Montag, Juni 24, 2024

Duell auf Augenhöhe: WSC muss im Spitzenspiel dem Gegner gratulieren

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Werne. Ganz, ganz nahe dran war der Werner SC 2000 im Spitzenspiel der Tischtennis-Bezirksliga, musste sich dem Tabellenführer aber geschlagen geben.

1. Bezirksliga 3: Werner SC 2000 – TuRa Bergkamen 6:9

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Es war ein äußerst spannendes, sehr schnelles und wahrlich raffiniertes Spiel zwischen zwei Teams auf Augenhöhe, ein Augenschmaus für den objektiven Tischtenniszuschauer, von denen einige aus beiden Städten zugegen waren. Und das obgleich der Gastgeber nicht nur auf Müller und Bieder verzichten musste, sondern auch noch kurzfristig Andre Wodetzki wegen erneuter Erkrankung ausfiel. Das war das kleine Quäntchen zuviel für die bereits zuvor gesunkenen Siegeschancen des WSC, auch wenn die Jugendlichen Jan von Frantzius, Jakob Kuchler und Lino Sonnen zeigten, dass sie absolut bereits in der Lage sind, in der Bezirksliga mitzuspielen.

Auf dem Spielbericht scheint es, als ob der WSC aufgrund der knappen Niederlage von Lino de Almeida/Moritz Overhage (-6,7,2,-6,-2 gegen Marko Gunia/Thomas Lorey) 0:1 ins Hintertreffen geriet, in der Tat waren aber Luca Bröcker/Matthias Holtmann einfach deutlich schneller am Nachbartisch zu Werke gegangen (11:8, 10:12, 11:8,11:5 über Thomas Weritz/Angelo Gunia) und hatten den WSC in Front gebracht. Die Niederlage von de Almedia/Overhage war schier unbegreiflich, gerade als man nicht an sie glaubte, gewann sie ihre zwei Sätze, und als man an sie glaubte, ging der Faden verloren. Furios starteten dann Kuchler/Sonnen mit einem 11:5, ihnen wurden dann aber ihre Grenzen aufgezeigt – 1:2 der Stand nach den Doppeln.

Wer nun dachte, das Spiel würde „abgegeben“ ob der hohen TTR-Werte von Weritz (>1800) und Marko Gunia (>1700), traute seinen Augen nicht: Luca Bröcker zeigte überhaupt keine Nerven, wunderte sich indes wiederholt wie seine Schupfbälle auf Marko Gunias Aufschläge mit den gefürchteten Noppen irgendwo hin flogen, nur nicht dahin, wo Bröcker sie mit seiner „Kontrolle“ haben wollte. Bröcker schien im Tal der stillen Verzweiflung gefangen als er 7:11, 11:7 und 2:9 hintenlag, kaum noch einer in der Halle den berühmten Pfifferling auf ihn setzen wollte, um dann wie ein Phönix aus der Asche auf wundersame Weise noch das Spiel mit 10:12, 11:6 und 12:10 gedreht zu haben.

Was de Almeida dann anschließend zeigte, war eine weitere Superlative – der echte Wahnsinn: im vermutlich temporeichsten Spiel der Bezirksliga war er der Mann ohne Worte, nicht nur ohne Nerven, sondern auch mit Hammeroffensiven auf den überaus agilen und wendigen Weritz, der wahrlich nicht schlecht unterwegs war – 10:12, 11:9, 4:11, 11:5 und 12:10 bedeuteten die erneute Führung des Gastgebers zum 3:2.

Auf die Mitte war beim WSC an diesem Abend indes kein Verlass: Overhage war überfordert, Holtmann blieb in seinen Blocks vieles schuldig; beiden gemein war, dass die Gegenangriffe der TuRa-Spieler so stark waren, dass sie sich durchgehend in der Defensive gegen Angelo Gunia und Sebastian Neugebauer wiederfanden – es war nicht der Tag der Werner Jungs.

Unten drehte Jan von Frantzius nach verlorenem ersten Satz das ganze Spiel gegen den Linkshänder Lorey. Von Frantzius hatte nach dem 1. Satz begriffen, er musste sein Spiel direkt mit Topsins anziehen, um Lorey zu Fehlern zu zwingen und so gelang dem Youngster bei aller verständlichen Nervösität bravoröus nach seiner Genesung der Ausgleich zum 4:4. Kamerad Kuchler am Nebentisch gab alles, musste aber in vier Sätzen abgeben.

