„Scheiße am Schuh“: WSC verliert unglücklich gegen Emsdetten

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Werne – Zweimal Pfosten, einmal Latte, zwei elfmeterwürdige Fouls an Tom Kleimann und weitere Top-Chancen: Dennoch verlor der Werner SC am Sonntag sein Heimspiel in der Fußball-Landesliga (4) gegen Borussia Emsdetten mit 1:2 (0:1) und bleibt – weiter sieglos – auf einem Abstiegsplatz hängen.

Landesliga 4: Werner SC – Borussia Emsdetten 1:2 (0:1)

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„Unter dem Strich hatten wir genügend Chancen, um das Spiel zu gewinnen. Da wäre mehr drin gewesen“, ärgerte sich Pascal Harder, der sich im Vergleich zum 2:7-Debakel am Vorsonntag beim SV Burgsteinfurt nicht über mangelndes Engagement seiner Elf beklagen musste. Im Gegenteil.

„Aber wie sagt man: Hast du Scheiße am Schuh, dann hast du Scheiße am Schuh“, meinte der Werner Trainer, der bei seinem Team nur eines vermisste: Vertrauen in die eigene Stärke. „Auch wenn alles noch relativ eng beisammen ist und es erst das vierte Saisonspiel war, stehst du nun einmal da unten drin. Und dann, das habe ich den Jungs auch schon in der Halbzeit gesagt, fehlen einem auch ein bisschen die Eier, ohne das böse zu meinen“, sagte Harder, denn: „Du hast dann einfach nicht das Selbstbewusstsein, das du hast, wenn zwei oder drei Siege auf dem Konto sind – und machst dann die besten Chancen nicht weg. Das rächt sich leider im Fußball.“

Der WSC begann im Vergleich zum Auftritt in Burgsteinfurt mit drei Änderungen: Henrik Pollak stand für Jan Pettentrup zwischen den Pfosten, Henry Poggenpohl gab nach überstandener Verletzung sein Saisondebüt als Linksverteidiger anstelle von Jonas Hahn, zudem rückte Leon Becker für Finn Drücker ins zentrale Mittelfeld. Und das Team von Pascal Harder eröffnete die Partie gegen den Westfalenliga-Absteiger so druckvoll, als wolle es den Vorsonntag schon in den ersten Minuten vergessen machen. Leon Becker und Xavier Enakimio sorgten für zwei Annäherungen in den ersten fünf Minuten, dann traf Luis Dombrowski nach einem beherzten 50-Meter-Solo nur die Latte, weil Gästetorhüter Julian Moczygemba seine Fingerspitzen noch im Spiel hatte.

Der eingewechselte Colin Lachowicz (rechts) setzt zur Verfolgung von Arne Moselage (Nr. 19) an.

Im Anschluss an die folgende Ecke wurde die Borussia erstmals gefährlich, nutzte das zu langsame Umschalten der Gastgeber aber nicht: Julian Dirks versetzte zwar Nico Holtmann, traf aber aus spitzem Winkel den Pfosten. Das sah bei der zweiten Gelegenheit für die Gäste anders aus. Die entwickelte sich aus einer weiteren Großchance für den WSC heraus. Jannik Prinz hätte im Eins-gegen-eins-Duell mit Emsdettens Keeper zur Werner Führung treffen müssen, doch Moczygemba nahm den Ball auf und leitete den Gegenangriff ein, der mit einem Foul von Zoran Martinovic an Silas Burke endete. Samir Haxha nahm bei seinem Freistoß aus gut 18 Metern Maß und schnibbelte die Kugel über die Fünf-Mann-Mauer des WSC hinweg zum 0:1 ins linke obere Eck (31.).

Auch nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber aktiver und besaßen durch einen Kopfball von Jannik Prinz, den Gästetorhüter Moczygemba einmal mehr mit den Fingerspitzen erwischte, die erste Top-Chance (52.). Jonas Woitaschek traf wenig später den Pfosten, und den Abpraller versenkte der eingewechselte Tom Kleimann – doch der stand dabei im Abseits.

