Dienstag, April 23, 2024

Irres Spiel: Eintracht Werne gewinnt nach 0:3-Rückstand fast noch

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Werne. Eintracht Werne hat gegen SVF Herringen das nächste Spitzenspiel in der Fußball-Kreisliga A1 (UN/HAM) vor rund 400 Zuschauern im Sportzentrum Dahl nicht gewonnen, aber nach einem 0:3-Rückstand zur Pause viel Moral bewiesen und noch einen Punkt gerettet. Doch es war mehr drin. Die Evenkämper haderten ganz besonders mit einer Schiedsrichterentscheidung.

Eintracht Werne – SVF Herringen 4:4 (0:3)

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Die Schlüsselszene ereignete sich in der 82. Minute. Die Eintracht hatte gerade ein 0:3 in ein 3:3 verwandelte, als ein Herringer Flankenball in den Fünfmeterraum der Platzherren segelte. Wernes Torwart Daniel Rafalski hatte das Leder erst im Nachfassen. Dann schoss Marvin Herkt ihm den Ball aus den Händen ins Tor. „Für den Schiri war es schwer zu sehen, weil ich ihm den Rücken zudreht hatte, aber der Assistent an der Linie muss das erkennen. Das war ein klares Foul“, sagte der Keeper direkt nach dem Schlusspfiff.

Daniel Rafalski diskutierte mit Schiedsrichter Perschke nach dem Schlusspfiff über die strittige Szene, die zum vierten Herringer Treffer führte. Fotos: Wagner

Die Eintracht fühlte sich benachteiligt. Trainer Aykut Kocabas reklamierte und sah die Rote Karte. Sein Team gab nicht auf. Erst wurde einem Treffer von Mirac Kavakbasi die Anerkennung wegen einer vermeintlichen Abseitsposition versagt, dann rettet Serkan Adas per Kopfball den Schwarz-Weißen doch noch einen Punkt (90.+5) – in der allerletzten Aktion. Schiedsrichter Luca-Noél Perschke pfiff die Partie danach gar nicht mehr an.

Abdullah Sahin konnte sich in Halbzeit eins selten so wie hier durchsetzen, holte aber nach dem Seitenwechsel einen Elfmeter heraus.

Das Spitzenspiel fand vor einer ansprechenden Zuschauerkulisse, bestem Fußballwetter und mit Einlaufkindern der Gastgeber einen würdigen Rahmen. Eintracht Werne fand auch gut in die Partie, kontrollierte in den ersten 20 Minuten Ball und Gegner. Mit der ersten Chance gingen die Gäste in Führung. Nemanja Stanojevic köpfte sehenswert ein (23.). Nur wenig später stellte Eduard Lorengel auf 0:2 (29.). Die Platzherren waren konsterniert. Ein Fehler von Tunahan Sari, der den Ball in der Vorwärtsbewegung verlor, leitete den dritten Herringer Treffer ein. Wieder war Stanojevic der Torschütze (40.).

„In der Kabine haben wir uns geschworen, noch einmal alles zu investieren und das Spiel wild zu machen“, erzählte Wernes Co-Trainer Mario Martinovic. Und tatsächlich. Nach einer Ecke schoss Serkan Adas aus kurzer Distanz das 1:3 (47.). Dann zischte ein Freistoß von Enes Akyüz knapp am rechten Pfosten vorbei.

Enes Akyüz (rechts) verwandelte zwei Strafstöße für die Eintracht.

Als Torjäger Abdullah Sahin im Strafraum gefoult wurde, entschied der Unparteiische auf Elfmeter. Kapitän Akyüz verwandelte sicher zum 2:3 (68.). Die Eintracht blieb am Drücker. Eine Seitenverlagerung brachte den eingewechselten Serkan Baslarli auf der rechten Seite ins Spiel. Seine Hereingabe landete an der Hand eines Herringer Verteidigers. Wieder zeigte Perschke auf den Punkt. Wieder schnappte sich Akyüz die Kugel und traf im Nachschuss zum Ausgleich (75.). „Beide Strafstöße kann man geben. Es waren sicherlich keine Fehlentscheidungen“, meinte der erfahrene Schiedsrichter Rainer Klaas (Werner SC) am Spielfeldrand zu den Situationen, die der Eintracht das 3:3 bescherten.

Jubel nach dem 4:4 in letzter Sekunde bei Eintracht-Trainer Aykut Kocabas und dem Anhang der Platzherren.

„Wir haben gefühlt, dass wir sofort nachlegen. Doch dann sieht der Schiedsrichter das Foul an unseren Torwart nicht. Daniel Rafalski ist eine ehrliche Haut. Er hätte zugegeben, wenn es sein Fehler gewesen wäre. So tut uns die Entscheidung sehr weh. Aber ich muss den Hut vor der Mannschaft ziehen, die wieder Charakter bewiesen hat uns sich mit dem Unentschieden belohnt hat“, resümierte Mario Martinovic.

Mit einem Sieg hätte die Eintracht die Tabellenführung zurückerobert, so rutschte man auf Rang drei ab. Zwei Runden vor dem Meisterschaftsende ist Herringen Erster mit 66 Punkten, dahinter folgen der VfL Mark und Werne (beide 65). Nur noch theoretische Chancen hat der TSC Hamm mit 63 Zählern auf Tabellenrang vier.

Versöhnliche Szene: Schiedsrichter Luca-Noél Perschke und Eintracht-Coach Kocabas nach dem Schlusspfiff.

„Wer weiß, wieviel dieser Punkt noch wert ist. Wir müssen abwarten“, so Martinovic mit Blick auf den wohl alles entscheidenden 27. Spieltag. Dann empfängt Herringen den VfL Mark und die Eintracht gastiert beim TSC. Bei einem Auswärtssieg und gleichzeitigem Remis im Top-Duell Erster gegen Zweiter würden die Schwarz-Weißen wieder an die Spitze springen.

Viele Fotos vom Spitzenspiel in der Kreisliga A1 (UN/HAM) finden Sie in unserer Bildergalerie.

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