Donnerstag, April 25, 2024

E-Jugend-Fußballer verabschieden ihre ukrainischen Freunde

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Werne. Flutlicht ist am Lindert-Sportplatz eigentlich nichts Besonderes. Dennoch erschien es denen, die sich am Freitagabend (5. Mai 2023) spontan auf den Weg zur Heimstätte des Werner SC gemacht hatten, als ob das Licht an diesem Abend nochmal etwas heller strahlen würde als sonst. Denn der Moment, den Spieler, Betreuer und Eltern der Werner E-Jugend dort erlebten, war zweifelsohne ein Besonderer.

Dabei war es kein Fußballspiel, das die Beteiligten wie sonst üblich am Lindert zusammengeführt hatte. Vielmehr zeigte sich an diesem Abend, was den Sport im Allgemeinen und den Fußball im Speziellen ausmacht. Ein Ball, zwei Tore – mehr braucht es nicht, damit Menschen sich verständigen können. Unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Sprache, ihrer Kultur. 

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So war es auch überhaupt keine Frage, dass sich im vergangenen Jahr Daniil und Kiril Trofymenko den Werner E-Junioren anschlossen. Die beiden elfjährigen Brüder waren mit ihrer Familie vor dem russischen Angriffskrieg aus der Ukraine geflohen und hatten in Werne Schutz gefunden. Und weil beide fußballbegeistert sind, fanden sie schnell den Weg zum Werner SC. Der Verein unterstützte die Neuankömmlinge und organisierte Ausrüstung wie Fußballschuhe oder Schienbeinschoner.

Die Kicker und ihre Trainer David Stammer und Hisham Saado nahmen die Neuen direkt in ihre Mitte auf. Daniil und Kiril wurden ein Teil der Mannschaft, studierten zweimal pro Woche im Training Spielzüge ein, streiften sich am Wochenende das blau-rote Trikot über, fuhren mit dem Team zu den Hallenturnieren der Winterspielrunde in Münster. Und das alles, ohne zu Beginn ein Wort Deutsch zu sprechen. Die vermeintliche Sprachbarriere existierte schlichtweg nicht – schließlich ist das Spiel ist einfach, die Regeln sind bekannt, alles ist selbstverständlich. Und auch neben dem Platz konnte sich die Mannschaft problemlos darauf verständigen, dass Wassereis, Waffeln und Limonade zur Grundausstattung für einen Spieltag gehören.

Und hätte es noch eines weiteren Beweises bedurft, wie fest und stark das Mannschaftsgefüge der E-Junioren gewachsen ist, dann wäre es wohl jener Moment am Freitagabend gewesen. Denn auch wenn Daniil und Kiril sich mit ihren Familien in Werne wohlfühlen – ihre Heimat ist die Ukraine. Und dorthin kehren sie nun zurück, was David Stammer und Hisham Saado am Freitagabend erfuhren.

Am Freitagabend kamen Spieler, Trainer und Eltern spontan zum Sportplatz am Lindert, um die ukrainischen Brüder Daniil und Kiril Trofymenko zu verabschieden. Foto: Werner SC

„Es war uns eine Herzensangelegenheit, die beiden Jungs zu verabschieden“, begründet Hisham Saado den Aufruf, den er nach dieser Information in der WhatsApp-Gruppe der Mannschaft startete: „Kommt um 21.15 Uhr zum Lindert. Es ist wichtig und dringend!“

Und so standen 17 Kicker, zwei Trainer und viele Eltern Arm in Arm mit Daniil und Kiril im hellen Schein des Flutlichts, um ihren Freunden alles Gute für die Heimreise und die Zukunft zu wünschen. „Mir fehlen heute die richtigen Worte, um meine Gefühle zu beschreiben“, war nicht nur David Stammer sichtlich gerührt von dem, was sich da auf dem Platz abspielte. Julia Trofymenko, Mutter von Daniil und Kirill, dankte der Mannschaft für die Zeit, die ihre Jungs beim WSC erleben durften: „Sie werden den Kindern in der Ukraine stolz erzählen, wie es war, mit euch zu spielen.“ Und sie äußerte eine Hoffnung, die wohl alle nicht nur an diesem Abend hegen: „Vielleicht treffen wir uns irgendwann auf dem Spielfeld wieder.“

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