Wenig später forderten die Gastgeber vehement einen Foulelfmeter – wohl mit Recht. Nach einer Flanke von Prinz wurde Kleimann von David Isaak festgehalten und am Torschuss gehindert. Schiedsrichter Sven Wensing wischte alle Proteste mit einer Handbewegung beiseite und ließ weiterspielen – was für Pascal Harder sogar spielentscheidend war: „Ich schmeiße mich nicht drei oder vier Meter vor dem Tor hin, weil ich Langeweile habe, um dann einen Elfmeter rauszuholen, den ich vielleicht noch verschießen kann. Wenn ich den Ball einfach wegmachen kann, dann mache ich ihn weg. Aber der war mit beiden Armen dran, Tom wird runtergezogen und fällt ja auch richtig nach hinten und kommt nicht an den Ball heran.“

In letzter Konsequenz hätte der Unparteiische dem Emsdettener die Rote Karte wegen der Verhinderung einer klaren Torchance als „letzter Mann“ zeigen müssen. „Dann hätte das Spiel wohl einen anderen Verlauf genommen“, war sich der Werner Trainer sicher.

Harder ging fortan ins Risiko, opferte zum Beispiel für Angreifer Daniel Durkalic mit Woitaschek einen Sechser. Doch gegen noch offensivere Gastgeber traf die effiziente Borussia zum zweiten Mal: Jan Fislage scheiterte bei einem Konter zunächst an Pollak, legte den Abpraller dann mit Übersicht auf Silas Burke, der den Ball aus sieben Metern nur noch zum 0:2 über die Linie drücken musste (77.).

Leon Becker (links) setzt sich im Zweikampf gegen einen Emsdettener durch.

Trotz des erneuten Rückschlags ließen die Werner nicht locker: Durkalic setzte sich gegen zwei Verteidiger durch, doch nach seinem Flachschuss tauchte Torhüter Moczygemba  blitzschnell ab – wieder war er mit den Fingerspitzen am Ball. Keine 60 Sekunden später sorgte Becker für den dritten Alu-Treffer des WSC, dann wurde erneut die Forderung nach einem Foulelfmeter laut – auch hier vergebens, aber nicht zu Unrecht, denn der Emsdettener Keeper verschätzte sich und rauschte mit beiden Knien voran in Kleimann hinein.

Nach 85 Minuten stellte Harder auf eine Dreierkette um und brachte Johannes Schwenniger für Innenverteidiger Holtmann. Das brachte noch einmal viel Schwung über die rechte Seite und zwei weitere Top-Chancen: Zunächst lupfte Prinz den Ball am Gästekeeper, aber auch am Tor vorbei, dann sorgte Durkalic nach Flanke von Schwenniger mit einem unhaltbaren Kopfball für den Anschluss (90.+2) – dies allerdings zu spät, um noch einen Punkt im Lindert zu behalten.

Das nächste Punktspiel bestreitet der Werner SC am kommenden Sonntag, 6. September, beim starken Aufsteiger TSV Raesfeld, der mit dem 1:0-Erfolg beim SC Münster sein Konto auf sieben Punkte erhöhte. Anstoß in der Ibo Technik Arena ist um 15 Uhr. Nächster Gast im Lindert ist am Sonntag, 13. September, ab 15 Uhr die Hammer SpVg.

WSC: Pollak – Stöver, Martinovic, Holtmann (85. Schwenniger), Poggenpohl – Woitaschek (66. Durkalic), Becker – Dombrowski (18. Lachowicz), Jonas Pettentrup (75. Wagner), Prinz – Enakimio (58. Kleimann)

Tore: 0:1 Haxha (31.), 0:2 Burke (77.), 1:2 Durkalic (90.+2)

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