Werne. Erst die 4:6-Niederlage zum Start in die Saison 26/27 der Fußball-Landesliga (4) beim SV Dorsten-Hardt, nun eine 2:7 (0:3)-Pleite im zweiten Auswärtsauftritt beim SV Burgsteinfurt: „Es war jetzt nicht alles eine Vollkatastrophe, aber der Auftritt war größtenteils unterste Schublade. Das war auch nicht Landesliga-würdig, wenn man sich so präsentiert“, meinte WSC-Trainer Pascal Harder, der versuchte, dies trotz der Auswärts-Gegentore sieben bis 13 möglichst ruhig und sachlich rüberzubringen.
Für die Werner war es am Sonntag ein herber Rückschlag nach dem hoffnungsvollen Heimdebüt gegen den VfL Senden, als sie sich in langer Unterzahl heldenhaft ein 2:2 erkämpft hatten. Weil von einer solchen Einstellung in Burgsteinfurt über weite Strecken nichts zu sehen war, belegt der WSC schon jetzt einen der vier Abstiegsplätze.
„Nächste Woche präsentiert sich die Mannschaft hoffentlich mit einem anderen Gesicht“, schloss Harder seinen Vortrag. Leichter wird’s aber nicht, denn mit Borussia Emsdetten stellt sich am Sonntag, 30. August, ein starker Westfalenliga-Absteiger in Werne vor (15 Uhr, Lindert).
In Burgsteinfurt kam der WSC vor 100 Zuschauern nie so richtig ins Spiel, auch „wenn wir in der ersten Halbzeit zwei, drei gute Aktionen nach vorne hatten“, wie Harder sagte, aber sich auch eingestehen musste, dass „wir das – ehrlich gesagt – für Burgsteinfurt nicht einmal irgendwie gefährlich gemacht haben. Immer wenn wir mal ein bisschen Oberwasser bekommen haben, haben die das gleich im Keim erstickt.“
Das hatte Gründe: „Sie waren agiler in den Zweikämpfen, waren griffiger, waren bissiger und haben einfach mehr Bock gehabt“, sagte Harder. „Wir haben das leider komplett vermissen lassen, und so kommt dann ein solches Ergebnis zustande.“ Die Gastgeber nutzten auf ihrem Naturgrün die Chance zu einer frühen Entscheidung durch Tore von Volkan Haziri (12.), Umut Berke (29.) und Ibrahim Kouyate (42.).
Im Gegensatz zum Auftaktspiel in Dorsten, als der WSC nach einem 2:5-Rückstand fast noch den 5:5-Ausgleich erzielt hatte, wurde in Burgsteinfurt die Hoffnung auf eine ähnliche Aufholjagd nur 180 Sekunden nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit im Keim erstickt. Innenverteidiger Nico Holtmann hatte die Situation nach einem Abschlag von SVB-Keeper Engin Shegaj falsch eingeschätzt und damit Elixander Chkri freie Bahn zum 4:0 verschafft (48.). Der Rest war für die Gastgeber Formsache: Kouyate mit seinem zweiten Treffer sowie Paul Höffer sorgten für das 6:0, bevor der eingewechselte Tim Abdinghoff für den WSC traf (76.). Höffer konterte nur vier Minuten später mit dem siebten Burgsteinfurter Tor, Luis Dombrowski verwandelte schließlich einen umstrittenen Foulelfmeter zum Endstand (83.).

„Der Einzige, dem ich keinen Vorwurf machen kann, war Jan Pettentrup bei uns hinten im Tor. Der wurde von den Jungs alleine gelassen“, nahm Harder seinen Schlussmann in Schutz. Tiefgreifende Diskussionen über taktisches Fehlverhalten seiner Elf wollte der WSC-Trainer nicht zulassen: „Du kannst verlieren, aber die Frage ist: Wie? Es reicht nicht, wenn du nicht 100 Prozent Gas gibst und nicht zu 100 Prozent in die Zweikämpfe kommst. Das hier ist Landesliga-Fußball im Amateurbereich und nicht die Champions League. Die Jungs sollen sich mehr zusammenreißen und mehr Gas geben. Das sie das können, haben sie ja mehr oder minder schon bewiesen.“
WSC: Jan Pettentrup – Stöver, Martinovic, Holtmann, Hahn – Woitaschek, Jonas Pettentrup – Prinz (73. Abdinghoff), Drücker (75. Becker), Dombrowski – Enakimio
Tore: 1:0 Haziri (12.), 2:0 Berke (29.), 3:0 Kouyate (42.), 4:0 Chukri (48.), 5:0 Kouyate (59.), 6:0 Höffer (67.), 6:1 Abdinghoff (76.), 7:1 Höffer (80.), 7:2 Dombrowski (83., Foulelfmeter)





















