20 Jahre Marathon-Pater: In Berlin schließt sich der Kreis

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Werne/Duisburg/Berlin. Vor genau 20 Jahren begann in Berlin eine außergewöhnliche Laufgeschichte. Am 24. September 2006 absolvierte Pater Tobias Breer seinen ersten Marathon. Nach 4:25:15 Stunden überquerte der Prämonstratenser-Pater die Ziellinie.

Was damals als sportliche Herausforderung begann, entwickelte sich in den folgenden zwei Jahrzehnten zu einer Verbindung von Ausdauersport und sozialem Engagement.

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Nun kehrte der als „Marathon-Pater“ bekannte Duisburger, der in Werne geboren wurde, zum Jubiläum an den Ort seines ersten Marathons zurück. Beim BMW BERLIN-MARATHON 2026 absolvierte Breer seinen inzwischen 441. Marathon- und Ultralauf.

„Dass ich ausgerechnet 20 Jahre nach meinem ersten Marathon wieder in Berlin ins Ziel laufen durfte, war für mich ein sehr emotionaler Moment“, sagt Pater Tobias. „2006 hätte ich niemals gedacht, dass aus diesem einen Marathon einmal eine solche Lebensgeschichte entstehen würde.“

Mehr als 70.000 Kilometer in Laufschuhen

Die Bilanz nach zwei Jahrzehnten ist außergewöhnlich: 441 Marathon- und Ultraläufe, mehr als 70.000 zurückgelegte Laufkilometer, Wettkämpfe auf allen sieben Kontinenten und inzwischen mehr als 2,3 Millionen Euro an gesammelten Spenden für soziale und karitative Projekte.

Seine Laufschuhe führten Breer dabei weit über klassische Marathonstrecken hinaus. Zu seinen sportlichen Stationen gehören unter anderem der 100-Kilometer-Lauf von Biel, ein 172-Kilometer-Ultramarathon im Oman sowie Läufe in Togo, Vietnam und der Antarktis.

Auch die großen internationalen Stadtmarathons prägen seine Laufgeschichte. 2023 komplettierte Pater Tobias in Tokio die damaligen sechs Abbott World Marathon Majors und erhielt die Six-Star-Medaille. Im August 2026 kam beim erstmals als Major ausgetragenen Sydney Marathon sein siebter Stern hinzu.

Auch die Statistik des 100 Marathon Club Deutschland verdeutlicht die Dimension: Zum 30. Juni 2026 wurde Breer mit damals 407 absolvierten Marathon- und Ultraläufen auf Rang 120 der Gesamtliste und Rang 97 der Männer geführt. In den folgenden drei Monaten kamen weitere 34 Finishes hinzu.

„Jeder Kilometer hilft helfen“

Für Pater Tobias sind die sportlichen Zahlen allerdings nur eine Seite seiner Laufgeschichte. Früh begann er, seine Marathon- und Ultraläufe mit Spendenaktionen zu verbinden. Sein Motto lautet seitdem: „Jeder Kilometer hilft helfen.“

Mittlerweile kamen auf diesem Weg mehr als 2,3 Millionen Euro zusammen. Das Geld floss und fließt in soziale Projekte, insbesondere in Angebote für Kinder und Familien. Dazu gehören unter anderem Schulfrühstück, Kinder- und Jugendangebote, Schwimmkurse, Ferienfreizeiten und weitere Hilfen für Menschen, die Unterstützung benötigen.

„Natürlich freue ich mich über jeden Zieleinlauf und jede Medaille. Aber viel wichtiger ist für mich, was durch das Laufen für andere entstehen konnte“, sagt Breer. „Hinter den 2,3 Millionen Euro stehen Menschen, die mit ihren Spenden Vertrauen schenken. Dadurch können wir Kindern ganz konkret Chancen ermöglichen.“

Berlin 2006 – Berlin 2026

Der diesjährige Zieleinlauf in Berlin hatte deshalb eine besondere Symbolik. 2006 begann dort mit Marathon Nummer eins die Laufgeschichte des Marathon-Paters. 20 Jahre später kehrte er für sein 441. Marathon- und Ultrafinish zurück.

Dabei ging es ihm diesmal ausdrücklich nicht um eine Bestzeit. Erst wenige Tage zuvor hatte Breer bereits einen weiteren Marathon absolviert. Berlin sollte zum Jubiläum vor allem ein Lauf zum Genießen werden.

Unterwegs wurde er immer wieder von Zuschauerinnen und Zuschauern sowie anderen Läufern erkannt und um gemeinsame Fotos gebeten. Gleichzeitig erlebte Breer auch ernste Situationen. Zweimal kümmerte er sich während des Rennens um Teilnehmende, denen es offensichtlich gesundheitlich schlecht ging.

„In solchen Augenblicken spielt die eigene Zeit überhaupt keine Rolle mehr“, sagt der Marathon-Pater. „Ein Marathon besteht für mich nicht nur aus 42,195 Kilometern. Es sind Begegnungen mit Menschen. Manchmal bleibt man für ein Selfie stehen und manchmal, weil jemand Hilfe braucht.“

Nach 441 Läufen ist noch nicht Schluss

An ein Ende seiner ungewöhnlichen Laufgeschichte denkt Pater Tobias nach seinem Jubiläum nicht. „Ich bin dankbar, dass mein Körper mich über all diese Jahre und Kilometer getragen hat. Und ich bin Gott dankbar für die Kraft, die vielen Begegnungen und die Menschen, die mich begleiten und unsere Projekte unterstützen“, sagt Breer.

Seine 441 Zieleinläufe versteht er deshalb nicht als Schlusspunkt: „Solange meine Beine mich tragen und ich mit meinen Läufen Menschen helfen kann, werde ich weiterlaufen.“

Und so gilt auch nach 20 Jahren noch das Motto, mit dem aus einer persönlichen Leidenschaft eine soziale Mission wurde: „Jeder Kilometer hilft helfen.“

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