Stadt müsse familienfreundlich bleiben, aber dem stünden nun einmal die Aufwendungen in Höhe von 13,5 Millionen Euro gegenüber.

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