Doch auch im zweiten Durchgang der Einzelspiele brachten die beiden Duelle „oben“ die Uhlandhalle erneut ins Beben, spielten sich Bröcker und de Almeida wahrhaftig in Räusche, die sie nicht dachten zu erleben und trieben die zahlreichen Zuschauer in Ekstase. Und ein weiteres Mal war es Bröcker, der „Mr. Nervenstahl“: ein 8:11, 2:9-Rückstand (analog zu seinem 1. Einzel) wandelte Bröcker unaufgeregt in ein 12:10, 11:6 und 11:8 – man konnte mit dem Altmeister Weritz fast schon mitfühlen wie es sich anfühlte Stück für Stück des Spiels abgeben zu müssen. Und de Almeida? Ein Zuckergenuss ihm zuzuschauen wie er nach Belieben – ganz locker aus dem Handgelenk – die Noppen-geschupften Bälle von Gunia parlierte – das Spiel schmeckte wie Eis auf der Zunge, auch wenn im 3. Satz der Kampfgeist von Gunia zu einem Gewinn führte (5,5,-6,9).

Nachdem Overhage gegen Angelo Gunia abgeben musste, stand der WSC vor dem Zwischenziel, einen Sieg aus den letzten drei Einzeln holen zu müssen, um noch das Abschlussdoppel spielen zu können. Die Spannung war am bersten, Holtmann zweimal zu 7 auf dier Siegerstrasssse, von Frantzius immer eng dran gegen Steving. Es reichte nicht, Holtmann gab (-5,-7,-8) ab, erneut mit Schwierigkeiten die schnellen harten Topsins von Neugebauer zu blocken, von Frantzius verlor 11:13, 5:11, 12:14 und Kuchler blieb ohne Chance gegen Lorey 0:3.

Eine sehr starke Vorstellung des Gastgebers, der in Bestbesetzung sicher das Spiel gewonnen hätte.

WSC: de Almeida/Overhage 0:1, Bröcker/Holtmann 1:0, Kuchler/L.Sonnen 0:1, Bröcker 2:0, de Almeida 2:0, Overhage 0:2, Holtmann 0:2, J. von Frantzius 1:1, Kuchler 0:2

66 Jahre liegen zwischen den beiden Spielern (Rolf Glanzer, Jan von Frantzius) an diesem Abend. Der Jüngere vom WSC (rechts) verlangte dem Älteren von der SG alles ab und gewann am Ende 11:5, 3:11, 11:7 und 11:9. Foto: privat

1. Bezirksklasse 5: TTC SG Selm II – Werner SC II 4:6

Der Wunsch von Spitzenspieler Matthias Makosch wurde erfüllt: „Zählbares“ wurde in Form von 2 Punkten aus Selm am Dienstagabend in der Tat mitgenommen. Es war ein verdienter Erfolg für die Serientäter (dritter 6:4-Erfolg in den letzten 4 Spielen) aus der Lippestadt, die indes zu keiner Minute des Spiels an der Widerstandskraft der Gastgeber zweifeln sollten. Dass die Selmer Veteranen dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten, wurde in den Doppelspielen mehr als deutlich: Andre Hook/Wolfgang Langhans machten Makosch/Oliver Sonnen das Siegen sehr, sehr schwer (2,-6,-10,-10), während Rolf Glanzer/Hansi Jänner einfach einen kurzen 3:0-Prozeß mit Jürgen-Theodor Fränzer/Jan von Frantzius durchführten.

In den folgenden vier Einzeln wurde Spiel dann – auch mit Unterstützung etlicher Werner Zuschauer – vorentschieden: sie waren allesamt lange intensiv und heftig umkämpft, endeten jedoch über maximal 4 Sätze zugunsten des neuen Tabellendritten. Diese Deutlichkeit war so definitiv nicht zu erwarten gewesen. Der Gastgeber liess indes auch bei diesem Stande von 1:5 nicht locker und drehte plötzlich tatsächlich den Spieß in den zweiten vier Einzeln um! Dieses Umdrehen gelang bis auf genau ein Match, nämlich das zwischen Langhans und Sonnen. Hier war Sonnen an diesem Abend zu dominant und stark gegen die Abwehr des Defensivallrounder Selmer Kapitän (11:5 ,11:1, 11:8) und baute seine Saisonbilanz auf absolut überragende 9:1 Siege aus.

