Freitag, Juli 12, 2024

Simultanschach: Carsten Meya holt Remis gegen Großmeister Svane

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Werne/Bönen. Der Schachverein Bönen 49 hatte anlässlich seines 75-jährigen Bestehens zu einer Simultanveranstaltung eingeladen, an der auch vier Schachspieler vom SK Werne teilnahmen.

Gegner war Großmeister Rasmus Svane, einer der stärksten deutschen Spieler. Vor gut zehn Jahren zählte er als Teil der damals so genannten „Prinzengruppe“ zu den Nachwuchshoffnungen des deutschen Schachbundes. Und genau wie Matthias Blübaum, der im Jahr 2022 zu einer ähnlichen Simultanveranstaltung in Werne zu Gast war, erfüllte auch Rasmus Svane diese Hoffnungen: 2016 wurde er Großmeister, 2022 schaffte er den Sprung in die Top-100 der Welt.

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Mit ebenbürtigen Gegnern bekam er es am Samstag also nicht zu tun, wohl aber mit 41 hochmotivierten Hobbyspielern aus Bönen und den Nachbarstädten. Auch für einen Großmeister keine ganz einfache Aufgabe: Auf dem Weg von Brett zu Brett musste er im Laufe des Nachmittags mehrere Kilometer zurücklegen und sich dabei entweder 41 Schachstellungen gleichzeitig merken oder sich an jedem Brett neu in die dortige Stellung rein denken.

Die Werner Schachspieler stellen dabei einen guten Querschnitt des Teilnehmerfeldes dar:
Zum einen Marlon Mescher, der mit seinen 14 Jahren längst nicht zu den Jüngsten zählte. „Schach erfreut sich aktuell bei Kindern und Jugendlichen wieder größerer Beliebtheit als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Vielleicht eine Folge von Corona und Lockdown? Leider gehörte Marlon zu den 37 Spielern, die gegen den Großmeister keine Chance hatten“, so Carsten Meya vom SK Werne 72.

Gernot Medger (links), Vorsitzender der Bönener Schachspieler, hatte die Veranstaltung mit Rasmus Svane organisiert und versuchte selbstverständlich auch sein Glück am Brett. Foto: privat

Dann Marlons Vater Mark Mescher. Erst seit etwa einem Jahr im Schachverein und noch ohne Wertungszahl nominell einer der einfacheren Gegner. Er verlor gleich in der Eröffnungsphase der Partie einen Bauern. Unter Hobbyspielern mag das kein Problem sein, für einen Spitzenspieler reicht in den meisten Fällen ein Mehrbauer aber schon zum Gewinn. So auch hier: Die Bauern des Großmeisters aus Lübeck rückten immer weiter vor bis schließlich der Mehrbauer drohte, sich in eine Dame umzuwandeln und Mark Mescher aufgeben musste. So lange standgehalten zu haben und unter den letzten noch Spielenden gewesen zu sein, wertete er völlig zu Recht als Erfolg.

Der Partieverlauf von Robert Hörstrup war anderer Natur. Großmeister Svane hatte hier zwar kein Material gewonnen, wohl aber eine gute Angriffsstellung erreicht. Als der Werner Schachspieler nur noch die Wahl hatte, wie er sich Matt setzen lässt oder welche Figur er verliert, gab er schließlich auf. Genau wie Mark Mescher gehörte auch Robert Hörstrup zu denen, die sich am Längsten gehalten hatten.

Das erfreulichste Ergebnis aus Werner Sicht erreichte Carsten Meya. Die Partie begann mit einer derart seltenen Eröffnung, dass Meya schon nach drei oder vier Zügen mit seinem Theoriewissen am Ende war und selber nachdenken musste. Rasmus Svane wird es nach einigen weiteren Zügen aber auch nicht besser gegangen sein, zumindest findet sich die Eröffnung ab Zug sieben in keiner Datenbank mehr. Gleichwohl scheint es spielbar zu sein. Zwar hat der Großmeister mit den weißen Steinen einen riesigen optischen Vorteil erlangt: Entwicklungsvorsprung, Raumvorteil und dem Gegner das Rochaderecht genommen. Aber zum Gewinn reichte das alles nicht. Am Ende entstand ein Doppelturmendspiel, in dem sich die Kontrahenten schließlich auf Remis einigten.

Ebenfalls Remis erreichten Martin Merz vom SV Bönen und David Ungureanu vom Hammer SC.
Lediglich Fabian Schlottmann vom SV Bönen konnte den Großmeister bezwingen.

„Dass es eine gelungene Veranstaltung war, lag zum einen an der guten Organisation durch den SV Bönen, insbesondere des Vorsitzenden Gernot Medger“, lobte Carsten Meya. Genau so entscheidend sei aber auch die Herangehensweise des Großmeisters gewesen: Er forderte sich selbst zwar alles ab, versuchte hochkonzentriert an allen Brettern das Beste zu geben. Seinen Gegnern gegenüber war er aber locker eingestellt. Jeder Spieler bekam so viel Bedenkzeit, wie er benötigte, auf Wunsch wurde ein Brett übersprungen. Auch für Fragen, Autogramme und Fotos nahm er sich Zeit. Um so lobenswerter, als Rasmus Svane nach Ende der Veranstaltung noch die lange Rückreise mit der Bahn nach Lübeck vor sich hatte.

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