„Kommunen am Limit“: Verwaltung macht finanzielle Not sichtbar

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Werne Die Stadt Werne beteiligte sich am Montag (22.06.2026) am bundesweiten Aktionstag, mit dem die Kommunen auf den drohenden finanziellen Kollaps aufmerksam machten. Aufgerufen hatten dazu der Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag. Das Motto der Aktion lautete „Kommunen am Limit“.

Mit der Protestaktion wurde auf die desolate Lage in den kommunalen Haushalten hingewiesen, die das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger massiv einzuschränken drohen. Dabei geht es nicht allein um Großprojekte, die wegen fehlender finanzieller Finanzmittel gestrichen werden. Für Werne bedeutet dies zum Beispiel, dass der weitere Innenstadt-Umbau im Rahmen des aufwändig gestalteten Regionale-Projektes „Werne neu verknüpft“ zu den Akten gelegt werden musste. Inzwischen stehen auch Angebote auf der Kippe, die Städte lebenswert machen – wie Schwimmbäder, Sportstätten, Spielplätze, öffentliche Veranstaltungen oder ganz simpel auch die Pflege von Wegen und Grünanlagen.

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„Städte, Landkreise und Gemeinden stecken in einer historischen Finanzkrise, haben sie aber nicht selbst verursacht. Sie haben immer mehr gesetzliche Pflichtaufgaben, die auch immer teurer werden. Das Problem: Bund und Länder legen die Aufgaben fest, sorgen aber nicht dauerhaft für ausreichende Finanzierung. Das Ergebnis: Das allermeiste Geld, das die Kommunen zur Verfügung haben, müssen sie für diese Pflichtaufgaben ausgeben. Für die so genannten freiwilligen Aufgaben, aber auch den laufenden Verwaltungsbetrieb, ist immer weniger Geld da“, heißt es wörtlich im Aufruf zur bundesweiten Aktion.

Die Kulisse für den Werner Protest hätte am Montagmorgen nicht besser gewählt werden können. Beschäftigte aus den verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung, vom Solebad über Stadtbücherei bis hin zu Ordnungsamt, Bauabteilung, Kämmerei, Rettungsdienst und Bauhof, versammelten sich auf dem Spielplatz am Moormannteich, wo ein Holz-Spielgerät eingerüstet ist, weil es morsch ist und vom Bauhof repariert werden muss. „Wenn nicht schnellstens etwas passiert, können wir solche Schäden nicht mehr beheben“, machte Bürgermeister Lars Hübchen deutlich. Er hatte seine Kolleginnen und Kollegen zu der Protestveranstaltung eingeladen. „Sie alle halten diese Stadt am Laufen. Doch ohne eine ausreichende Finanzierung gehen hier bald die Lichter aus“, sagte Hübchen.

Wie Werne würden bundesweit alle Städte und Gemeinden mit dem Problem leerer Kassen kämpfen, mit insgesamt 30 Milliarden Euro befinde sich das Defizit der Kommunen auf einem absoluten Rekordhoch. „Wenn das so weitergeht, werden wir das vor die Wand fahren“, appellierte Hübchen an Bund und Länder, für eine auskömmliche Finanzierung zu sorgen. Die Beschäftigten der Verwaltung seien immer mehr in die Erfüllung gesetzlicher Pflichtaufgaben eingebunden und hätten immer weniger Mittel, um die Stadt zu gestalten, so der Bürgermeister: „Wir müssen deutlich machen, dass wir keine Zeit mehr haben.“

Begleitet wird der Protest von einer Social-Media-Kampagne und Plakaten, die an den Eingängen der städtischen Einrichtungen hängen.

Hübchen sieht in der desolaten Situation auch einen Nährboden für die zunehmende Politikverdrossenheit: „Wenn die Menschen sehen, dass nichts passiert, dann verlieren sie das Vertrauen in die Politik.“

Begleitet wird der Protest von einer Social-Media-Kampagne und Plakaten, die an den Eingängen der städtischen Einrichtungen hängen. Fotomontagen zeigen, wie die Stadt sich verändert, wenn Bund und Länder nicht einschreiten. Es sind deutliche Bilder einer untergehenden Stadt: Am Alten Rathaus bröckelt die Fassade, Spielplätze sind abgesperrt und die Becken im Solebad sind leer und vergammeln. Szenarien, die durch den deutlichen Protest verhindert werden sollen.

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