Mit diesen zwei weiteren wichtigen Punkten baut der WSCII seinen Abstand zu den Abstiegsplätzen in der 1. Bezirksklasse 3 aus und distanziert sich auf 4 Punkte von der SG SelmII, die ihrerseits nunmehr genau im Mittelfeld der Tabelle auf Platz 5 festsitzen.

WSC: Makosch/Sonnen 1:0, Fränzer/J. von Frantzius 0:1, Makosch 1:1, Sonnen 2:0, Fränzer 1:1, von Frantzius 1:1.

4. Bezirksklasse 3: GW Bad Hamm IX – Werner SC 2000 IV 0:10

Eine überaus klare Sache für die Viertvertretung des WSC IV, was im Vorfeld so nicht erwartet worden war. Lediglich in den Spielen von Justin Heimann (13:11, 11:3, 9:11, 11:5 gegen Raymund Vatheuer) und Silas Schürmann (9:11, 11:3, 11:6, 7:11, 11:4) wurden drei Sätze abgegeben. Nun peilt die junge Mannschaft in den letzten beiden Spielen an weiter ungeschlagen zu bleiben, um die aktuell eroberte Tabellenführung in der 4. Bezirksklasse 3 auch nach Abschluß der Hinserie zu verteidigen.

WSC: Bülow/Heimann 1:0, Schürmann/G. von Frantzius 1:0, Bülow 2:0, Heimann 2:0, Schürmann 2:0, G. von Frantzius 2:0.

Bezirksoberliga U19: Werner SC – DJK Erwitte 8:2

Überraschend stark spielten die Gäste aus Erwitte am Samstag-Nachmittag in der Uhlandhalle bei der ältesten Jugendmannschaft des WSC: Sowohl Jakob Kuchler/Lino Sonnen als auch Lars Kamphues/Mika Hoppe mussten fünf volle Sätze mit ziemlich viel Mühe gehen. Dennoch stand es 2:0, bevor der von seiner Erkrankung gerade genesene Spitzenspieler Jan von Frantzius nur im Einzel aufgeboten wurde und kampfstark auch über fünf Sätze die 3:0-Führung besorgte.

Für den ersten Gegenpunkt zeigte sich Jakob Kuchler verantwortlich, der 0:3 unter ging. Lars Kamphues baute die Führung wieder aus, bevor Sonnen den zweiten Gegenpunkt auch mit einem 0:3 verschuldete. Dann aber schafften die Werner Jungs Fakten, siegten in 4 Spiele in Folge, Kamphues blieb als einziger ohne Satzverlust in seinen Einzeln.

So bleibt es beim Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem TV Büren III an der Tabellenspitze.

WSC: Kuchler/Sonnen 1:0; Kamphues/Hoppe 1:0; J. von Frantzius 2:0; J. Kuchler 1:1; L.
Kamphues 2:0; L. Sonnen 1:1

Bezirksoberliga U15: DJK Germania Kamen – Werner SC 8:2

Die U15-Mannschaft des Werner SC musste auswärts in Kamen gegen den Tabellenführer
einiges an Lehrgeld bezahlen. Aufgrund des Rotationsprinzips gingen die Gäste ohne ihre nominelle Nummer 2 Maxim Boldt an die Tische, welches automatisch zu Qualitätseinsparung führte.

Die einzigen Partien aus Seite der Wernerr konnten Peter von Frantzius und Henry Pham für sich entscheiden, welches letztendlich zu einem 2:8 resultierte. Fest steht: Bis zur Rückrunde müssen noch einige Trainingseinheiten absolviert werden, um hier mithalten zu können. Dennoch ist Platz 3 für die völlig neuformierte junge Mannschaft ein sehr schöner Erfolg.

WSC: von Frantzius/Schmitz 0:1; Le/Pham 0:1; P. von Frantzius 1:1; H. Le 0:2; H. Pham 1:1; E.
Schmitz 0:2

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